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„Jetzt müssen wir liefern“

04.09.2020 • 21:31 Uhr / 5 Minuten Lesezeit
Bregenz-Trainer Markus Burger sieht in seinem jungen Team viel Potenzial. <span class="copyright">Gepa/Lerch</span>
Bregenz-Trainer Markus Burger sieht in seinem jungen Team viel Potenzial. Gepa/Lerch

Bregenz-Trainer Markus Burger zeigt sich vor dem Saisonauftakt optimistisch.

Wie optimistisch gehen Sie in das heutige Spiel gegen Graz?
Markus Burger: Wir dürfen die Grazer nicht unterschätzen. Im Defensivspiel werden sie aggressiv agieren. Eins steht aber fest: Wir legen den Fokus auf uns. Wenn wir es schaffen, das umzusetzen, was uns in den Trainingsspielen phasenweise gelungen ist und unsere Chancen konsequent nutzen, bin ich guter Dinge. Zudem freut es mich sehr, dass wir in der Handball-Arena starten können. Letztes Jahr haben wir unser erstes Saisonspiel in Schwaz bestritten.

Wie lief die Saisonvorbereitung bei Bregenz Handball?
Burger: Die Vorbereitung hat bereits im März begonnen, also gleich nachdem der Trainings- und Spielbetrieb aufgrund von Corona stillgelegt wurde. Wir sind ins Freie ausgewichen und haben teils in Gruppen trainiert. Nach einem kurzen Urlaub ging es für die Jungs dann wieder ins Training. Wir haben uns bemüht, die Belastung langsam und kontinuierlich zu steigern, und können von Glück sprechen, dass im Großen und Ganzen alle fit sind.

Wie ist die aktuelle Stimmungslage in der Mannschaft?
Burger: Im Moment freuen sich einfach alle, dass es endlich wieder losgeht. Es war mit Sicherheit die längste Vorbereitung, die wir bisher erlebt haben.

Ihr Kader setzt sich aus vielen jungen Spielern zusammen. Wie wirkt sich das auf das Teamgefüge aus?
Burger: Die Mannschaft musste sich neu aufstellen, da es Positionen gibt, die neu auszufüllen sind. Das Team hat aber, so wie es jetzt ist, riesige Chancen. Die Spieler kennt man in der Liga noch nicht, weshalb die Gegner vor Überraschungen stehen. Es gilt das Motto „Vollgas“, denn wir haben nichts zu verlieren. Erfolgserlebnisse im Spiel sind motivierend, aber für eine gute Entwicklung gehören auch Fehler dazu. Wir werden versuchen, diese so gering wie möglich zu halten.

Als Trainer beim HC Hard hatten Sie eine talentierte junge Mannschaft. Gleich sechs Spieler zwischen 16 und 20 Jahren schafften es in den HLA-Kader und vier davon ins Nationalteam. Sehen Sie das Potenzial auch in Ihrem jetzigen Team?
Burger: Ja, klar. Jeder Spieler, der konsequent an sich arbeitet und an sich glaubt, hat die Chance dort zu spielen, wo er sich weiterentwickelt. Der Zeitfaktor, die Erfahrung und die Geduld spielen eine wesentliche Rolle.

Was hat sich grundsätzlich nach der langen Spielpause verändert?
Burger: Nach der langen Pause müssen wir erstmal wieder in das Handballgeschehen hineinfinden. Ich glaube, das wird für alle Teams der Liga schwer sein. Kein Team weiß genau, wo es steht und wie es im Wettkampf funktioniert. Viele Vereine haben Spielerwechsel oder Abgänge hinter sich. Nur wenige Mannschaften, wie beispielsweise die Fivers, sind vom Teamgefüge her unverändert geblieben. Zudem ist die Hallensituation anders als zuvor – die Leute sitzen nicht nah beieinander und es gibt verschärfte Maßnahmen. Ich hoffe sehr, dass gute Stimmung aufkommt.

Wie Sie bereits erwähnt haben: Nach den angeordneten Covid-Maßnahmen dürfen nur 500 Zuseher mit Maskenpflicht und Einhaltung des Mindestabstandes in die Halle kommen. Wird sich das auf das Spiel Ihrer Mannschaft auswirken?
Burger: Es gibt so viele Faktoren, die Handball ausmachen. Die Zuschauer sind ein großer Teil davon. Unsere Aufgabe ist es, das Publikum zu begeistern. Und zwar mit der Art und Weise wie wir spielen und uns präsentieren. Wie wir verteidigen, angreifen und kämpfen. Es wird kein leichter Start. Das Selbstvertrauen und jede erfolgreiche Aktion, auf der sich die Jungs aufbauen können, sind daher wichtig. Wir werden alles geben!

Wie lautet Ihr Saisonziel?
Burger: Momentan ist für mich das Wichtigste, dass alle Spieler gesund und verletzungsfrei bleiben. Nur dann können wir unsere Leistung abrufen. Es darf keine Befindlichkeiten und Situationen mehr geben, die uns daran hindern. Jetzt müssen und wollen wir liefern.

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