Sport

Negativtrend wird drastischer

27.11.2021 • 22:40 Uhr / 5 Minuten Lesezeit
Ein Sinnbild des gestrigen Abends: Die Altacher sind zu weit von ihren Gegenspielern weg und kommen überhaupt nicht in die Zweikämpfe. <span class="copyright">stiplovsek</span>
Ein Sinnbild des gestrigen Abends: Die Altacher sind zu weit von ihren Gegenspielern weg und kommen überhaupt nicht in die Zweikämpfe. stiplovsek

Der SCR Altach unterliegt der WSG Tirol nach inferiorer Leistung mit 0:3.

Die Altacher kassierten gegen WSG Tirol ihre dritte Niederlage in Serie und blieben dabei auch zum dritten Mal in Folge ohne eigenen Treffer. Stimmte zumindest die Leis­tung gegen Rapid Wien noch phasenweise, enttäuschten die Rheindörfler im West-Derby auf ganzer Linie. Lediglich einige Minuten im ersten Abschnitt fielen noch positiv auf. In diesen schlug aber einmal mehr die Abschlussschwäche zu. Ansonsten ließen die Vorarlberger Moral, Wille, Leidenschaft und ­Einsatzbereitschaft vermissen. Eine Reaktion auf die Übernahme der roten Laterne sieht anders aus.

Sandi Krizman (r.) blieb ohne nennenswerte Aktion. Er wurde oft mit hohen Bällen gesucht, hatte aber dort keine Chance gegen die WSG-Verteidigung. <span class="copyright">GEPA</span>
Sandi Krizman (r.) blieb ohne nennenswerte Aktion. Er wurde oft mit hohen Bällen gesucht, hatte aber dort keine Chance gegen die WSG-Verteidigung. GEPA

Abschlussschwäche

Damir Canadi blieb bei seiner 4-4-2-Formation der Vorwoche. Den Ausfall des Sturmduos Atdhe Nuhiu und Noah Bischof sollten Sandi Krizman und Johannes Tartarotti, der damit offensiver agierte als noch gegen Rapid Wien zuletzt, ersetzen.
Doch zunächst waren die Hausherren in der Defensive gefordert, übernahmen doch die Tiroler das Spielgeschehen. Weil die Gäste die entscheidenden Zweikämpfe gewannen, weil sie wacher wirkten, die Räume besser zustellten, das Mittelfeld dominierten und am Ball sicherer agierten. Die Gegenwehr der Altacher reduzierte sich auf die letzten 30 Meter und war in einigen Situationen desolat. So auch in der 12. Minute, als Sebastian Aigner nach stümperhaftem Zweikampfverhalten seinen Gegenspieler Giacomo Vrioni von hinten in die Füße fiel. Den fälligen Elfmeter nutzte der Mittelstürmer zur Führung der Gäste.
Zwar hatte die WSG auch in der Folge mehr vom Spiel, die besseren Chancen konnten allerdings die Rheindörfler verbuchen. Doch zwei Mal erwies sich der Pfosten als Spielverderber. Zunächst beim Versuch von Tartarotti, der in der 18. Minute von Csaba Bukta bedient wurde, und dann nur zwei Zeigerumdrehungen darauf, als eine Hereingabe von Nosa Edokpolor abgefälscht, aber vom Aluminium aufgehalten wurde. Wiederum nur eine Minute später offenbarte Bukta einmal mehr seine Probleme bei der Entscheidungsfindung. Freistehend vor Torhüter Ferdinand Oswald geriet sein Versuch zu zentral. Mit einem Querpass hätte Tartarotti allerdings nur mehr ins verwaiste Tor einschieben müssen. Diese Phase war zudem der beste Beweis für die Abschlussschwäche der Altacher und dennoch die einzig positive Zeitspanne.
In der Folge verflachte die Begegnung und Chancen blieben auf beiden Seite Mangelware. Tartarotti musste noch in der 38. Minute in der Verteidigung aushelfen und einen Schuss blocken. Mit dem Rückstand ging es zum Pausentee.

Pape-Alioune Ndiaye (l.) zeigte eine nervöse und dadurch fehlerhafte Darbietung. Giacomo Vrioni (r.) konnte sich über zwei Treffer freuen. <span class="copyright">GEPA </span>
Pape-Alioune Ndiaye (l.) zeigte eine nervöse und dadurch fehlerhafte Darbietung. Giacomo Vrioni (r.) konnte sich über zwei Treffer freuen. GEPA

Passivität

Passivität. Doch auf das wärmende Getränk hatten die Hausherren offensichtlich vergessen, oder es verfehlte jegliche Wirkung. Damit wäre es zumindest erklärbar, dass die Mannen von Canadi nur sechs Minuten nach Wiederanpfiff am Platz wie festgefroren waren. Ex-Altacher Valentino Müller erhielt jeglichen Freiraum, durfte einen Einwurf im zentralen Mittelfeld annehmen, zehn Meter gehen und kurz vor dem Strafraum in die linke Ecke zum 0:2 abschließen. Das alles ohne jegliche Bedrängnis. An Passivität war dieser Gegentreffer kaum zu überbieten. Auffällig auch die emotionale Reaktion auf diesen neuerlichen Rückschlag, denn diese war eigentlich nicht vorhanden.
Immerhin hätten die Altacher fast im direkten Gegenstoß den Anschlusstreffer erzielt. Aber Tartarotti scheiterte an der Hand von Oswald und Bukta an dessen Hüfte. Es war die einzige Form des Aufbäumens. Canadi versuchte mit Einwechslungen zu reagieren, doch auch Dominik Reiter blieb wie zuvor Krizman blass.
Damit plätscherte die Partie ihrem Ende entgegen und Altach der nächsten Niederlage. In den Schlussminuten sorgte ein Abstimmungsproblem für den Schlusspunkt. Torhüter Casali blieb dabei zu lange stehen. Vrioni ersprintete dadurch den Ball und durfte einschieben.

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