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Auf einen Seitenblick

Oben Alexander Kutzer vor Beginn der Übertragung, rechts Radek Cip beim Fotoshooting.

Oben Alexander Kutzer vor Beginn der Übertragung, rechts Radek Cip beim Fotoshooting.

Ein Blick hinter die Kulissen von Dornbirns Kaderpräsentation vom Montag. Bei der sich Neuzugang Radek Cip so gesellig wie Teamkollege ­Kevin ­Macierzynski zeigte.

Von Hannes Mayer (Text) und Klaus Hartinger (Fotos)

Montag, 19.30 Uhr im Messestadion. In einer Dreiviertelstunde beginnt die Kaderpräsentation der Bulldogs, die via Livestream im Internet übertragen wird. Neben DEC-Manager Alexander Kutzer und vielen fleißigen Helfern sind auch zwei Spieler anwesend: Lokalmatador Kevin Macierzynski sowie Neuverpflichtung Radek Cip.

Während um die Cracks herum hektische Betriebsamkeit herrscht, warten die beiden ruhig auf ihren Einsatz, bei dem sie vor der Kamera einige Worte sagen sollen. Macierzynski studiert die neue Kaderliste: „Ich wusste bis eben gar nicht genau, wen wir alles verpflichtet haben“, betont der Stürmer. „Natürlich hört man als Spieler das eine oder andere, aber was an solchen Gerüchten wirklich dran ist, weiß man eben nie. Darum beschäftige ich mich nicht damit. Meine Aufgabe als Spieler ist es, im Sommer zu trainieren.“ Und das macht der 26-Jährige seit vielen Wochen. Macierzynski zählte während der WM-Vorbereitung zum erweiterten österreichischen Kader, erzielte dabei gegen Italien sogar ein Tor. Den Sprung zur WM schaffte er zwar nicht, trotzdem legte er anschließend nur eineinhalb Wochen Pause ein. Seit Anfang Mai bereitet sich der Feldkircher auf die neue Saison vor. Was freilich harte Arbeit ist, aber auch mal Spaß machen darf. So spielte Macierzynski beim Inlinecup in der Montfortstadt mit. „Wir sind mit unserem Team unglücklich in der Vorrunde ausgeschieden, das hat mich schon geärgert“, offenbart der Linksschütze. „Mace“, wie Dornbirns Nummer 71 genannt wird, gilt als sehr ehrgeizig, die Fans lieben ihn. Und das nicht nur, weil er ein Vorarlberger ist, sondern vor allem, weil er leidenschaftliches Eishockey spielt.

Fotoshooting. Darum hat auch Cip das Potenzial zum Publikumsliebling. Der Tscheche gilt als einer, der 60 Minuten lang um jede Scheibe kämpft und dem kein Weg zu weit ist. „Ich würde mich fast als hyperaktiv beschreiben“, sagt der Flügelstürmer von sich und ist dementsprechend sofort dafür zu haben, die Zeit bis zu seinem Auftritt für ein Foto­shooting zu nützen.

Bei den Fotoaufnahmen zeigt sich jedoch schnell, dass rund ums Studio, das die Bulldogs für die Übertragung der Präsentation eingerichtet haben, die Lichtverhältnisse nicht gut sind. Also begibt sich der Fotograf mit Cip im Schlepptau auf die Suche nach einer besser ausgeleuchteten Stelle im Messestadion. Während dieser Suche gesteht der Neuzugang: „Eigentlich sind solche Präsentationen nicht so mein Fall. Ich bin eher etwas schüchtern und stehe nicht so gerne im Mittelpunkt.“ Verschlossen ist der langjährige Znojmo-Spieler deswegen aber noch lange nicht. So erzählt Cip, dass Znojmo äußerst ungern in Dornbirn gastiert. „Weil der DEC schnell spielt und hart, fast jeden Check zu Ende fährt. Einer unserer Spieler musste nach einer Partie mal ins Krankenhaus, so hart wurde er attackiert.“

