Sport

Finalist schlittert in Blamage

30.08.2020 • 11:30 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Brandon Baiye war einer der wenigen Lichtblicke. <span class="copyright">Frederick Sams</span>
Brandon Baiye war einer der wenigen Lichtblicke. Frederick Sams

Austria Lustenau scheidet bereits in der ersten Runde des Cups Regionalligist Stripfing aus.

Zwei Wochen vor dem Saisonstart der 2. Liga sind die Sorgen bei Austria Lusten­au groß. Denn als Finalist der Vorsaison in der ersten Runde in einem Heimspiel gegen einen Regionalligisten rauszufliegen, ist eine üble Blamage. Sein Debüt auf der Trainerbank von Austria Lustenau hätte sich Alexander Kiene auch anders vorgestellt. „Es ist eine ärgerliche Niederlage. Denn wir waren in der ersten Hälfte und zu Beginn der zweiten Halbzeit sehr dominant, aber wir hatten im Sturmzentrum zu wenig Durchschlagkraft“, sprach der Deutsche das zentrale Problem des Spiels an. Die Lustenauer sind nach den Abgängen von Ronivaldo, Patrik Eler und Lukas Katnik ohne Stürmer in die Saison gestartet. Dieses Manko war während des gesamten Cupspiels spürbar und verbesserte sich erst, als Innenverteidiger Matthias Maak eingewechselt und von Kiene in die Spitze beordert wurde. Diese Verzweiflungsaktion in der 71. Minute kam allerdings zu spät, Stripfing führte zu diesem Zeitpunkt bereits mit 2:0. Nach einem Freistoß von Tiefenbach bugsierte der Neuzugang aus Altach den Ball aus kurzer Distanz über die Linie (81.), allerdings fehlte auch in den Schlussminuten die Durchschlagskraft.

Lichtblick Baiye

Deshalb forderte Kiene zwei Stürmertransfers vor Start der 2. Liga. Einer könnte Adriano Bertaccini sein, der Belgier war gestern ebenso im Stadion wie Investor Ahmet Schaefer.
Neben der offensichtlichen Stürmerproblematik lieferte das Spiel gegen Stripfing weitere Erkenntnisse über die „neue“ Austria. Kiene forderte seine Elf immer wieder auf, flach und direkt zu spielen – dies gelang den Grün-Weißen zumindest bis zum gegnerischen Strafraum ganz gut. Zentrale Figur im Austria-Spiel war bis zum Gegentreffer Brandon Baiye. Der Belgier bringt alles mit, um sich in kurzer Zeit zu einem der besten Spieler der Liga zu entwickeln. Mit lediglich 19 Jahren gab Baiye die Kommandos und ließ sich zum Spielaufbau häufig zwischen die eigenen Innenverteidiger zurückfallen. Allerdings verstummte der Neuzugang nach der Stripfing-Führung – Michael Lageder hatte eine Flanke unglücklich ins eigene Tor verlängert (57.) – ebenso wie seine Teamkollegen.

Körperliche Defizite

Bereits in der Vorsaison fehlte der Austria-Elf die Mentalität, um auf Rückschläge adäquat zu reagieren. So lief die Kiene-Elf in ein billiges Konter-Gegentor durch den Ex-Austrianer Benjamin Sulimani (63.). Ein Klassenunterschied zwischen dem Zweitligisten und dem Regionalliga-Klub war nicht zu erkennen, mit der physischen Spielweise der Burgenländer taten sich Spieler wie Alexander Ranacher oder Daniel Tiefenbach schwer. Das muss innerhalb der kommenden zwei Wochen besser werden, um in der Liga ein anderes Gesicht zu zeigen. „Wir wissen, dass unser Kader noch nicht vollständig ist“, betonte Kiene den Handlungsbedarf, in der Hoffnung, dass einer verpatzten Generalprobe im Cup eine erfolgreiche Premiere in der Liga folgt.

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