Sport

„Akas“ Mission ist gescheitert

19.04.2022 • 20:19 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
GEin nachdenklicher Muhammet Akagündüz während des Derbys. <span class="copyright">GepA/Lerch</span>
GEin nachdenklicher Muhammet Akagündüz während des Derbys. GepA/Lerch

Unmittelbar nach der Derbyniederlage kam es beim FC Mohren Dornbirn zur Trennung von Trainer Muhammet Akagündüz. Die Hintergründe des Trainerabgangs.

Nach dem Derby war die Laune von Muhammet Akagündüz bereits schlecht, was einerseits mit der 0:4-Niederlage seiner Elf gegen Austria Lustenau zu tun hatte und andererseits mit einer Aktion aus der ersten Hälfte. Mindestens eine Person, die den Innenraum betreten durfte, hatte die Dornbirner Bank nach einem Foulspiel unbehelligt von den Ordnern beleidigt. Das brachte den Dornbirn-Coach völlig aus der Fassung, er beschwerte sich intensiv beim Schiedsrichter, dessen Assistenten und nach dem Spiel sowohl im TV-Interview als auch bei Austria-Coach Markus Mader. Die Organisation im Reichshofstadion habe „Kreisklassenniveau“, betonte Akagündüz.
Rund eine halbe Stunde nach Schlusspfiff fuhr schließlich der Dornbirner Bus vom Stadion ab und hielt wenige Minuten später vor der Birkenwiese. Spätestens während der Fahrt muss die Entscheidung des 44-Jährigen gefallen sein, von seinem Traineramt in Dornbirn nach nur dreieinhalb Monaten und neun Pflichtspielen zurückzutreten. Dies teilte er im Anschluss dem neuen Vorstand um Präsident Hubert Domig, Andreas Genser und Günther Stoss, mit.

Stocker übernimmt

Drastische Worte soll Akagündüz gewählt haben, etwa, dass er auf ganzer Linie versagt habe und beim FC Dornbirn gescheitert sei.
Noch am Abend suchten Domig, Genser und Stoss das Gespräch mit dem bisherigen Co-Trainer Klaus Stocker, der sich bereit erklärte, das Team in den noch ausständigen fünf Runden zu übernehmen. Die Verpflichtung eines weiteren Cheftrainers ist vor Saisonende für Domig kein Thema, der Verein solle nicht „zur Lachnummer der Liga“ werden.
Unterstützt wird Stocker vom neuen Sportdirektor Eric Orie, der sich derzeit noch in Quarantäne befindet. Ob Orie auch in die tägliche Arbeit mit der Mannschaft eingebunden sein wird, das sollen sich Stocker und Orie ausmachen, das Duo habe bereits im Herbst gut zusammengearbeitet. Dass einzelne Spieler damals nicht einverstanden waren, darin sieht Domig keine Hürde für diese Lösung. Stocker war bereits im Herbst eingesprungen und hatte gegen BW Linz und Wacker Innsbruck vier Punkte geholt.

Aufstellungsfehler in Lustenau

Akagündüz’ Abgang hatte sich bereits in den vergangenen Wochen angebahnt. Nach der 0:9-Testspielniederlage gegen den FC St. Gallen am 24. März hatten ihn Domig und Orie noch zum Weitermachen überredet, doch zuletzt rumorte es auch in der Mannschaft. Akagündüz hatte sich zunehmend von einigen Spielern entfernt, bei Busreisen war der 44-jährige Ex-ÖFB-Teamspieler häufiger nicht mit an Bord.
Vor dem Spiel gegen Lustenau hatte er seinem Präsidenten einige Überraschungen in der Aufstellung angekündigt, mit dieser neu formierten Viererkette hätte wohl niemand gerechnet, von Erfolg war die Variante allerdings nicht gekrönt. Vor allem der Verzicht auf Winterneuzugang Noah Awassi war für Domig nicht nachvollziehbar.
Allerdings betonte der FCD-Präsident, dass die Trennung sehr freundschaftlich verlaufen sei. Gestern habe er Akagüngüz noch beim Umzug geholfen. Der Trainer hat seine Zelte in Vorarlberg bereits wieder abgebrochen. „Er ist fachlich ein super Trainer, aber leider hat er es nicht auf den Platz gebracht“, resümiert Domig.
Auf Dornbirn wartet nun am Samstag ein Heimspiel gegen Lafnitz, in der Tabelle fehlen bereits fünf Punkte auf einen Nicht-Abstiegsplatz. Allerdings besitzen St. Pölten, Innsbruck (siehe rechts) und die Young ­Violets derzeit keine Zulassung für die kommende Saison.

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