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„Die zwei Derbys sind jedes Jahr der Hammer“

14.09.2021 • 10:31 Uhr / 8 Minuten Lesezeit
In dieser Spielzeit wird Elisabeth Schneider (Mitte) mit BW Feldkirch erst im Jänner im Derby gegen SSV Dornbirn Schoren antreten. <span class="copyright">stiplovsek</span>
In dieser Spielzeit wird Elisabeth Schneider (Mitte) mit BW Feldkirch erst im Jänner im Derby gegen SSV Dornbirn Schoren antreten. stiplovsek

Schneider (BW Feldkirch) und Marksteiner (SSV Dornbirn) zum WHA- Start.

Die Vorbereitung ist endlich zu Ende, und die WHA hat wieder gestartet. Wie groß war die Vorfreude über den Saisonstart im Vorfeld?
Elisabeth Schneider (BW):
Die Vorbereitung ist anstrengend, mit viel Laufeinheiten. Erst seit ein paar Wochen machen wir etwas mit dem Handball. Jetzt will man zeigen, für was man in den vergangenen Wochen trainiert hat. Das Kribbeln ist groß.

Julia Marksteiner (SSV): Das kann ich bestätigen. Endlich wieder in der Halle stehen, endlich wieder an den Ball gewöhnen. Wir hatten auch viel Lauf- und Athletiktraining. Wir hatten zuletzt auch viele Trainingsspiele, die wichtig sind, um das Zusammenspiel wieder zu automatisieren. Aber jetzt sind wir froh, dass es losgegangen ist.

Welche Anpassungen wurden in der Vorbereitung vorgenommen? Zumindest die Trainer sind geblieben.
Schneider (BW):
Anpassungen gab es nicht wirklich viele. Dadurch, dass der Trainer der gleiche ist, bleiben wir bei unserem Konzept. Wir haben einen Perspektivkader gegründet. Diejenigen, die dort dabei sind, sind auch im Training der Damen und je nach Leistung auf der Bank. So werden sie nach und nach in die WHA hochgezogen.

Marksteiner (SSV): Ich hatte Emanuel Ditzer schon, als ich im U18 war. Da hatten wir eine ähnliche Vorbereitung. Er hat das Konzept, zuerst die Kraft und Ausdauer aufzubauen und erst danach ins Handballtraining einzusteigen. Er ist ein extremer Taktiker und legt enorm viel Wert auf die Abwehr. Bevor die Abwehr nicht passt, geht man nicht in den Angriff. Das finde ich gut, weil man mit der Abwehr die Spiele gewinnt.

Julia Marksteiner (Mitte) führt den SSV als Kapitänin aufs Parkett. <span class="copyright">stiplovsek</span>
Julia Marksteiner (Mitte) führt den SSV als Kapitänin aufs Parkett. stiplovsek

Wie sieht es aus Kadersicht bei BW Feldkirch aus?
Schneider (BW):
Wir haben eine sehr gute erste Aufstellung, danach wird es aber dünn, weil wir nicht viele Spielerinnen haben. Wir versuchen, es mit der U18 aufzufüllen, aber das ist nicht einfach, weil auch sie wenig Leute sind. Wir haben viele Abgänge zu kompensieren, die wir bis jetzt noch nicht so kompensieren konnten, wie wir wollten. Wir hoffen, dass sich das noch ändert.

Und wie sieht die Lage beim SSV Dornbirn Schoren aus?
Marksteiner (SSV):
Wir haben mit Sophia Ölz und Marie Huber (beide Kreuzbandriss, Anm.) zwei Verletzte. Bei Beatrix Kerestely schaut man, dass sie im Oktober voll einsteigen kann. Bei uns ist es wie bei Feldkirch, wir füllen den Kader mit jungen Spielerinnen auf. Wir haben aber ein riesiges U18. Je nach Leistung und Anwesenheit sieht man dann, wer auf der Bank sitzt.

In der vergangenen Spielzeit hat BW Feldkirch als Fünfter die Finalserie hauchdünn verpasst. Geht es nun einen Schritt nach oben?
Schneider (BW):
Es ist immer die Bestrebung, ganz vorne mitzuspielen. Dieses Jahr haben wir uns aber aufgrund des Kaders das Ziel gesetzt, dass wir von Spiel zu Spiel schauen. So haben wir letztes Jahr gestartet und waren damit am erfolgreichsten. Am Ende, als wir dann gesehen haben, dass wir vorne mitspielen könnten, haben wir uns unter extremen Druck gesetzt. Dann haben wir Punkte liegen gelassen, die man nicht liegen lassen darf, wenn man vorne mitspielen will. Es ist etwas nach hinten losgegangen. Dieses Jahr ist es dem Kader geschuldet, dass wir von Spiel zu Spiel schauen. Rein von der Qualität her würden wir oben mitspielen, aber die Breite macht uns einen Strich durch die Rechnung.

