Sport

Voller Fokus auf die Defensive

17.04.2021 • 22:43 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Kennedy Boateng (l.) und Daniel Maderner waren in den Schlussminuten Teil einer strittigen Aktion Es gab zunächst einen Elfmeterpfiff. <span class="copyright">apa</span>
Kennedy Boateng (l.) und Daniel Maderner waren in den Schlussminuten Teil einer strittigen Aktion Es gab zunächst einen Elfmeterpfiff. apa

Altach und Ried positionierten sich tief, was in einer Nullnummer endete.

Diese Partie hatte sich keinen Sieger und auch nicht wirklich einen Treffer verdient. Auswärts bei den Riedern fokussierte sich Altach-Trainer Damir Canadi auf die eigene Verteidigung und versuchte, im Umschaltspiel Chancen zu kreieren. Diese Taktik kopierten die Innviertler dann im zweiten Durchgang, wodurch sich die Begegnung auf einem spielerisch äußerst niedrigen Niveau einpendelte. Denn beide Mannschaften offenbarten im Ballbesitz fehlende Kreativität und Ideen, um jeweils einer tiefstehenden Abwehr Probleme zu bereiten. Dieses Mal gab es auch keinen Lucky Punch, obwohl dieser in der 81. Minute noch möglich gewesen wäre.

Chinedu Obasi musste schon in den Anfangsminuten vom Feld getragen werden. Für ihn wird die Saison aller Wahrscheinlichkeit nach zu Ende sein. <span class="copyright">gepa</span>
Chinedu Obasi musste schon in den Anfangsminuten vom Feld getragen werden. Für ihn wird die Saison aller Wahrscheinlichkeit nach zu Ende sein. gepa

Schreckmoment bei Obasi

Dabei machte der Beginn der Rheindörfler Hoffnung auf mehr. Zunächst brachte Chinedu Obasi in der 4. Minuten nicht genügend Druck auf seinen Kopfball und Torhüter Samuel Sahin-Radlinger somit seine Hände noch in die Höhe. Dann fehlte Manfred Fischer bei seiner Volleyabnahme (9.) die Präzision.
Dabei hatte sich Canadi mit einer Fünferabwehrkette wieder für eine defensivere Taktik entschieden. Emir Karic übernahm dabei überraschend den Part als Rechtsverteidiger, und Neven Subotic musste noch durch David Bumberger ersetzt werden. Für den ersten Schreckmoment sorgte dann Obasi, der sich nach einer Landung und ohne Fremdeinwirkung mit schmerzverzerrtem Gesicht sofort an die Wade griff. Eine erste Untersuchung ergab beim 34-jährigen Nigerianer den Verdacht auf einen Teilabriss der Achillessehne.
Dieser Moment markierte auch einen Bruch im Spiel. Zwar hatten sich die Rheindörfler von Beginn weg auf ihre Defensive konzentriert und den Ballbesitz den Hausherren überlassen, die Gegenstöße aus den Anfangsminuten blieben nun allerdings aus. Erst in der 35. Minute fand Bumberger die nächste Kopfballgelegenheit vor. Doch erneut parierte Sahin-Radlinger, wie auch drei Zeigerumdrehungen darauf, als Daniel Maderner eine scharfe Hereingabe von Fischer mit der Hüfte in Richtung Tor ablenkte. Die Gäste hätten sich zu diesem Zeitpunkt die Führung verdient. Von der Offensive der Innviertler war hingegen nichts zu sehen, da zu jeder Zeit zumindest vier Altacher absicherten.

Manfred Fischer (l.) gehörte einmal mehr zu den auffälligeren Altachern, blieb dieses Mal aber glücklos. <span class="copyright">APA</span>
Manfred Fischer (l.) gehörte einmal mehr zu den auffälligeren Altachern, blieb dieses Mal aber glücklos. APA

Elfmeterpfiff

Diesen Spieß wollten die Innviertler nun umdrehen. Bei gegnerischem Ballbesitz agierte nun das Team von Andreas Heraf in einer Fünferabwehrkette und überließ das Spielgerät vermehrt den Gästen. Seine Mannen verzichteten auf Pressing und erwarteten die Gegner erst in der eigenen Hälfte. Ebenso hatten es die Altacher zuvor probiert. Mit der Umstellung und dem Ballbesitz hatten die Gäste nun sichtliche Probleme, da ebenfalls die Ideen im Offensivspiel fehlten.
Der erste Versuch gehörte den Hausherren, doch den Abschluss von Matthias Gragger (71.) ließ Martin Kobras vorbeistreichen. Dem Schuss von Marcel Canadi (77.), dem Sohn des Altach-Trainers, konnte Kobras zudem nur hinterhersehen.
Und in der 81. Minute hätte Schiedsrichter Walter Altmann mit einem Elfmeterpfiff für die Altacher fast für die Entscheidung gesorgt. Doch der Unparteiische wurde von seinem Assistenten auf seine krasse Fehleinschätzung aufmerksam gemacht, und die Entscheidung wurde richtigerweise zurückgenommen. Abwehrmann Kennedy Boateng hatte klar den Ball vor Maderner geklärt. Es wäre ein unrühmliches Ende einer schwachen Bundesliga­partie geworden, die sich eben keinen Sieger verdient hatte.

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