Sport

“Dominics Erfolg wird zu wenig geschätzt”

26.09.2021 • 12:57 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Dominic Thiem schaute am Samstag in Wien beim Tag des Sports vorbei
Dominic Thiem schaute am Samstag in Wien beim Tag des Sports vorbei APA/HERBERT PFARRHOFER

Nun droht im schlimmsten Fall eine Operation. Vater Thiem ist enttäuscht.

Die Trennung von Dominic Thiem und seinem langjährigen Physiotherapeut Alex Stober hat in den vergangenen Tagen für jede Menge Aufregung gesorgt – jetzt ist die Affäre um ein Kapitel reicher. Hatte ihm der Deutsche in der Öffentlichkeit mangelnde Courage vorgeworfen, weil er ihn nicht persönlich vom Ende der Zusammenarbeit unterrichtet hat, so erklärte Thiem nun, es wäre zwischen Stober und ihm zu einem Vertrauensbruch gekommen.

Was war passiert? Ein Spezialist in Barcelona hatte nach einer Untersuchung von Thiems verletztem Handgelenk zu absoluter Ruhe geraten. Stober hätte dem 17-fachen Turniersieger dennoch eine Teilnahme bei den US Open in Aussicht gestellt und mit einer Behandlung begonnen. Ein Fehler, wie sich herausstellte. Der Zustand des Handgelenks verschlechterte sich wieder rapide und so verpasste der Österreicher schlussendlich nicht nur seine Titelverteidigung in Flushing Meadows, sondern auch den Rest der Saison. „Stober hat behauptet, Dominic hätte auf die Behandlung gedrängt. Dabei war es umgekehrt. Damit war die Vertrauensbasis zerstört“, sagt Vater Wolfgang Thiem.

Entscheidende Untersuchung am 4. Oktober

Die Folgen könnten sich aber als noch schlimmer herausstellen, als sie es bereits sind. So fliegt Thiem am 4. Oktober nach Belgien zu einer weiteren Untersuchung seines Handgelenks und einem Belastungstest. Fällt dieser negativ aus, muss sich der Niederösterreicher einer Operation unterziehen. In diesem Fall könnte er erst im Februar oder März wieder mit dem vollen Training starten und würde unter anderem die Australian Open verpassen. Aber: „Ich bin zuversichtlich. Es schaut derzeit so aus, als wäre alles okay“, so Papa Thiem.

Am 4. Oktober hätte Thiem auch mit Stober ein persönliches Gespräch führen wollen. Diesem Plan kam Stober allerdings mit seinen Vorwürfen zuvor. „Man muss nicht alles an die Öffentlichkeit bringen. Es ist unschön, wenn Leute vorpreschen“, sieht es Wolfgang Thiem, der sich auch über so manche Reaktionen in den sozialen Netzwerken ärgert. „Mir ist wichtig, dass der Sport im Vordergrund steht. Die andauernden Vorwürfe und Einmischungen von gewissen Personen interessieren mich nicht. Und was da in gewissen Foren geschrieben wird, ist für mich absolut unverständlich. Ein Wahnsinn, wie da auf den Dominic hingehaut wird. Und das, obwohl die Leute keine Hintergründe kennen. Sie bilden sich irgendeine Meinung, die aber nicht stimmt.“

“Er ist ein Sportler von Weltklasseformat”

Damit aber nicht genug: „Ich bin der Meinung, dass Dominics Erfolg zu wenig geschätzt wird. Er hat ein Grand-Slam-Turnier gewonnen, war die letzten fünf Jahre immer bei den ATP Finals dabei und ist seit Jahren fixer Bestandteil in den Top zehn der Weltrangliste. Er ist ein Sportler von Weltklasseformat, von denen wir in Österreich nicht viele haben. Aber dessen sind sich offensichtlich so manche Personen nicht bewusst.“

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