Sport

“Ich entschuldige mich für die Saison”

09.07.2020 • 16:56 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Christian Jauk
Christian Jauk APA/ERWIN SCHERIAU

Sturm Graz hat verkündet, “dass kein Stein auf dem anderen bleibt.”

Als “Lehrstunde” bezeichnete Sturm-Präsident Christian Jauk die abgelaufene Saison. “Ich habe in meiner Ära als Präsident noch nie so viel Geld investiert. Und noch nie waren wir so schlecht platziert”, sagt Jauk bei der Präsentation der Ergebnisse der Perspektivenklausur. Jauk geht sogar so weit, sich bei den Fans für die vergangenen Monate zu entschuldigen. “Ich bin nicht unfroh, dass es nicht für Europa gereicht hat.” Das würde zeitlichen Stress bringen und gleichzeitig eine vernünftige Vorbereitung unmöglich machen.

“Jetzt”, sagte Jauk “ist der Beginn des Veränderungsprozesses.” Das würde nicht von einem Tag auf den anderen gehen. “Wir arbeiten heute nicht für morgen, sondern für übermorgen.” Jedenfalls: Kein Stein würde auf dem anderen bleiben. Mut, Verjüngung und Sympathie waren Schlagworte die Jauk nannte. “Wir müssen die Erwartungshaltung reduzieren, ich bitte die Fans den Weg mitzugehen.”

Entwicklung als Schlüsselwort

Ähnlich formuliert es Geschäftsführer Sport Andreas Schicker: “Wir dürfen uns im nächsten Jahr nicht von der Tabelle blenden lassen”, sagt er. Entwicklung wäre das Schlüsselwort – Entwicklung von Spielern und der Mannschaft. “Das braucht Zeit.”

Langfristiges Denken wäre gefragt, Kontinuität und Durchgängigkeit. “Es wird eine einheitliche Spielidee geben”, sagt Schicker. “Wir werden den Fußball in Graz nicht neu erfinden.” Wesentlich wäre: Umschaltfußball, wie auch heuer gesehen, aber mit mehr und mutigeren Lösungen im Offensivspiel. “Da geht es vor allem um Räume, die bespielt werden”, sagt Schicker. Verfeinert wird die Idee vom neuen Trainer. Schicker: “Ich befinde mich in Gesprächen, die sehr gut laufen. Ich werde mir bei dieser Entscheidung Zeit lassen, weil es eine sehr wichtige Entscheidung ist.”

Kooperation mit Kapfenberg

Fixiert ist auch eine Kooperation mit Zweitligist Kapfenberg – und zwar in beide Richtungen. Kapfenberger Talente, die noch nicht für die Zweite Liga taugen, sollen die Chance erhalten, in Graz in der Regionalliga zu spielen. Grazer Talente, die am Sprung in die Bundesliga sind, sollen in der Zweiten Liga bei den Falken wichtige Erfahrungen sammeln.