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24 Stunden zwischen EM-Tor und Corona-Schock

13.07.2022 • 12:13 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Von Nordirland nicht zu halten, von Corona gestoppt
Von Nordirland nicht zu halten, von Corona gestoppt GEPA pictures

Für ihre Teamkolleginnen ist Linksfuß Katharina Naschenweng ein Phänomen. Nun hat die 24-jährige Kärntnerin Corona.

Fast genau 24 Stunden, nachdem Katharina Naschenweng mit ihrem Tor zum 2:0 gegen Nordirland den ersten Österreich-Sieg bei dieser EM fixiert hatte, gab es die Ernüchterung. Die Kärntnerin wurde positiv auf das Coronavirus getestet. Dabei war die Spittalerin in Southampton noch gut gelaunt, von Partymusik in der Kabine und ausgelassener Feier war die Rede. „Aber wir spielen besser Fußball, als wir singen“, sagte Naschenweng, die mit der Schlagersängerin Melissa Naschenweng nicht verwandt ist, noch mit einem Augenzwinkern.

„Du, bist ein Phänomen“ lautet eine Textzeile von einem Helene Fischer-Song. Diese Zeile schrieb Verena Hanshaw nach dem Sieg unter ein Instagram-Posting von Naschenweng. Auch Celina Degen, die mit Naschenweng drei Jahre beim SK Sturm und danach zwei Jahre bei Hoffenheim gespielt hat, ist von den Qualitäten der 24-Jährigen begeistert: „Ihre Passschärfe, ihre Schusskraft. Das ist Wahnsinn und schon seit Jahren auffällig“, sagte die Steirerin über Naschenweng. „Die Erleichterung war nach meinem Tor natürlich groß. Wir wollten das Spiel mit einer gewissen Lockerheit angehen und genießen. Das ist gelungen“, meinte die Torschützin zum 2:0. Diese Lockerheit wird bei ihr nun verflogen sein, das positive Testergebnis bedeutet nämlich auch, dass sie das entscheidende, dritte Gruppenspiel am Freitag (21 Uhr, ORF 1 live) in Brighton gegen Norwegen verpassen wird.

Dafür ist Laura Wienroither, die nach dem Auftaktspiel gegen England einen positiven Coronatest abgegeben hat, wieder einsatzbereit. Zumindest dann, wenn das Ergebnis des Blutbefundes am heutigen Mittwoch keine Auffälligkeiten mehr zeigt, die letzten Tests waren jedenfalls durch die Reihe negativ.

Norwegen hat im direkten Duell die Nase vorne

Phänomenal wäre es auch, würde Österreich nach 2017 erneut in die K.o.-Phase einziehen. Dazu genügt am Freitag gegen die Norwegerinnen bereits ein Unentschieden. Die Skandinavierinnen sind nach dem 0:8-Debakel gegen England (siehe unten) definitiv angeschlagen, aber: „Als Sportler kannst du nach einem 0:8 richtig deprimiert sein. Oder man sagt sich, dass man sich so eine Blöße nicht mehr gibt und versucht, das nächste Mal das wahre Gesicht zu zeigen“, warnt ÖFB-Innenverteidigern Carina Wenninger.

„Der Sieg von England in dieser Höhe war nicht zu erwarten, immerhin hat die Nummer acht gegen die Nummer elf der Welt gespielt. Wir werden hart arbeiten müssen, um Norwegen am Freitag fordern zu können“, meinte Teamchefin Irene Fuhrmann. Die Bilanz spricht für Norwegen: Viermal verlor Österreich, erst einmal holte man einen Punkt.