Kontakt

Neue Zeitungs GmbH
Gutenbergstraße1
6858 Schwarzach

Phone: 0043 5572 501 500

Der kleine Bruder des „Hais“ hat zugebissen

Antonio Nibali siegte auf der siebenten Etappe der Ö-Tour. Der Held des Tages war aber Hermann Pernsteiner. Auch die WM wirft schon ihre Schatten voraus.

Von Georg Michl

Während die „Hobbetten“ – die Hobbyfahrer – auf dem Sonntagberg nach einer Auffahrt das Rad an die Seite lehnten und die Trikots mit Leberkäsesemmel wieder auf Spannung brachten, mussten sich die Berufsradfahrer fünf Mal über den Berg im Mostviertel quälen. Die siebente Etappe der Österreich-Rundfahrt war geprägt von dem brachialen Anstieg zur Basilika, Attacken und Stürzen. Am Ende der hart umkämpften Etappe jubelte ein Sieger namens Nibali. Aber nicht der „Hai aus Messina“ – Vincenzo Nibali (33) fährt als einer der Mitfavoriten bei der Tour de France –, sondern sein kleiner Bruder Antonio (25) triumphierte. „Mamma mia, das war eine harte Etappe“, sagte jener Mann, der am Freitag, dem 13. mit der Nummer 13. zu seinem ersten Sieg für Bahrain gefahren ist. „Nein, nein. Abergläubisch bin ich nicht. Aus solchen Dinge mache ich mir nichts“, sagt er. Daher trägt er die Nummer auch – wider einen Brauch und Radfahrern – nicht auf den Kopf gestellt.

Im Gesamtklassement belauerten sich der Führende Ben Hermans und Verfolger Hermann Pernsteiner (Bahrain) und ließen nicht locker. Pernsteiner bewies Leidensfähigkeit; nach einem Massensturz musste die Schulter eingerenkt werden, im Ziel war sie wieder heraußen. Sein Kollege Mark Padun und Stephen Cummings (Dimension) mussten ins Krankenhaus. „Beim letzten Mal auf den Sonntagberg kugelte ich sie noch einmal aus. Vielleicht habe ich mir auch den Finger gebrochen. Ich gratuliere Ben zu seinem Sieg bei der Tour“, sagt Pernsteiner. Auf dem letzten Teilstück von Scheibbs nach Wels wird wohl nichts mehr passieren.

Die Ö-Tour ist Auslage für die Profis und heuer sind die Blicke auf die heimischen Asse geschärft. Die WM in Innsbruck beschert nicht nur Heimvorteil, sondern auch sechs Startplätze. Die Fahrer werden von Nationaltrainer Franz Hartl und Generalsekretär Rudolf Massak wohl Ende August nominiert. Potenzial, gut bis zum WM-Finale nach gut 250 Kilometern in der Höttinger Höll (28 Prozent Steigung) zu kommen, haben Patrick Konrad (7. Platz Giro d’Italia) und Kollege Felix Großschartner (Bora) sowie Georg Preidler (FDJ). „Wenn Patrick Konrad die Form des Giros hat, kann er im Finale dabei sein. Da liegt es nahe, ihm seine Helfer zur Seite zu stellen“, sagt Hartl und so verbessern sich die Chancen von Gregor Mühlberger und dem Staatsmeister Lukas Pöstlberger. Der Kampf ist entbrannt, denn neben Pernsteiner, Tour-Fahrer Michael Gogl (Trek) oder Stefan Denifl (Aqua) sind noch weitere Fahrer heiß.

Ein Luxusproblem? „Manche Probleme lösen sich von selbst“, sagt Hartl. So könnte es den WM-erfahrenen Tiroler Denifl treffen, ihm fehlt heuer ein starker Platz. Im Vorjahr gewann er die Ö-Tour, heuer musste er nach einem kapitalen Sturz absagen. „Die Ö-Tour recht und schön, aber mit einem Rennen der World Tour ist sie nicht vergleichbar. Hier sind drei bis vier Fahrer aus den Top 100 der Welt. Aber man kann nie ausschließen, dass ein Pro-Conti-Fahrer dabei sein wird“, sagt Hartl. Das wäre etwa Riccardo Zoidl (Felbermayr) – dem gelang die erhoffte Sensation bei der Ö-Tour aber nicht.

Im WM-Zeitfahren werden Preidler und Matthias Brändle (Trek) antreten. Letzterer wird in der zweiten Augustwoche bei den kontinentalen Meisterschaften in Glasgow gegen die Uhr dabei sein. Das Straßenrennen bestreitet neben Pernsteiner und Matthias Krizek auch der Steirer Stephan Rabitsch.

Bitte melden Sie sich an, um den Artikel in voller Länge zu drucken.

Bitte geben Sie Ihren
Gutscheincode ein.

Der eingegebene Gutscheincode
ist nicht gültig.
Bitte versuchen Sie es erneut.
Entdecken Sie die NEUE in Top Qualität und
testen Sie jetzt 30 Tage kostenlos.