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Die Austria ist wieder da!

13.05.2022 • 23:20 Uhr / 5 Minuten Lesezeit
Die Austria ist wieder da!
Die Grün-Weißen konnten in Horn den Meistertitel in der 2. Liga und damit den lang ersehnten Aufstieg in die Bundesliga feiern. GEPA

Austria Lustenau krönt sich mit 2:1-Sieg in Horn zum Meister in der 2. Liga und steigt nach 22 Jahren wieder in die Bundesliga auf.

Es gibt Tage, da läuft alles perfekt. Alles, was man anfasst, wird zu Gold. Freitag, der 13. Mai, war solch ein Tag für Austria Lustenau. Er wird in die Vereinsgeschichte eingehen als jener Tag, an dem die Austria zum ersten Mal in die Bundesliga zurückkehrt. Nach dem Aufstieg vor 25 Jahren und dem Abstieg drei Jahre später starteten die Grün-Weißen 21 erfolglose Versuche für die Rückkehr ins Oberhaus. Gestern war es wieder soweit, der 22. Versuch war erfolgreich. Welche Last den Verantwortlichen und Fans von den Schultern fiel, war Sekunden nach dem Schlusspfiff sichtbar, als sich die 150 mitgereisten Austria-Anhänger auf den Weg in Richtung jubelnder Mannschaft machten. Tränen der Freude und der Erleichterung kullerten über zahlreiche Männerbacken.

Die Austria ist wieder da!
Bei den Grün-Weißen brachen nach dem Schlusspfiff alle Dämme. GEPA

Vater des Erfolgs
Mittendrin in der Jubeltraube war Bernd Bösch, seit Winter 2019 Vorstandssprecher der Austria. Ihm war gelungen, was lange unerreichbar schien, und die Fassungslosigkeit ob des Erfolges war Bösch anzumerken. An der Seitenlinie fielen sich mit Sportkoordinator Alexander Schneider und CSC-Head-of-Sport Ingo Winter zwei in die Arme, die hauptverantwortlich für die Zusammenstellung des Aufstiegskaders waren. Ohne die Kooperation mit Clermont und die Unterstützung der Firma von Ahmet Schäfer wäre der aktuelle Lustenauer Erfolg nur schwer vorstellbar gewesen. Der lebenslange Austrianer Pius Grabher suchte im ersten Freudentaumel Trainer Markus Mader, der diese hochveranlagte Elf zu einer Einheit geformt und ihnen die Spielfreude gelassen hatte. Der Anteil des Trainerteams um Mader, seinen Co Martin Schneider, Torwarttrainer Mathias Nesler und Physiotherapeut Lucas Vidal ist ohnehin nicht groß genug einzuschätzen.

Zwei Eigentore

Die 90 Minuten zuvor sind schnell erzählt. Denn es war keinesfalls das beste Spiel der Lustenauer in dieser Saison. Nach einem sehr konzentrierten Start war der Mader-Elf die Nervosität anzumerken. Als jedoch die Nachricht der Lafnitzer Führung im Waldviertel angekommen war und die Austria durch ein Eigentor von Horn-Verteidiger Julian Klar in Führung ging (25.), nahm der Tag eine erste Wende in Richtung Austria-Feiertag.

Die Austria ist wieder da!
Trainer Markus Grabher und Austria-Urgestein Pius Grabher. GEPA

Fußballgott
Doch nach der Pause sollte es nochmals zäh werden für die Nerven der mitgereisten und auch der daheimgebliebenen Austria-Anhänger. Denn Horn glich durch ein sehenswertes Freistoßtor von Burak Yilmaz aus (51.). Zu diesem Zeitpunkt hätte der Vorsprung der Austria auf den FAC drei Punkte betragen, und die Entscheidung wäre um eine Woche vertagt worden.
Doch der Fußallgott meinte es gut mit der Austria. Joker Bryan Teixeira umkurvte zwei Gegenspieler, seinen Querpass drückte mit Paul Gobara erneut ein Horn-Verteidiger über die eigene Linie (65.). Es folgte ein Zittern bis zum Schlusspfiff, denn die Hausherren zeigten eine starke Leistung. Doch die Austria verfügt inzwischen über die nötige Cleverness, um solche Situationen zu überstehen. Die vergebenen Großchancen von Haris Tabakovic und Nicolai Bösch in der Nachspielzeit hatten keine Auswirkung mehr. Die Austria siegte und steht damit vorzeitig als Titelträger der 2. Liga fest.

Die Austria ist wieder da!
Auf diesen Moment haben sie in Lustenau 22 Jahre lang gewartet: Die Austria ist zurück in der Bundesliga. GEPA

Meister-Shirts
Die passenden Meister-Shirts waren zuvor in einer Geheimaktion von Geschäftsführer Vincent Baur in St. Pölten abgeholt und ins Stadion geschmuggelt worden. Ihre Zeit war nun gekommen. Und die Austria ist wieder dort, wo sie hingehört. Ab Juli gibt es im Reichshofstadion wieder jene Fußballfeste, für die die Grün-Weißen vor 25 Jahren in ganz Österreich berühmt geworden waren.