Beim SSV Dornbirn Schoren ging es lange gegen den Abstieg. Mit welchen Vorgaben startet man nun in diese Spielzeit?
Marksteiner (SSV):
Letztes Jahr hatten wir wirklich keine gute Saison. Durch viele Verletzungen und den Trainerwechsel war es schwierig, eine Konstanz hineinzubekommen. Das Ziel heuer ist, definitiv nicht gegen den Abstieg zu spielen, weil wir wissen, wie mental belastend es ist. Wir streben das Mittelfeld an, aber man kann es nie voraussagen, weil sich bei den Teams der WHA viel verändert hat.

Das erste Saisonderby zwischen BW Feldkirch und SSV Dornbirn Schoren geht am 15. Jänner übr die Bühne. <span class="copyright">stiplovsek</span>
Das erste Saisonderby zwischen BW Feldkirch und SSV Dornbirn Schoren geht am 15. Jänner übr die Bühne. stiplovsek

Was schätzt ihr an der Ländle-Konkurrenz und der Rivalität zwischen BW Feldkirch und dem SSV Dornbirn Schoren?
Schneider (BW):
Es ist natürlich eine Rivalität da. Das war schon immer so und wird auch immer so sein, solange Feldkirch und Dornbirn in der gleichen Liga spielen. Aber sobald das Spiel fertig ist, ist es wieder normal. Klar hat man den Ehrgeiz, und als Kapitänin will man die Mannschaft nach vorne bringen. Aber ich glaube, dass wir es nie übertreiben und man nie Angst haben muss, dass es unfair wird.

Marksteiner (SSV): Ich finde es wichtig, dass niemand von uns absteigt. Die zwei Derbys sind einfach jedes Jahr der Hammer. Es sind die beiden Spiele, auf die man sich am meisten freut. Klar ist jedes Spiel wichtig, aber das Derby sticht noch mal heraus. An der Mannschaft schätze ich, dass man sich auch nach dem Spiel versteht.

Euch beide verbindet einiges. Neben der Leidenschaft für Handball und der Kapitänsbinde tragt ihr auch beide die Nummer 23. Welche Bewandtnis hat für euch die Nummer?
Schneider (BW):
Es ist schon seit dem Handballspielen meine Glücksnummer. Ich habe am 23. August Geburtstag, und daher hat die Nummer eine Bedeutung für mich. Da glaubt man ein bisschen an seine Glückszahl.
Marksteiner (SSV): Bei mir war damals nichts anderes frei. Als ich in die WHA hochgezogen wurde, hat meine damalige WHA-Trainerin gemeint, ich soll diese Nummer nehmen, weil sie früher auch die 23 hatte.

Im letzten Saisonspiel im April kommt es zum neuerlichen Aufeinandertreffen der beiden Ländle-Teams. <span class="copyright">stiplovsek</span>
Im letzten Saisonspiel im April kommt es zum neuerlichen Aufeinandertreffen der beiden Ländle-Teams. stiplovsek

Wie schätzt ihr nun die Liga ein. Hypo NÖ gilt wieder als großer Favorit, doch wer könnte eine große Überraschung werden?
Schneider (BW):
Es haben sich viele Mannschaften verstärkt, gleichzeitig gab es auch Abgänge. Die Karten sind neu gemischt. Vorne wird es eng, und Hypo wird dieses Jahr nicht alle Spiele gewinnen. Aber wer vorne mitmischt oder hinten um den Abstieg spielt, wird man sehen.

Marksteiner (SSV): Ich glaube, die BT Füchse. Sie waren letztes Jahr schon gut, und ich glaube, sie haben noch mal zwei oder drei Spielerinnen geholt. Die könnten für eine Überraschung sorgen. Aber wie jedes Jahr kann man es nicht sagen. Die gewissen Spielerinnen kennt man, aber es sind immer zwei oder drei Neue im Team.

Abschließende Frage: Wie schätzt ihre das jeweils andere Ländle-Team ein? Wo landet es?
Schneider (BW):
Ich hoffe von ganzem Herzen, dass SSV Dornbirn Schoren nicht um den Abstieg kämpfen muss. Von der Qualität her würde ich ihnen einen Platz zwischen fünf bis acht zutrauen. Ich weiß, dass sie dorthin kommen können.

Marksteiner (SSV): Man hat letztes Jahr gesehen, was BW Feldkirch kann. Sie sollen die Ziele, die sie sich gesteckt haben, erreichen. Dadurch, dass sie letztes Jahr so stark waren, ist sicher ein Platz von drei bis sechs drinnen.

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