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Kroatische Bundesliga

Warum Kroatien verdient im Finale steht und die Fußball-Weltmächte umdenken müssen.

Und wenn Kroatien am Sonntag Weltmeister wird? Das kleine Vier-Millionen-Land vom Balkan? Dann würde das klägliche Scheitern der Weltmächte des Fußballs endgültig mit einem Erdrutsch enden. Und es stellt sich die Frage, ob die dominierenden Champions und Finalisten des letzten halben Jahrhunderts und der zwanzig Turniere aus diesem Abgrund jemals wieder hochkommen. Lionel Messi, Cristiano Ronaldo, Andres Iniesta sind Vergangenheit. Neymar ist nur noch Schauspieler. Kylian Mbappe (19) gehört die Zukunft.

Es gibt keine Gewissheit mehr. Belgien und Kroatien haben sie mit Chuzpe brutal zerstört. „Russia2018“ hat eine Zeitenwende eingeleitet. Herkömmliche, eingefahrene Systeme haben sich überholt. Es zählt neben einer hundertzwanzigprozentigen Fitness nur noch pfiffige Flexibilität, spontanes Reagieren, hingebungsvolle Leidenschaft und hochprofessionelles Coaching. Selbst die Mexikaner haben mit einfacher Schläue die eingefahrene Laptop-Strategie der Deutschen überrumpelt.

Frankreich, zwanzig Jahre nach dem Triumph, trägt die Hoffnung, eine gewisse Hierarchie doch noch zu bewahren. England hat die Wiederbelebung alter Traditionen mit totaler Verjüngung nach 52 Jahren zumindest angedeutet. Spanien sei der Bruch mit dem Establishment zur Nachahmung dringend empfohlen.

Der Erfolg Kroatiens, nach dreimaliger Verlängerung mit zwei Elfmeterschießen im Finale, ist eigentlich gar nicht so erstaunlich. Nach dem Kindergarten in Zagreb sind die Talente in der Premier League und in der Bundesliga erwachsen geworden, haben es wie der geniale, schmächtige Luka Modric (32) bis in den Königspalast Bernabeu gebracht oder wie Ivan Rakitic ins Nou Camp des FC Barcelona.

Kein Kroate (mit zwei Ausnahmen in der Reserve) kickt noch auf dem Balkan. Allein acht Nationalspieler wurden von der Bundesliga geprägt: Perisic (Dortmund/Wolfsburg), Rakitic, Pjaca (beide Schalke), Mandzukic (Wolfsburg/Bayern), Rebic (Frankfurt), Kramaric (Hoffenheim), Vida, Jedvaj (beide Leverkusen). Doch so viel kroatische Bundesliga im Endspiel kann kein Trost für deutsches Versagen sein.

Kroatien war schon einmal Dritter, vor zwanzig Jahren nach einem 3:0 im Viertelfinale gegen das Deutschland des Berti Vogts. Das ist Geschichte. „Vergesst 1998, jetzt ist 2018!“ So die Zeitung „Jutarnji list“. Bewahrheitet sich die 13 als Glückszahl? Kroatien ist der 13. WM-Finalist.

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