Sport

In der Offensive fehlt der Mut

19.09.2021 • 09:01 Uhr / 5 Minuten Lesezeit
Zwischen Altach und Austria Wien gab es kaum gefährliche Strafraumaktionen zu sehen. <span class="copyright">apa</span>
Zwischen Altach und Austria Wien gab es kaum gefährliche Strafraumaktionen zu sehen. apa

Altach trennt sich mit einer Nullnummer von Austria Wien.

Zwar agierte Altach in der Defensive kompakt und ließ wenig zu, im Angriff fehlte es allerdings an Ideen, Durchschlagskraft und Willen. So lässt sich die Nullnummer gegen Austria Wien in der Bundeshauptstadt in Kurzform zusammenfassen. Trainer Damir Canadi schränkte die Räume der Wiener mit seiner Fünferabwehrkette ein. Der destruktive Fußball ging allerdings zu Lasten der eigenen Offensive. Atdhe Nuhiu und Dominik Reiter sahen sich zumeist allein auf weiter Flur, da auch das Mittelfeld mit Defensivaufgaben beschäftigt war. Damit hatte sich die Torlosigkeit dieser Begegnung bereits früh angedeutet.

Jan Zwischenbrugger (l.) und seine Abwehrkollegen hatten die Offensive der Hausherren im Griff.<br><span class="copyright">gepa</span>
Jan Zwischenbrugger (l.) und seine Abwehrkollegen hatten die Offensive der Hausherren im Griff.
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Zu statisch

Bei den Altachern begann erneut Martin Kobras im Kasten. Überhaupt sah Canadi nur auf zwei Positionen Handlungsbedarf. So musste Boris Prokopic für Emanuel Schreiner weichen, und im Sturm machte Sandi Krizman dem schnelleren Dominik Reiter Platz. Die Veilchen, die ebenfalls mit einer Fünferabwehrkette agierten, übernahmen somit das Spielgeschehen. Aufgrund fehlender Geschwindigkeit dauerte es aber eine Viertelstunde bis zum ersten Versuch durch Aleksandar Jukic. Die Volleyabnahme verfehlte das Ziel allerdings um einige Meter. Die Hausherren blieben zu statisch, kontrollierten zwar den Ball, kamen jedoch der gefährlichen Zone nicht nahe.
Dies änderte sich erst durch Marco Djuricin in Minute 24. Der Stürmer zögerte nach einem schönen Schnittstellenpass von Eric Martel zu lange, womit Kobras die gute Einschussgelegenheit zunichte machen konnte. Zuvor hatte Pape-Alioune Ndiaye den kreuzenden Stürmer in seinem Rücken übersehen. Ein Abschluss vom Ex-Altacher Manfred Fischer (41.) wurde aufgrund von Abseits zurückgepfiffen.

Der Neo-Altacher Pape-Alioune Ndiaye (l.) im Zweikampf mit dem Ex-Altacher Manfred Fischer (r.). <span class="copyright">apa</span>
Der Neo-Altacher Pape-Alioune Ndiaye (l.) im Zweikampf mit dem Ex-Altacher Manfred Fischer (r.). apa

Kurzes Strohfeuer

Offensivaktionen der Rheindörfler konnten hingegen keine verzeichnet werden. Die Versuche, Atdhe Nuhiu mit hohen Bällen zu finden und dadurch Angriffe einzuleiten, wurden bereits im Keim erstickt.
Zumindest zu Beginn des zweiten Durchganges deuteten die Gäste an, ihre bisherige Ungefährlichkeit vergessen machen zu wollen. Ein erster Abschlussversuch (47.) von Stefan Haudum aus dem Rückraum verfehlte das Ziel allerdings deutlich. Etwas näher kam Reiter bei seinem Freistoß nur zwei Zeigerumdrehungen darauf. Der Versuch aus viel zu spitzem Winkel landete allerdings im Außennetz. Nuhiu wurde noch durch einen Kopfball (56.) vorstellig, den Torhüter Patrick Pentz aber problemlos über die Latte lenken konnte. Das kurze Strohfeuer der Altacher war damit wieder erloschen.
Zumindest die Abwehr präsentierte sich aber weiterhin in einer guten Organisation. Außer einem Schussversuch von Fischer aus spitzem Winkel nach genau 50 Minuten musste Kobras lange Zeit nicht mehr eingreifen.

Für dieses gefährliche Einsteigen sah Torhüter Pentz (l.) die gelbe Karte. <span class="copyright">apa</span>
Für dieses gefährliche Einsteigen sah Torhüter Pentz (l.) die gelbe Karte. apa

Gelb-Rot nach Schwalbe

Nach rund einer Stunde übernahmen die Hausherren wieder das Spielgeschehen im Mittelfeld, konnten allerdings weiterhin kaum Gefahr ausstrahlen. Ein Freistoß von Markus Suttner (82.) fiel zu zentral aus. Nur Augenblicke später schwächten sich die Wiener selbst. Vesel Demaku ging ohne Kontakt im gegnerischen Strafraum zu Boden und sah aufgrund dieser Schwalbe folgerichtig die Ampelkarte.
Die Rheindörfler versuchten, die numerische Überlegenheit in der Nachspielzeit noch in Zählbares umzumünzen. Beim Abschluss in der 92. Minute hatte Marco Meilinger allerdings Rücklage. Kurz vor Abpfiff stand zudem Sandi Krizman ein Abwehrspieler im Weg. Die Altacher hätten sich aber in diesem Spiel auch keinen Treffer verdient gehabt. Dafür verliefen die Offensivbemühungen zu statisch und ideenarm. Die Vorarlberger warten somit seit der vierten Runde und dem Spiel gegen Rapid Wien auf einen vollen Erfolg, konnten aber immerhin das zweite Remis in Serie mitnehmen.