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Altach schlittert in ein Debakel

25.09.2021 • 22:32 Uhr / 5 Minuten Lesezeit
Stefan Haudum hatte seine positiven Momente. Allerdings entwickelte das Mittelfeld zu wenig Druck auf den ballführenden Gegenspieler. <span class="copyright">GEPA/lerch</span>
Stefan Haudum hatte seine positiven Momente. Allerdings entwickelte das Mittelfeld zu wenig Druck auf den ballführenden Gegenspieler. GEPA/lerch

Gegen Aufsteiger Klagenfurt kassierten die Rheindörfler eine 0:4-Schlappe.

Nein, selbst wenn das Heil in der Offensive gesucht werden muss, darf sich die Ordnung in der Defensive nicht gänzlich in Luft auflösen. Nein, selbst wenn das Spielglück gegen einen läuft, darf man gegen einen Aufsteiger am Ende nicht so untergehen. Die Altacher ließen gestern bei der 0:4-Heimpleite gegen Austria Klagenfurt auch den Willen und ein Aufbäumen nach dem 0:1-Rückstand vermissen. Die Aggressivität fehlte, das Zweikampfverhalten war teilweise desolat. Dafür liegt die Qualität der Mannschaften in der Bundesliga zu nahe beieinander, und so wurden die Hausherren von den Kärntnern deklassiert.

Noah Bischof (l.) feierte sein Startelfdebüt in der Bundesliga.<span class="copyright"> gepa/lerch</span>
Noah Bischof (l.) feierte sein Startelfdebüt in der Bundesliga. gepa/lerch

Die Ideen fehlen

Im Tor nahm wie erwartet Tino Casali wieder seinen Posten als Nummer eins wahr. Zudem kam Stürmer Noah Bischof zu seinem Startelfdebüt in der Bundesliga. Ansonsten agierten die Hausherren in ihrem gewohnten 5-3-2-System mit den offensiven Außenverteidigern. Nach einem etwas nervösen Beginn, der Klagenfurter Turgay Gemicibasi versuchte es in der 4. Minute aus der Distanz, übernahm das Team von Trainer Damir Canadi auch die Kontrolle. Erstmals näherte sich Boris Prokopic per Hacke an (10.), doch Torhüter Phillip Menzel zeigte sein Können. Die Flanke kam von Atdhe Nuhiu, der sich trotz seiner Größe zu häufig auf dem Flügel aufhielt.
Die Gäste versuchten sich zwar noch einmal (14.) durch Florian Rieder aus der Distanz, das Spielgeschehen wurde aber dennoch von den Hausherren diktiert. Dafür ließ sich gerne einer der zwei Stürmer als zusätzliche Anspielstation ins Mittelfeld fallen. Nur fehlten dennoch aus der Schaltzentrale die notwendigen Ideen, um Chancen zu kreieren, und über die Flügel das Tempo, um sich im Eins-gegen-Eins in Szene zu setzen. Dies lag auch an der gut gestaffelten Defensive der Kärntner, die damit in der Abwehr zumeist im Überzahlspiel agierten.
So gab es weiterhin die Hoffnung, dass zumindest Standards für mögliche Gefahr sorgen könnten. Doch der mit aufgerückte Berkay Dabanli verfehlte den Kasten nach rund einer halben Stunde.

Beim ersten Treffer hatte Pape Alioune Ndiaye (l.) seine Füße unglücklich im Spiel. Beim zweiten Tor ließ er sich zuvor ausspielen. <span class="copyright">GEPA/Lerch</span>
Beim ersten Treffer hatte Pape Alioune Ndiaye (l.) seine Füße unglücklich im Spiel. Beim zweiten Tor ließ er sich zuvor ausspielen. GEPA/Lerch

Eigentor von Ndiaye

Kurz vor der Pause folgte die bis dahin beste Phase der Altacher. In der 38. Minute fand sich Nuhiu doch einmal im Strafraum ein, aber seinen Kopfball parierte Menzel. Die anschließende Ecke wurde von Stefan Haudum per Volleyabnahme über das Tor befördert.
Und just in dieser Phase geriet Pape Ndiaye zum Unglücksraben. Fünf Minuten vor dem Seitenwechsel haute der Verteidiger eine flache Hereingabe in den eigenen Kasten.
Es sollte sich dies als Ankündigung für den Absturz der Altacher im zweiten Durchgang erweisen. Ndiaye ließ sich am Flügel vom schnellen Alex Timossi Andersson düpieren, und der Klagenfurter fand im Rückraum Florian Rieder. Der ließ sich nicht zweimal bitten und vollstreckte sicher ins lange Eck. In der 51. Minute hätte der eingewechselte Sandi Krizman die Partie noch einmal eng machen können, verfehlte aber das Tor. Es war dies einmal eine gut vorgetragene Offensivaktion.
Den Gästen wurde im Angriff das Leben hingegen viel zu einfach gemacht. Diese konnten sich im Mittelfeld durchkombinieren, und Markus Pink musste nach einem Querpass nur noch einschieben. Die Abseitsentscheidung wurde zur Überraschung aller durch den VAR aufgehoben.

Die Altacher kamen gegen Klagenfurt nicht nur ins Straucheln, sie stolperten über den Aufsteiger.<br><span class="copyright">gepa/lerch</span>
Die Altacher kamen gegen Klagenfurt nicht nur ins Straucheln, sie stolperten über den Aufsteiger.
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Ordnung aufgelöst

Es sollte aber nicht der Schlussakt gewesen sein. Die Ordnung, die zuvor bereits große Löcher aufwies, löste sich nun vollständig auf. Christopher Cvetko durfte ungehindert durchs Mittelfeld der Altacher spazieren und den zweiten Treffer von Pink (66.) zum Endstand vorbereiten. Dies wurde von einigen Fans mit Pfiffen und dem vorzeitigen Abschied quittiert. Die Altacher werden sich nun schnell erholen und eine Reaktion zeigen müssen.