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“Nicht schon wieder” – Chams erstes Training

04.11.2021 • 23:24 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Michael Cheukoua (l.) und Muhammed Cham (Mitte) sind die offensiven Antreiber der Austria. <span class="copyright">Gepa/Lerch</span>
Michael Cheukoua (l.) und Muhammed Cham (Mitte) sind die offensiven Antreiber der Austria. Gepa/Lerch

Austria Lustenau empfängt am Freitag den SV Horn im Reichshofstadion. Nach zwei Spielen ohne vollen Erfolg soll im letzten Heimspiel des Jahres wieder ein „Dreier“ gelingen.

“Es waren zwei schwierige Spiele, in beiden haben wir eigentlich ordentlich gespielt, aber es ist unglücklich gelaufen“, blickt Muhammed Cham auf die Niederlage gegen BW Linz (0:1) und das Remis beim SKN St. Pölten (1:1) zurück. Von einem Einbruch nach zuvor 30 Punkten aus elf Spielen will bei den Grün-Weißen niemand sprechen. Zu gut sei die Leistung speziell in St. Pölten gewesen. Vor allem in der zweiten Hälfte habe man den Gegner mit viel Ballbesitz dominiert, wie auch Austria-Coach Markus Mader betont.
Im heutigen Heimspiel gegen Horn soll es aber wieder ähnlich laufen wie beim bislang letzten Erfolg gegen Kapfenberg. „Ich kann mir nicht vorstellen, dass uns die Horner offensiv attackieren und hoch zustellen, sondern es ist viel wahrscheinlicher, dass sie versuchen, defensiv kompakt zu stehen und schnell umzuschalten – ähnlich wie Kapfenberg es versucht hatte.“ Die Steirer sind bekanntlich mit ihrem Vorhaben in Lustenau krachend gescheitert und haben alleine in den ersten 30 Minuten fünf Gegentreffer kassiert.

Der Verteidiger ist bekannt

Ob das Spiel heute aus Sicht der Hausherren ähnlich furios verläuft, entscheiden vor allem zwei Austrianer, die der gesamten Liga speziell zu Saisonbeginn ihren Stempel aufgedrückt haben: Muhammed Cham und Michael Cheukoua. Beide gemeinsam haben in dieser Spielzeit bislang 23 Scorerpunkte gesammelt. Und während Cham bei fast jedem Spiel der auffälligste Austrianer war, zeigte die Formkurve des Außenspielers Cheukoua zuletzt spürbar nach unten. Der letzte Scorerpunkt des Kameruners datiert vom 24. September, es war ein Treffer beim 5:0-Heim­erfolg gegen die Juniors OÖ. Beim Torfestival gegen Kapfenberg ging Cheukoua leer aus. „Wenn es nach solch einem Start nicht mehr läuft, ist man als Spieler natürlich ratlos. Dann fängt man an, zu hadern, in erster Linie ist man mit sich selbst unzufrieden. Und das ist völlig kontraproduktiv. Wir versuchen, viel mit ihm zu sprechen, sich auf die einfachen Läufe auf dem Flügel zu konzentrieren und ihn nicht unter Druck zu setzen“, reagiert Trainer Mader, der als ehemaliger Stürmer solch negative Phasen kennt, mit Verständnis auf die Ladehemmung Cheukouas.

Markus Mader mit seinem Trainerteam. <span class="copyright">Gepa/Lerch</span>
Markus Mader mit seinem Trainerteam. Gepa/Lerch


Gegen Horn bietet sich dem 24-Jährigen eine besondere Chance zur Rehabilitierung, hat er doch in den vergangenen zwei Jahren 61 Spiele für die Weinviertler bestritten. „Wir haben mit ihm über den Gegner gesprochen. Er hat den großen Vorteil, dass er gegen die Horner schon unzählige Male im Training angetreten ist und genau weiß, wie er auf den Verteidiger zulaufen muss, um ihn zu überspielen“, ist sich Mader sicher.

Vom Konkurrent zum Partner

Anders die Situation bei Cham. Der Neo-U21-Nationalteamspieler wurde – in Konkurrenz zu Cheukoua – als rechter Flügelspieler geholt, bezeichnete dies auch als seine Lieblingsposition. Inzwischen hat er sich jedoch als bester „Zehner“ der Liga etabliert. Mader hatte ihn vom ersten Training an in der Zentrale gesehen. „Nicht schon wieder“ habe sich Cham, der schon in der Jugend des VfL Wolfsburg in der Mitte spielen musste, zu Beginn gedacht und muss heute darüber lachen. Denn es war Liebe auf den zweiten Blick – inzwischen bezeichnet der 21-Jährige die „Zehn“ und die „Acht“ als seine bevorzugten Positionen. Angesichts der Leistungen Chams wird kein Trainer mehr auf die Idee kommen, den Leihspieler von Clermont wieder an die Auslinie zu stellen.

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