Sport

Neuer Vorstand steht vor tiefen Gräben

12.04.2022 • 23:22 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Voller Zuversicht freuten sich Günther Stoss, Hubert Domig und Andreas Genser (v. l.) in die Zukunft als gemeinsamer Vorstand. <span class="copyright">Hartinger</span>
Voller Zuversicht freuten sich Günther Stoss, Hubert Domig und Andreas Genser (v. l.) in die Zukunft als gemeinsamer Vorstand. Hartinger

Im Rahmen einer außerordentlichen Hauptversammlung wurden Hubert Domig, Andreas Genser und Günther Stoss zum neuen Vorstand des FC Dornbirn gewählt.

Das, was gestern im Pavillon der Dornbirner Birkenwiese passiert ist, wird den FC Mohren Dornbirn nachhaltig verändern. Ob dies eine positive oder negative Entwicklung sein wird, darüber sind sich einige der Protagonisten der außerordentlichen Hauptversammlung wohl auch heute noch uneins.
Nach langen Diskussionen wurde Hubert Domig, der seit Jänner neuer Präsident des FC Dornbirn ist, von den Mitgliedern bestätigt und mit ihm wurde ein neuer dreiköpfiger Vorstand bestellt. Mit Domig werden der bisherige Geschäftsführer Andreas Genser und Stadionsprecher Günther Stoss das neue Führungstrio bilden. Die Wahl des neuen Teams fiel jedoch äußerst knapp aus, nach schriftlicher Abstimmung votierten 29 Mitglieder für und 21 gegen dieses Dreiergremium. Damit schieden Peter Handle, Dorothea Schertler, Werner Brunold und Hanno Gmeiner aus dem Vorstandsgremium aus. Nachwuchsleiter Kristian Krause und Marketingleiter Rene Scherr werden dagegen weiterhin für den Verein tätig sein.
Der Abschied des Quartetts war von einigen ­Nebengeräuschen begleitet. Sowohl Handle als auch Schertler hätten gerne in ihren Funktionen weitergemacht, allerdings nicht unter einem Präsidenten Domig.

Doch der Reihe nach

Zunächst las der bisherige wirtschaftliche Geschäftsführer Genser ein Eingangsstatement vor: „Weitermachen wie bisher sei unmöglich“, eine Strukturänderung unumgänglich. Er war es, der Domig im Jänner zum Verein gebracht hatte, sie fungierten seitdem als Team.
Dann hielt Domig eine erste Vorstellungsrede. Nur wenige können jenem Tempo folgen, das er vorgebe, sagte der pensionierte Immobilienunternehmer. Er habe eine klare Bedingung gestellt, er wolle einen hauptberuflichen Sportdirektor. Dies soll der ehemalige Dornbirn-Coach Eric Orie sein, der Niederländer war bereits in den vergangenen Monaten für den Verein beratend tätig. Domig, der ehemaliger Obmann des KSK Klaus ist, räumte schließlich ein, dass er die Strukturen des FC Dornbirn noch kennenlernen müsse, allerdings solle man ihm das Management überlassen.

Eric Orie kehrt als Sportdirektor zum FC Dornbirn zurück. <span class="copyright">Gepa</span>
Eric Orie kehrt als Sportdirektor zum FC Dornbirn zurück. Gepa

Frauen verlassen Verein

Dann ergriff der scheidende Geschäftsführer Sport Handle das Wort und zeigte sich über zahlreiche Aussagen Domigs enttäuscht. Dieser habe die Arbeit des bisherigen Vorstands schlecht gemacht und unter anderem in einem Fernsehinterview gesagt: „Einen Verein kann man nicht mit Güte führen“. Dies wäre der Moment gewesen, in dem er entschied, nicht mehr zu kandidieren. Handle richtete abschließend einen Appell an den Verein, die bisherigen Tugenden zu den auch „Güte“ zähle, nicht aufzugeben.
Ähnlich argumentierte Schertler. „Ich mache nicht mehr weiter, obwohl ich es gerne täte. Hubert, du bist der Grund für diese Entscheidung“, richtete die Journalist ihre ersten Worte direkt an den neuen Obmann. Menschlich hätte es einige Vorfälle gegeben, die nicht ihren Vorstellungen des Vereinslebens entsprechen. Frauen-Sektionsleiter Brunold beklagte die fehlende Wertschätzung im Klub, er werde mit seiner Sektion den Verein mittels einer Spielgemeinschaft verlassen.

Peter Handle wird den Vereinsvorstand nach Differenzen mit Domig verlassen. <span class="copyright">Hartinger</span>
Peter Handle wird den Vereinsvorstand nach Differenzen mit Domig verlassen. Hartinger

Neue Streitkultur gewünscht

Die Wahl wurde schließlich auf Wunsch der Mitglieder nach langer Diskussion schriftlich durchgeführt. Das Ergebnis fiel schließlich mit 29:21 Stimmen bei 3 Enthaltungen für den neuen Vorstand aus. Alternative hätte es ohnehin keine gegeben. Er wünsche sich eine „neue Streitkultur“, sagte schließlich der neue Präsident Domig zum Abschluss einer denkwürdigen außerordentlichen Hauptversammlung.

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