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Diesmal zwang das ÖFB-Team das Glück

12.11.2021 • 23:00 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
SOCCER - FIFA World Cup 2022 quali, AUT vs ISR
FIFA WM-Qualifikation GEPA pictures

Das ÖFB-Team siegte 4:2 gegen Israel.

Die feuchtkalte Witterung hatte wenig Einladendes zu bieten, die atmosphärischen Strömungen vor dem Match gaben auch wenig Anlass für ein mitreißendes Fußballspiel. Die Formel 2G plus drei Grad sorgte mit 4300 Zuschauern für einen Nationalteam-Minusrekord, aber immerhin lautete die Überschrift zur Begegnung zwischen Österreich und Israel immer noch „WM-Qualifikation“. Beide Teams konnten die Angelegenheit, wenn schon nicht unbeschwert, dann doch ohne Druck nach oben in Angriff nehmen, denn durch den 2:0-Erfolg in Moldawien hatte sich Schottland schon zuvor den zweiten Rang und damit den Play-off-Platz erkämpft. Damit war auch für Israel in der Gruppe Katar 2022 nicht mehr machbar.

Das Motto im Klagenfurter Wörthersee-Stadion hätte also lauten können: „Spielt befreit auf, Burschen, ihr könnt nur gewinnen!“ Dies schienen die Österreicher auch tatsächlich zu beherzigen, denn sie ließen den Ball laufen, unterlegten ihr Spiel mit durchaus ansehnlichen Kombinationen, kamen zu Abschlüssen, das Zählbare blieb aber in der ersten Hälfte aus. Vor allem Marcel Sabitzer hätte, meist im Zusammenwirken mit Marko Arnautovic für eine heimische Führung sorgen können, doch der Bayern-Legionär vergab vier Gelegenheiten. Die Israelis hingegen wirkten weitgehend ungefährlich – und gingen dennoch mit einem Vorsprung in die Pause. Ein Freistoß, der keiner war, wurde von der ungeschickt postierten Mauer abgefälscht, unhaltbar für Daniel Bachmann. Nicolas Seiwald hieß der Pechvogel, von dem der Ball abprallte. Viel unglücklicher kann ein Teamdebüt nicht ausfallen (32.).

Der Rückstand löste geradezu wütende Angriffe der Österreicher aus, doch erst nach der Pause wurden die Bemühungen belohnt, das dafür aber sehr bald. Nach einem Corner wollte Philipp Lienhart aus kurzer Distanz einschießen, doch ein Tritt des Israelis Menachem verhinderte zunächst den sicheren Ausgleich. Es handelte sich jedoch nur um eine kurze Verzögerung, denn Arnautovic verwandelte den Elfer zu seinem 30. Teamtreffer. Gleich im Anschluss wäre beinahe die Führung geglückt, doch Torhüter Marciano vereitelte sie mit schier unfassbarer Reaktion.

Von dessen österreichischem Kollegen konnte man dies kurze Zeit später nicht behaupten. Bachmann blieb nach einem Eckball auf der Linie picken und ermöglichte Israel mit der zweiten Toraktion den zweiten Treffer. Es passte irgendwo zur jüngeren Vergangenheit im Team: gute Ansätze, wenig Glück. Doch diesmal zwangen die Österreicher das Glück, diesmal rannten sie nicht mit dem Kopf durch die Mauer.

Dank des eingewechselten Louis Schaub, der seinem Ruf als „Edeljoker“ gerecht wurde: Vier Minuten nach seiner Einwechslung stellte er mit einem scharfen Schuss aus 20 Metern auf 2:2. Und damit war es diesmal nicht getan, Österreich war in einer Sturm- und Drangphase angelangt, der die nicht sattelfeste israelische Defensive nicht standhielt: Schaub traf in der 72. Minute nach Idealvorlage von Arnautovic zum 3:2 drehte. Und plötzlich war das so vermisste Pressing wieder da, Ball und Spieler liefen. Und Sabitzer krönte seine Leistung mit dem Tor zum 4:2 – zur perfekten Revanche für das 2:5 in Israel fehlte aber ein Tor.

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