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Tom Brady führt Tampa Bay zum 31:9-Sieg

08.02.2021 • 10:36 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Tom Brady
Tom Brady AP

Tampa Bay gewann mit 31:9 über Kansas City den 55. Super Bowl.

„Setze niemals gegen Tom Brady!“ Diesen Satz hörte man im Vorfeld des 55. Super Bowls zwischen den Tampa Bay Buccaneers und den Kansas City Chiefs oft. Zwar ging der Titelverteidiger als Favorit ins Rennen, doch das Team aus Florida sollte den Heimvorteil im Raymond-James-Stadium voll nutzen. So holten sich die Buccaneers nach 2003 die zweite Vince-Lombardi-Trophy – und das mit einem beeindruckenden 31:9-Sieg.

Dabei stellte Brady mit seinen 43 Jahren einmal mehr unter Beweis, dass er in K.o.-Spielen in einer eigenen Liga spielt. Der Star-Quarterback gewann nach sechs Titeln mit den New England Patriots seinen siebenten mit den Bucs. Um es einordnen zu können: Brady hat damit mehr Super Bowls gewonnen als die Patriots und die Pittsburgh Steelers, die mit jeweils sechs Erfolgen das Ranking in der NFL anführen. Im direkten Duell mit dem 25-jährigen Chiefs-Spielmacher Patrick Mahomes (kein Touchdowns, zwei Interceptions) gab Brady (drei Touchdowns, keine Interception) ganz klar den Ton an. Der Altstar wurde auch zum wertvollsten Spieler des Endspiels gewählt. „Ich bedanke mich bei jedem Spieler in diesem Team. Diesen Titel kann euch keiner mehr nehmen“, sagte Brady überglücklich.

Zu Beginn der Partie hatten beide Mannschaften Probleme, die Offense in Szene zu setzen. Erst im vierten Angriffsversuch gab es die ersten Punkte. Harrison Butker versenkte ein 49-Yard-Field-Goal zur 3:0-Führung der Chiefs. Postwendend gelang der Konter der Bucs. Brady bediente mit einem 8-Yard-Pass Rob Gronkowski, der in dieser Saison aus der Football-Pension zurückkehrte, zum Touchdown. Es war der 13. Touchdown dieses Gespanns im Play-off, was NFL-Rekord ist. Außerdem war dies der erste Touchdown-Pass Bradys in einer Super Bowl – im zehnten Anlauf. Ryan Succop brachte die Hausherren per Extrapunkt mit 7:3 in Front.

Wer glaubte, dass Kansas City gleich nach der Halftime Show von „The Weeknd“ durch ein weiteres Field Goal von Butker zum 9:21 Aufwind bekommen sollte, irrte sich. Der starke Running Back der Buccaneers, Leonard Fournette, lief 27 Yards in die Endzone. Succop legte einen Extrapunkt und wenig später – nach einer Interception von Mahomes, die Antoine Winfield abfing – ein Field Goal (52 Yards) zur 31:9-Führung der Bucs nach. Es sollte der Endstand einer einseitigen Partie, in der die Buccaneers in Offense, Defense und Special Teams die Nase vorne hatten.

Damit bleibt Brady einmal mehr das Kryptonit für Mahomes und Chiefs-Trainer Andy Reid. Beide zogen 2019 im AFC Championship Game gegen die Patriots mit Brady den Kürzeren und gewannen die Super Bowl im Vorjahr, ohne Brady im Play-off zu besiegen. Reid musste sich 2005 als Headcoach der Philadelphia Eagles Brady und den Patriots im Super Bowl geschlagen geben. Dafür durfte Tampa-Bay-Trainer Bruce Arians über seinen ersten Triumph als Headcoach jubeln. Als Mastermind darf aber Defensive Coordinator Todd Bowles bezeichnet werden. Der ehemalige Trainer der New York Jets entwickelte den perfekten Game Plan, um die so starke Offense der Chiefs völlig zu entschärfen. Erstmals in seiner NFL-Karriere, genauer gesagt in seinem 54. Spiel, musste Mahomes eine Niederlage einstecken mit mehr als acht Punkten Differenz. Dass Brady schon angekündigt hat, auch mit 45 Jahren noch spielen zu wollen, sollte für die Tippspieler im nächsten Jahr eine Lehre sein: „Setze nie gegen Tom Brady!“