Sport

Im Westderby auf Tugenden setzen

21.08.2021 • 08:44 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Zuletzt mussten sich die Altacher zwei Mal in Folge geschlagen geben. Damals war allerdings noch nicht Damir Canadi an der Seitenlinie. <span class="copyright">APA</span>
Zuletzt mussten sich die Altacher zwei Mal in Folge geschlagen geben. Damals war allerdings noch nicht Damir Canadi an der Seitenlinie. APA

Der SCR Altach tritt heute (18.30 Uhr) auswärts bei WSG Tirol an.

Für Damir Canadi wird das heutige Westderby gegen die WSG Tirol eine Premiere mit sich bringen. Noch nie traf der Übungsleiter der Altacher in der Bundesliga auf die Tiroler. Im Juli 2014 gab es ein Aufeinandertreffen im ÖFB-Cup, damals mit dem besseren Ausgang für die Rheindörfler. Allerdings wurde dabei die Verlängerung benötigt und die WSG gehörte noch der Regionalliga an.
Schon damals hieß der Trainer bei den Tirolern Thomas Silberberger. Der 48-Jährige geht damit in seine neunte Saison und ist unter den aktuellen Übungsleitern der Bundesligateams der mit Abstand Dienstälteste. Auf den bisherigen Saisonstart kann Silberberger mit gemischten Gefühlen zurückblicken. Zwar sind seine Mannen noch ungeschlagen, allerdings fehlt nach vier Partien auch noch ein voller Erfolg. „Das Spiel gegen Altach ist für uns eine Schnittpartie. Wenn wir verlieren, wissen wir, dass wir einen extrem schweren Herbst vor uns haben. Wenn wir aber gewinnen und nächste Woche in Klagenfurt noch einen nachlegen, dann reden wir von einem Traumstart“, erklärte der WSG-Trainer daher.

Das einzige Duell unter Damir Canadi gegen die WSG. Das ÖFB-Cupspiel 2014. Mit dabei auch Louis Ngwat-Mahop <span class="copyright">gepa/archiv</span>
Das einzige Duell unter Damir Canadi gegen die WSG. Das ÖFB-Cupspiel 2014. Mit dabei auch Louis Ngwat-Mahop gepa/archiv

Gute Offensive

Von einer solchen „Schnittpartie“ wollte Canadi für seine Altacher zwar nichts wissen, vor dem Kontrahenten warnte er allerdings. Speziell die Sturmreihe hob er dabei heraus: „Sie haben eine gute Offensive mit einer guten Geschwindigkeit und Umschaltspiel. Da haben sie Qualität.“
Dabei ergaben sich gerade in diesem Mannschaftsteil einige Umstrukturierungen. Routinier Zlatko Dedic und Topscorer Nikolai Frederiksen verließen den Klub im Sommer, Tobias Anselm und Giacomo Vrioni bilden das neue Sturmpaar. Kelvin Yeboah verabschiedete sich zudem bereits im Winter zu Sturm Graz.

Canadi forderte unter anderem Leidenschaft von seinen Mannen. <span class="copyright">stiplovsek</span>
Canadi forderte unter anderem Leidenschaft von seinen Mannen. stiplovsek

Balance

Um selbst um den Sieg zu spielen, appelliert Canadi an seine Männer. „Auch wenn uns der Sieg gegen Rapid Wien gut getan hat, dürfen wir jetzt nicht auf unsere Tugenden vergessen“, führte der 51-jährige Wiener aus und sprach dabei Einstellung, Disziplin, Siegeswille, Leidenschaft sowie Einsatzbereitschaft an. Der Erfolg gegen die Hütteldorfer gab Selbstvertrauen, gerade auch die Art und Weise, wie er zustande kam
(Partie wurde in den letzten Spielminuten gedreht), dennoch versucht der Übungsleiter, seine Spieler auf dem Boden der Tatsachen zu behalten. „Es ist immer eine Balance. Nicht, dass einer abhebt und denkt, gegen Wattens muss er einen Schritt weniger machen oder er kann einen Zweikampf auslassen. Das wird das Thema sein“, veranschaulichte es Canadi, hegte aber auch die Hoffnung, dass, wenn dieser Erfolg bestätigt werden kann, eine gewisse Dynamik entstehen könnte.
Dabei könnten auch Standards eine Rolle spielen. Denn die Rheindörfler zeigten sich zuletzt selbst gefährlich bei Standards, unerfreulich war hingegen die Anfälligkeit bei gegnerischen Standards. So erzielten die Alt­acher vier ihrer fünf Treffer in der Bundesliga nach einem ruhenden Ball, auf der anderen Seite entstanden fünf der sechs Gegentore ebenfalls durch Standards (inklusive Einwürfe). Es könnte dies auch den Unterschied ausmachen, ob Canadi seine Bundesligapremiere gegen Tirol positiv bestreiten kann.

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