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US-Präsident ortet „politische Organisation“

28.08.2020 • 13:12 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Donald Trump
Donald Trump AFP

Mit Boykott haben US-Sportler Zeichen gegen Polizeigewalt gesetzt.

Wenige Tage nach Polizeischüssen auf den 29-jährigen Afroamerikaner Jacob Blake stellten sich Basketballer, Baseballer, Fußball-, Tennis- und Footballspieler demonstrativ gegen Polizeigewalt und Rassismus. Präsident Donald Trump attackierte daraufhin am Donnerstag die Basketball-Liga NBA und bezeichnete sie als „politische Organisation“.

Die Polizeischüsse auf Blake haben drei Monate nach dem Tod des Afroamerikaners George Floyd bei einem brutalen Polizeieinsatz in Minneapolis die Empörung über Polizeigewalt gegen Afroamerikaner erneut angeheizt. Nun setzten zahlreiche Sportler ein Signal.

Trump, der sich bisher nicht direkt zu den Schüssen auf Blake geäußert hat, warf der NBA vor, inzwischen „wie eine politische Organisation“ aufzutreten. „Und das ist keine gute Sache.“ Auch sein Schwiegersohn Jared Kushner kritisierte die Basketballliga: Die Spieler hätten das Glück, reich genug zu sein, um sich für die Proteste einen Abend freinehmen zu können.

Indes beruhigte sich die Lage in Kenosha, wo Blake niedergeschossen worden war. Nachdem es bei Protesten in der Stadt im Bundesstaat Wisconsin an mehreren Abenden in Folge zu Ausschreitungen gekommen war, blieben die Demonstrationen in der Nacht auf Donnerstag friedlich. Hunderte Demonstranten gingen trotz einer Ausgangssperre auf die Straße. „Alle erwarten, dass wir voller Wut rausgehen und durchdrehen“, sagte ein afroamerikanischer Demonstrant. „Aber wir protestieren friedlich.“

Sheriff David Beth sagte, die Lage habe sich „radikal verändert“. Die Menschen hätten friedlich demonstriert. Am Rande der Proteste waren am Dienstagabend zwei Menschen erschossen worden, als Tatverdächtiger wurde ein 17-Jähriger festgenommen und des Mordes beschuldigt. Er hatte sich offenbar zu einer Gruppe von Bewaffneten gesellt, die die Stadt vor Demonstranten „schützen“ wollten.

Die Basketball-Liga NBA verschob nach einem Spiel-Boykott der Milwaukee Bucks aus Wisconsin alle für Mittwoch geplanten Partien. Auch für Donnerstag angesetzte Spiele wurden abgesagt. Am Freitag soll der Spielbetrieb Medienberichten zufolge aber wieder aufgenommen werden.

US-Tennisstar Naomi Osaka erklärte zwischenzeitlich, sie verzichte aus Protest auf ihre Teilnahme am Halbfinale bei den Western & Southern Open. Die Veranstalter sagten daraufhin alle Spiele am Donnerstag ab. Die Spiele sollen nun aber am Freitag ausgetragen werden. Auch Osaka selbst erklärte, dann ihr Halbfinale bestreiten zu wollen.

In der Protestbewegung Black Lives Matter (Das Leben von Schwarzen zählt) spielen afroamerikanische Sportstars wie der Basketballer LeBron James eine wichtige Rolle. Sie nutzen ihre Prominenz, um Rassismus in der US-Gesellschaft anzuprangern.