Sport

Altach gelingt die Befreiung

08.05.2021 • 22:42 Uhr / 5 Minuten Lesezeit
Daniel Maderner (M.) enteilt gleich zwei Austria-Verteidigern. <span class="copyright">gepa/lerch</span>
Daniel Maderner (M.) enteilt gleich zwei Austria-Verteidigern. gepa/lerch

Rheindörflern gelingen mit 2:1-Sieg über Austria Wien wichtige Punkte.

Vielleicht lag es daran, dass die Austrianer gestern das Fehlen ihres Trainers Peter Stöger und die Lizenzprobleme zuletzt doch nicht ganz aus ihren Köpfen verbannen konnten. Viel eher lag es aber einfach daran, dass die Altacher gestern den Abstiegskampf voll annahmen. Die Mentalität, die Aggressivität, der Wille, defensive Stabilität und offensive Effektivität, all dies stimmte bei den Rheindörflern, zumindest im ersten Durchgang. Mit dem 2:1-Heimerfolg über Austria Wien gelang der ersehnte Schritt Richtung Klassenerhalt. Denn bei noch drei ausständigen Partien beträgt der Vorsprung auf Schlusslicht St. Pölten nun sechs Punkte, da die Nieder­österreicher in ihrer Begegnung der Admira mit 0:2 unterlegen waren.

Manfred Fischer (l.) geht voll in den Zweikampf gegen Manprit Sarkaria. Beide Akteure traten auch als Torschützen in Erscheinung.<span class="copyright"> gepa/lerch</span>
Manfred Fischer (l.) geht voll in den Zweikampf gegen Manprit Sarkaria. Beide Akteure traten auch als Torschützen in Erscheinung. gepa/lerch

Effektivität

Altach-Trainer Damir Canadi setzte auf sein bewährtes System, brachte mit Neven Subotic zudem wieder Routine in die Abwehrzentrale. Die offensiven Mittelfeldspieler Manfred Fischer und Marco Meilinger genossen viele Freiheiten, wechselten mal die Seiten oder rückten vermehrt ins Zentrum, und die Außenverteidiger Manuel Thurnwald und Nosa Edokpolor nutzten die Räume für einige Vorstöße.
Und gleich die erste Möglichkeit folgte diesem Prinzip, als Thurnwald über rechts viel Platz vorfand. Seine Flanke in Minute 17 legte Daniel Maderner für Stefan Haudum ab, der volley die Führung erzielte. Nur zehn Zeigerumdrehungen darauf brachte der Stoßstürmer Maderner bei einem Kopfball nicht genügend Druck hinter den Ball.
In ihrer Defensive erwarteten die Rheindörfler ihre Gegner zumeist tief in der eigenen Hälfte. Die Violetten taten sich mit dem Ballbesitzfußball offenbar schwer. Ein Freistoß von Manprit Sarkaria in der Anfangsphase blieb lange Zeit die einzige Annäherung. Für einmal funktionierte dann das Kombinationsspiel der Gäste in der 36. Minute, doch Christoph Monschein verzog.
Die Hausherren waren da deutlich effektiver und erhöhten noch vor dem Pausenpfiff. Dieses Mal hatte Edokpolor über links viel Raum vor sich. Seine Hereingabe legte Thurnwald zurück, und Fischer knallte die Kugel unter die Latte.

Offensivdrang offenbarte Manuel Thurnwald (l.) gestern. Den zweiten Treffer bereitete der Rechtsverteidiger vor. <span class="copyright">GEPA/Lerch</span>
Offensivdrang offenbarte Manuel Thurnwald (l.) gestern. Den zweiten Treffer bereitete der Rechtsverteidiger vor. GEPA/Lerch

Mut für Offensive fehlt

Ihren starken Auftritt aus dem ersten Durchgang konnten die Altacher im zweiten Abschnitt nicht ganz bestätigen. Eine gewisse Passivität machte sich breit. Nun ließ man den Wienern noch mehr Raum, zog sich weiter zurück. Das Aufbauspiel des Kontrahenten wurde zumeist erst rund zehn Meter in der eigenen Hälfte gestört. Torhüter Martin Kobras rettete seine Vorderleute bei einem Monschein-Kopfball in der 52. Minute erstmals.
Ein Abschluss von Fischer sieben Zeigerumdrehungen später blieb lange Zeit die einzige offensive Antwort der Hausherren. Dabei waren die Freiräume für Kontergelegenheiten vorhanden, die notwendige Entschlossenheit in die Offensive zu gehen, ging nun aber etwas ab. Vor allem Maderner fiel dabei in der Mitte der zweiten Hälfte positiv auf. Der Stürmer rieb sich in zahlreichen Zweikämpfen auf und machte Bälle fest. An der notwendigen Gegenwehr der Altacher mangelte es also nicht.
Für weitere Gelegenheiten sorgten allerdings nur die Gäste. Aus spitzem Winkel scheiterte Patrick Wimmer in der 69. Minute an Kobras. Und der Rückhalt stand auch im Weg, als Monschein kurz vor dem Ende eine 100-prozentige Chance vergab. Die Sprechchöre der wenigen Zuseher waren dem 34-jährigen Schlussmann sicher. Nur beim Ehrentreffer von Sarkaria (93.) konnte der Bregenzerwälder nichts ausrichten.
Es hätte sich also für die Altacher auch noch einmal in die andere Richtung entwickeln können. Doch mit ihrem Willen und dem nötigen Einsatz verdienten sie sich die drei Zähler und das Punktepolster im Abstiegskampf.

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