Lokal

Erneut vergewaltigt: Acht Jahre Gefängnis

12.09.2020 • 04:00 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
<span class="copyright">Symbolbild / NEUE</span>
Symbolbild / NEUE

49-Jähriger vergewaltigte nach Ansicht der Richter 30-Jährige.

Wegen Vergewaltigung wurde der einschlägig Vorbestrafte am Freitagabend erneut zu einer mehrjährigen Freiheitsstrafe verurteilt. Über den 49-jährigen Untersuchungshäftling wurde am Landesgericht Feldkirch eine Gefängnisstrafe von acht Jahren verhängt. Als Teilschmerzengeld hat der Unterländer dem mutmaßlichen Opfer 7000 Euro zu bezahlen. Das Urteil des Schöffensenats unter dem Vorsitz von Richter Martin Mitteregger ist nicht rechtskräftig. Denn die Verteidiger Stefan Harg und Wilfried Ludwig Weh meldeten Nichtigkeitsbeschwerde, Strafberufung und Beschwerde gegen das Schmerzengeld an. Staatsanwältin Julia Berchtold nahm drei Tage Bedenkzeit in Anspruch. Der Strafrahmen für Vergewaltigung beträgt sei heuer zwei bis zehn Jahre Gefängnis; die Mindeststrafe wurde verdoppelt.

Was nach Überzeugung der Richter geschehen ist, fasste Richter Mitteregger bei der Urteilsverkündung so zusammen: Der Angeklagte ließ am 8. März nachts in Rorschach eine ihm unbekannte Autostopperin mitfahren, die sich nach einem Streit mit ihrem Gatten angetrunken hat. In einer Diskothek in Bregenz spendierte er der 30-Jährigen Getränke. Danach sagte er auf einem Parkplatz in Fußach zu ihr, sie müsse jetzt abarbeiten und ihm sexuell zu Diensten sein. Im Auto versuchte er, sie zum Oralverkehr an ihm zu zwingen. Er zerrte sie aus dem Pkw ins Freie, schlug und trat sie und vollzog an der mit drei Promille Alkohol im Blut auf dem Boden liegenden Frau gegen deren Willen den Vaginalverkehr. Der Beschuldigte ließ sie liegen und fuhr davon.

Freispruch beantragt

Der Angeklagte sagte, er sei nicht schuldig, und beantragte einen Freispruch. Seine Version war für die Richter allerdings unglaubwürdig. Der Südosteuropäer gab an, die Frau habe ihm auf dem Parkplatz im Auto 130 Euro gestohlen. Im Gerangel um das Geld seien ihre Strumpfhose und Unterhose gerissen. In seiner Wut habe er die Gelddiebin aus seinem Auto gestoßen und sei weggefahren.

Die Strafe fiel auch deshalb streng aus, weil der Familienvater zuvor schon einmal wegen Vergewaltigung bestraft worden ist. In der Schweiz wurde er 2006 zu sieben Jahren Gefängnis verurteilt. Nach den gerichtlichen Feststellungen hat der Ausländer zwei Frauen vergewaltigt. Demnach hat er einer Frau 1997 bei der Vergewaltigung Knochenbrüche im Gesicht zugefügt. 2002 hat er sich, so das Schweizer Urteil, an einer betrunkenen Frau vergangen.