Sport

EHC Lustenau plant eine neue Eishalle

17.05.2023 • 23:40 Uhr / 5 Minuten Lesezeit

Der EHC Lustenau will eine Multifunktionssporthalle in Lustenau bauen. Die Hintergründe zu dem Leuchtturmprojekt.

Aus der Not eine Tugend machen – das wollen sie beim EHC Lustenau mit einem visionären Projekt, mit dem sie in der Region neue Maßstäbe setzen würden. Die Not dabei ist, dass die Statik der Rheinhalle sowohl was die Wind- als auch was die Schneelast betrifft in einem erbärmlichen Zustand ist. Der Zustand der Rheinhalle ist so schlecht, dass selbst das Anbringen von Lautsprechern ein statisches Problem auslöst. Das fast schon Makabre dabei ist, dass sich der bauliche Zustand der Halle nicht verschlechtert hat, sondern dass die Halle bereits bei der Eröffnung im Jahr 1972 statisch in einem schlechten Zustand war.

Visionäres Konzept

EHC-Macher Herbert Oberscheider will aber nun eben aus dieser Not eine Tugend machen und hat gestern bei der Jahreshauptversammlung des EHC Lustenau ein Projekt präsentiert, dass die Anwesenden im VIP-Raum der Rheinhalle ins Staunen brachte. Oberscheider will nämlich mit einer Investorengruppe eine neue Multifunktionseishalle in Lustenau bauen – wofür er seit Montag auch das Einverständnis aller Fraktionen in der Marktgemeinde Lustenau hat.

Seit zwei Jahren ist klar, in welch schlechten Zustand sich die Rheinhalle befindet. Damals eröffnete Oberscheider der Marktgemeinde Lustenau drei Auswege, wie der EHC-Präsident gestern ausführte: „Ich sagte, wir können Erstens eine neue Hülle über die bestehende Halle bauen. Aber ein Murks wird immer ein Murks bleiben. Oder die Gemeinde baut Zweitens eine neue Eishalle. Oder aber Drittens, die Gemeinde stellt uns eine Baufläche mit 20.000 Quadratmeter zur Verfügung und wir als EHC Lustenau realisieren den Hallenneubau mit einem Investorenprojekt.“

Investorenprojekt
Und genau so soll es kommen: Die Gemeinde wird eine Fläche zur Verfügung stellen, und der EHC übernimmt, abzüglich der Förderungen aus der öffentlichen Hand, dank Investoren die Finanzierung des Hallenneubaus. Zum Leidwesen von Oberscheider ist noch offen, wo die neue Eishalle, die von Stararchitekt Dietmar Eberle als Multifunktionshalle geplant werden soll, gebaut wird. Im Gespräch ist ein Neubau am Standort der jetzigen Rheinhalle, alternativ wäre ein Bau angrenzend zum Sportpark möglich. Lustenaus Bürgermeister Kurt Fischer versprach gestern der EHC-Gemeinde, dass man eine Lösung finden werde in der Standortfrage.
Zuvor betonte er gegenüber der NEUE: „Es ist beeindruckend, was Herbert Oberscheider mit seinem Netzwerk da auf die Beine gestellt hat. Aus meiner Sicht ist es der einzige Weg, wie man aus der Notsituation heraus, dass die Rheinhalle keine Zukunft mehr hat, mit einer positiven Kraft völlig neue Perspektiven schafft. Da ist eine Multifunktionssporthalle angedacht, wie es sie meiner Einschätzung nach im gesamten Bodenseeraum kein zweites Mal gibt. Und die Bedeutung dieser Halle wird weit über das Eishockey hinausgehen.“ Denn die Halle soll zum Beispiel durch Umrüstungsmöglichkeiten innert Stunden auch die Heimat für Ballsportvereine werden können, andere Sportevents wie Tennisturniere oder auch Kulturevents beheimaten können. Zum Hallenbau gehört auch der Bau einer zweiten und dritten Eisfläche.
Wird die neue Eishalle tatsächlich am Standort der Rheinhalle gebaut, könnte das Hallen-Areal auf die angrenzende Tennisanlage ausgeweitet werden, in diesem Fall wäre eine Möglichkeit, die Tennisplätze auf dem Dach der neuen Multifunktionshalle anzusiedeln.

Offener Zeithorizont

Oberscheider stellte aber auch klar, dass er das Projekt erst dann mit seiner Gruppe vorantreiben werde, wenn die Standortfrage geklärt sei. Keiner der Beteiligten wagte sich aufs Glatteis und gab einen zeitlichen Rahmen an, bis wann die neue Halle stehen soll.
Fischer verwies in seiner Rede allerdings darauf, dass der Bau nicht wie andere Sportstättenbauten wie etwa der Neubau des Reichshofstadions oder die Wälderhalle zur Posse werden soll. Zur Überbrückung wird nun nach Wegen gesucht, die Statik der Rheinhalle in soweit zu verbessern, dass eine Nutzung bis auf Weiters möglich bleibt. Was dringend notwendig ist, denn seit einem Monat ist klar, dass die Rheinhalle in ihrem derzeitigen Zustand ab Oktober 2024 nicht mehr freigegeben ist. Ja, in Lustenau machen sie aus der Not eine Tugend und planen ein Projekt, das die Kraft hat, ein Leuchtturmprojekt in der Region zu werden.

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