Sport

Trotz Überzahl keine Chance

19.09.2020 • 22:35 Uhr / 5 Minuten Lesezeit
Dominik Szoboszlai sorgte mit seinem Foulelfmeter für die erste gute Nachricht aus Sicht der Salzburger. <span class="copyright">apa</span>
Dominik Szoboszlai sorgte mit seinem Foulelfmeter für die erste gute Nachricht aus Sicht der Salzburger. apa

In einer ereignisreichen Partie unterlag Altach bei Salzburg klar mit 1:4.

Der Altacher Daniel Nussbaumer ist nach einem weiten Ball alleine auf dem Weg auf das gegnerische Tor. Verteidiger André Ramalho hält ihn allerdings regelwidrig zurück, und der Schiedsrichter zückt folgerichtig bereits in der 6. Minute die Rote Karte. Dies hätte der perfekte Prolog für eine neuerliche Überraschung der Rheindörfler gegen Ligakrösus Salzburg sein können. Anfang März fügten die Vorarlberger den „Bullen“ ihre letzte Niederlage zu. Doch die Gäste konnten die Überzahl nicht ausnutzen, zeigten sich in vielen Szenen gedanklich zu langsam und waren spielerisch nicht im Ansatz auf der Höhe des Titelverteidigers.

André Ramalho musste bereits in der sechsten Minute aufgrund einer Notbremse das Feld verlassen. <span class="copyright">GEPA</span>
André Ramalho musste bereits in der sechsten Minute aufgrund einer Notbremse das Feld verlassen. GEPA

Führung aus dem Nichts

Gäste-Trainer Alex Pastoor stellte taktisch etwas um, und die Abwehrreihe formierte sich bei gegnerischem Ballbesitz in einer Fünferkette. Davon unbeeindruckt zeigte sich der Salzburger Patson Daka, der bei seinem ersten Abschluss in Minute sechs aber nicht genug Kraft auf den Ball ausüben konnte. Doch im direkten Gegenzug folgte der große Schock für die „Bullen“ mit dem Ausschluss für Ramalho. Zwar blieben die Hausherren etwas überlegen, die Anfangs­euphorie wurde allerdings eingebremst. Und Pech kam auch noch hinzu, als Masaya Okugawa nach rund einer Viertelstunde den Außenpfosten streifte. Wenn sich die Altacher in der Hintermannschaft formierten, fand das Team von Trainer Jesse Marsch noch keine Lücken vor.
Und der zweite Schock folgte für den Favoriten nach etwas mehr als einer halben Stunde. Anderson eroberte den Ball und zog am rechten Flügel einen Sprint an. Seine Flanke von der Grundlinie fand den Kopf vom perfekt eingelaufenen Johannes Tartarotti zur Führung aus dem Nichts. Damit wurde dem Prolog ein weiteres passendes Kapitel hinzugefügt.

Johannes Tartarotti (l.) gehörte noch zu den besten Altachern. Nicht nur dank seinem Treffer. <span class="copyright">GEPA</span>
Johannes Tartarotti (l.) gehörte noch zu den besten Altachern. Nicht nur dank seinem Treffer. GEPA

Doppelschlag

Doch die Rheindörfler sorgten selbst dafür, dass die Geschichte keine Fortsetzung fand. Nur Augenblicke nach der Führung rutschte Jan Zwischenbrugger die Kugel unter der Sohle durch. Nach diesem Blackout wusste sich der Innenverteidiger nur mehr mit einem Foulspiel zu helfen, und der Unparteiische zeigte auf den Punkt. Dominik Szoboszlai ließ Torhüter Tino Casali – Martin Kobras musste mit muskulären Problemen passen – in Minute 36 aus elf Metern keine Abwehrchance.
Und der zweite Treffer folgte nur fünf Zeigerumdrehungen später. Dabei ließ die komplette Altacher Hintermannschaft Sekou Koita durchspazieren, und Daka musste aus einem Meter nur mehr ins leere Tor einschieben. Kurz vor dem Gang in die Katakomben vergab zudem Nussbaumer die Gelegenheit auf den Ausgleich.

Schwieriges Bundesligadebüt für Chinedu Obasi. Der Nigerianer blieb unauffällig. <span class="copyright">GEPA</span>
Schwieriges Bundesligadebüt für Chinedu Obasi. Der Nigerianer blieb unauffällig. GEPA

Anpfiff verschlafen

Den Wiederanpfiff verschliefen die Altacher und insbesondere Zwischenbrugger komplett. Statt zu klären wurde dem 30-Jährigen der Ball von Daka abgeluchst, und dieses Mal staubte Koita erfolgreich ab. Damit waren der Glaube und der Wille der Gäste auf eine mögliche Überraschung endgültig gebrochen.
Auch die Salzburger nahmen nun etwas das Tempo vom Gas, ohne allerdings das Heft aus der Hand zu geben. Die Hausherren blieben spielbestimmend und gefährlicher. Daran nützte auch die Umstellung von Pastoor mit der Hereinnahme von Philipp Netzer und Marco Meilinger nichts mehr. In Minute 63 sorgte Rasmus Kristensen mit dem 4:1 zu einem frühen Zeitpunkt für den Endstand. Auch bei diesem Treffer wurde deutlich, dass die „Bullen“ oftmals gedankenschneller waren als die Vorarlberger. Die Niederlage hätte auch noch höher ausfallen können. Doch Mwepu (78.) traf das leere Tor nicht, und Karim Adeyemi (91.) scheiterte an Casali. Auf der Gegenseite hätten die eingewechselten Daniel Maderner (93.) oder Mario Stefel (95.) für etwas Ergebniskosmetik sorgen können.