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Von Kroatien gab es keine Gastgeschenke

Im Elfmeterschießen endete das russische Märchen: Kroatien hatte da wie schon gegen Dänemark die besseren Nerven vom Punkt.

Die kroatischen Teamspieler kugelten über die Wiese in Sotschi, sie lagen einander in den Armen, ein paar zerdrückten Tränen. Erstmals seit 1998 hatte sich die Mannschaft von Zlatko Dalic für das WM-Semifinale qualifiziert, Gegner in der Runde der letzten Vier ist England.

Spannender hätte die Entscheidung nicht fallen können. Nach je zwei Treffern in der regulären sowie Nachspielzeit, musste der Aufsteiger im Elferschießen ermittelt werden. Beide Tormänner sind Spezialisten, Akinfejew war im Achtelfinale gegen Spanien zum Helden geworden, Subasic gegen Dänemark. Das indirekte Duell endete X, beide hielten einen Penalty, bloß: Der Russe Fernandes schoss vorbei. Wieder verwandelte Rakitic zum Sieg.

„Wir träumen nicht, sondern brauchen nur das richtige Ergebnis“ hatte der russische Teamchef Tschertschessow vor der Partie gemeint. Es stand also zu befürchten, dass der ehemalige Tormann des FC Tirol so spielen lassen würde, wie er ob seines technisch limitierten Personals spielen lassen muss: Mit einer gehörigen Portion Defensive und einer ungeheuerlichen Laufleistung, die die Mannschaft im bisherigen Turnierverlauf so ausgezeichnet hatte. Auch wenn dadurch natürlich der Unterhaltungswert leidet – in den vergangenen zwei Partien hatte man nur zwei Mal aufs gegnerische Tor geschossen, dabei dauerte das Achtelfinale gegen Spanien sogar 120 Minuten.

Die Kroaten reagierten selbstverständlich schon auf dem Papier, zogen Spielmacher Modric auf die Sechser-Position zurück. Mit Kramaric startete ein dritter Stürmer neben Rebic und Mandzukic.

Aber: Russische Mauer wurde keine gebaut. Wenig Spur davon, sich zu verstecken, auf kroatische Angriffe zu warten. Die Russen probierten sogar ein Gegenpressing, das flotte Duell war in der ersten Hälfte durchaus ansehnlich. Mit zwei Höhepunkten. Tscheryschew schlägt einen Haken und zimmert den Ball zu seinem vierten Turniertreffer ins linke Kreuzeck (31.); acht Minuten später läuft sich Mandzukic frei und flankt auf Kramaric, der per Kopf den Ausgleich besorgt. Ein gerechtes 1:1 nach 45 Minuten, für das die Russen um vier Kilometer mehr laufen mussten.

Klar, Kroatien verfügt mit Modric, Rakitic, Perisic & Co. über die besseren Fußballer. Diese Qualität machte sich nach der Pause bemerkbar, auch wenn gegen die müder werdenden Russen Zählbares ausblieb. Nur ein Mal wurde ernsthaft angeklopft, von Perisic an der Innenstange (60.).

In der Verlängerung trabten beide ihrem zweiten Elfmeterschießen in Folge entgegen, ehe sich die Ereignisse überschlugen. Vida stellt per Kopf auf 2:1 (101.), Fernandes köpfelt nach einem Freistoß das 2:2 (115.). Und auf ging’s zum Punkt.

Russland hat sich beim Heimturnier mit dem Viertelfinaleinzug mit mehr als nur Anstand aus der Affäre gezogen.

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