Kommentar

Lektionen der Familie Strolz

16.02.2022 • 19:44 Uhr / 2 Minuten Lesezeit
Hubert Strolz und Johannes Strolz am Tag des Triumphes. <span class="copyright">Reuters, Hartinger</span>
Hubert Strolz und Johannes Strolz am Tag des Triumphes. Reuters, Hartinger

Knapp 8000 Kilometer Luftlinie trennten gestern Johannes Strolz in Yanqing von Hubert Strolz in Warth. Trotzdem waren sich Vater und Sohn am Tag des Olympiaslaloms nahe: Als erfolgreiche Sportler, die nun beide eine olympische Gold- und Silbermedaille ihr Eigen nennen dürfen; und als Menschen, die umheimlich viel verbindet – unter anderem das tiefe Verständnis füreinander. Hubert Strolz hat stets gewusst, was sein Sohn braucht. „Ein Kind braucht keinen Olympiasieger, sondern einen Vater“, dies sei Hubert für ihn immer gewesen, hatte Johannes nach seinem Triumph gesagt. Von der Goldmedaille habe der Papa dagegen selten erzählt, häufiger vom launigen Kondi-Kurs auf Jamaika unmittelbar vor Calgary 1988. So erinnerte sich Johannes vor einigen Wochen im NEUE-Interview. Huberts Anekdote war eine Lektion für den Junior – seine Lockerheit solle nie verlorengehen. Denn sportliche Erfolge sind viel wert, aber nicht alles. Auch das weiß kaum jemand besser als Hubert Strolz. Vier Jahre nach Gold erlebte er in Albertville den sportlichen Supergau, als er am Weg zur sicheren Goldmedaille kurz vor dem Ziel scheiterte und danach eine erste Lektion von seinem Sohn Johannes bekommen hatte. Dieser war damals zwar noch nicht geboren, aber bereits auf dem Weg in das Leben von Hubert und Birgit Strolz. Er wurde sieben Monate nach Olympia geboren. „Das hat ihm geholfen, die Enttäuschung von Albertville schnell zu verkraften“, ist sich Johannes Strolz sicher.

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