Als er hört, dass die Winter in Vorarlberg kalt sind, huscht ein Lächeln über sein Gesicht. „Ich mag die Kälte, ich habe viel mehr ein Problem mit der Hitze“, sagt der Osteuropäer, der eigens für die Präsentation angereist ist und erzählt, dass er am Sonntag am Gebhardsberg essen war. „Der Ausblick war fantastisch. Mir gefällt Vorarlberg schon jetzt.“ Auch von Dornbirn selbst hat der Eishockeyspieler schon ein bisschen was gesehen. „Ich war spazieren. Und kann sagen: Andre Lakos hatte recht. Er hat mir von Dornbirn vorgeschwärmt, sagte, dass es ein wunderschönes kleines Städtchen ist.“ Cip hat jahrelang mit Lakos in Znojmo zusammengespielt, die beiden sind eng befreundet. „Ich glaube, hier wird es mir gut gehen, ich habe sowieso immer die Atmosphäre in Dornbirn sehr gemocht.“

Kletterübung. Dann hat der Fotograf ein Plätzchen gefunden, das besser beleuchtet ist. Allein: Der Zugang dorthin ist verschlossen. Weil seitlich davon das Geländer nicht sonderlich hoch ist, klettert er darüber. Als sich zeigt, dass auch alle anderen Zugänge zu der auserkorenen Stelle abgesperrt sind, macht es Cip dem Fotografen nach. „Das ist kein Problem, ich übernehme die Verantwortung“, sagt der Stürmer, der in seiner Freizeit Schlagzeug spielt, lachend und überwindet das Geländer ebenso mit wenigen Schritten. Wie aus dem Nirvana erklingt plötzlich eine Stimme: „Aber die Türe ist doch offen.“ Und siehe da, sie wäre tatsächlich unverschlossen gewesen, doch es war eben keine Drehtüre, sondern eine Schiebetüre und ging deshalb weder nach innen noch nach außen auf. An Cips guter Laune ändert die letztlich unnötige Kletterei nichts. Im Gegenteil. „Hier ist ja gleich was los“, sagt der Tscheche und begibt sich vor die Linse des Fotografen. Nachdem der einige Male auf den Auslöser gedrückt hat, geht die gesamte Beleuchtung in der Halle aus. Beide lachen. „Ich glaube, wir müssen ohnehin zurück zum Studio, oder?“, fragt Cip.

Hohe Ziele. Es ist 19.50 Uhr, was bedeutet, dass in zehn Minuten die letzte Probe beginnt. Also ja, es wird Zeit umzukehren. Auf dem Rückweg spricht der Bücherwurm über seine Ziele mit Dornbirn. „Ich will mit den Bulldogs ins Halbfinale, ich glaube, wir können sehr viel erreichen.“

Bei der Gelegenheit erfährt Cip, dass Torjäger Joel Broda ebenfalls zum DEC wechselt – und ist begeistert. „Das wusste ich gar nicht, das ist großartig. Solche Spieler brauchen wir. Aber wichtig ist auch, dass die Stimmung gut ist. Sean McMonagle hat mir erzählt, dass in Dornbirn jeder mit jedem befreundet ist. Das ist die Basis.“

19.55 Uhr. In fünf Minuten beginnt die Probe, Cip ist zurück beim Studio, wo Macierzynski bereits vor der Kamera Platz genommen hat. Als die letzten Details besprochen sind, nimmt auch er sich noch Zeit für den Fotografen, auf dessen Wunsch hin er sich seine Sonnenbrille aufsetzt. Weil die übrige Hallenbeleuchtung mittlerweile ausgeschalten ist, und es damit keine Lichtstörquellen mehr gibt, schafft die Studiobeleuchtung genug Kontrast für die Kamera des Fotografen. Ein paar Bilder später ist es dann so weit. Der Countdown für die Sendung beginnt.

Der dabei vorgestellte Kader überzeugt hinter der Kamera alle anwesenden DEC-Helfer. „Dass wir Cip und Broda bekommen haben, ist erstaunlich“, sagt einer. Ein anderer erklärt: „Mir imponiert, dass wir Rinne, Reid und Timmins halten konnten. Jetzt brauchen wir noch ein, zwei gute Stürmer und einen starken Verteidiger.“ Woran DEC-Macher Kutzer arbeitet, aber um Geduld bittet. Es bleibt also wie immer spannend bei den Bulldogs.

<p class="caption">Ganz oben: Kevin Macierzynski im Sonnenbrillenlook. Unten wartet er zusammen mit Radek Cip auf den Beginn der Kaderpräsentation.</p>

Ganz oben: Kevin Macierzynski im Sonnenbrillenlook. Unten wartet er zusammen mit Radek Cip auf den Beginn der Kaderpräsentation.

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