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Die Grande Nation spielteweltmeisterlich

Frankreich lieferte im Semifinale eine beeindruckende Vorstellung ab, besiegte Belgien durch ein Tor von Samuel Umtiti mit 1:0 und steht im WM-Endspiel.

Nein, keines der beiden Teams hat das Ausscheiden bei dieser Weltmeisterschaft verdient. Weil aber der K.o.-Modus gnadenlos sein muss, erwischte es gestern in Sankt Petersburg die Belgier – im ersten, hochklassigen Semifinale setzte sich Frankreich mit 1:0 durch und qualifizierte sich für das Endspiel am Sonntag. Der Gegner wird heute Abend im Duell zwischen Kroatien und England ermittelt.

Beide Trainer hatten ihre Burschen taktisch hervorragend eingestellt. Didier Deschamps wählte für seine Franzosen eher die defensivere Variante, man versuchte, über schnelles Umschalten mit Kontern gefährlich zu werden. Auf der anderen Seite trug Roberto Martinez seinen Belgiern auf, aus einer doppelt gesicherten Abwehr das Spiel zu bestimmen. So entwickelte sich eine flotte, interessante Partie, bei der sich in der ersten Halbzeit die Chancen in Grenzen hielten. Die Tormänner zeigten je einmal ihre Brillanz, Lloris fischte einen Schuss von Alderweireld aus dem Eck (22.), Courtois parierte einen vortrefflichen Versuch von Außenverteidiger Pavard (39.).

Nach der Pause wurden die taktischen Zwänge mit einem Schlag über den Haufen geworfen. Griezmann dreht einen Corner zur Mitte, Umtiti ist vor Fellaini am Ball und köpfelt das 1:0 für Frankreich (51.). Martinez reagierte prompt, brachte Mertens für Abräumer Dembele, und schwuppdiwupp wurde Belgien eine Spur gefährlicher. Mertens drehte von rechts eine gefährliche Flanke nach der anderen in den Strafraum, Fellaini hätte seinen Fehler beinahe gut gemacht, sein Kopfball verfehlte das Ziel nur um Millimeter. Auch De Bruyne hatte mit einem Schuss kein Glück, am hochgelobten Spielmacher lief die Partie ziemlich vorbei. Auch, weil Pogba und Kante seine Laufwege perfekt zustellten. Überhaupt: Die französische Hintermannschaft um Umtiti und Varane funktionierte weltmeisterlich, dazu gehört natürlich auch Goalie Lloris, der einen Weitschuss von Witsel gekonnt entschärfte (81.) – es sollte die letzte Chance auf den Ausgleich gewesen sein: Die goldene Generation der Belgier hat nach 24 Matches wieder eine Niederlage einstecken müssen, während Deschamps der dritte Mensch nach Zagallo und Beckenbauer werden könnte, der sich als Spieler und Trainer Weltmeister nennen darf.

1998 hatte er Les Bleus als Kapitän zum WM-Titel geführt. „Wir haben noch nichts gewonnen“, sagte der Coach, „es fehlt noch ein Schritt, und zwar der Wichtigste.“ Torschütze Umtiti ließ sich die Freude nach dem Abpfiff sichtlich anmerken. „Ich platze vor Stolz“, sagte der Barcelona-Verteidiger, „wir haben Großes geleistet, echte Kerle waren wir auf dem Platz. Es lebe Frankreich! Wir haben eines der Ziele erreicht, ins Finale einzuziehen. Ich bin stolz.“

Die Belgier wiederum schlichen mit gesenkten Häuptern in die Kabine. Kein Trost, um den dritten Platz spielen zu dürfen. „Es war ein Standard, es ging um Kleinigkeiten“, sagte Mittelfeldspieler Chadli, „die stehen unglaublich kompakt, es war schwierig, Räume zu finden. Wir haben alles gegeben und es war leider zu wenig.“

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