International

Festnahmen nach Steinwürfen

06.10.2020 • 10:08 Uhr / 2 Minuten Lesezeit
In den Vierteln von strengreligiösen Israelis breitet sich das Virus besonder stark aus
In den Vierteln von strengreligiösen Israelis breitet sich das Virus besonder stark aus (c) AFP (AHMAD GHARABLI)

Jerusalem: Nach Streitigkeiten bei Corona-Kontrollen.

Wie die Polizei am Montag mitteilte, wurden Beamte mit Steinen und anderen Gegenständen beworfen. Zwei Polizisten seien leicht verletzt und Fahrzeuge beschädigt worden. Schwerpunkt des Einsatzes war demnach das vornehmlich von Ultraorthodoxen bewohnte Viertel Mea Shearim.

In der Stadt Ashdod nahmen unterdessen Berichten zufolge Tausende Strengreligiöse an der Beerdigung eines Rabbis teil, der in Verbindung mit einer Coronavirus-Infektion gestorben war. Berichten zufolge geschah dies mit Zustimmung der Polizei, solange sich die Trauernden an Corona-Regeln wie die Aufteilung in kleinere Gruppen hielten. Auf Bildern des Senders Kan war jedoch zu erkennen, dass dies nicht gelang.

Zweite Corona-Welle in Israel

Israel mit seinen rund neun Millionen Einwohnern steckt inmitten einer zweiten Corona-Welle. Nach einer massiven Zunahme der Fallzahlen gilt ein landesweiter Lockdown mit strengen Regeln. Dazu zählen etwa umstrittene Einschränkungen für Demonstrationen.

In der strengreligiösen Gemeinschaft wurden zuletzt viele Neuinfektionen verzeichnet. In ultraorthodoxen jüdischen Wohnvierteln leben häufig größere Familien auf engem Raum zusammen. Viele strengreligiöse Juden fühlten sich zudem schon vor Beginn der Krise nicht vom Staat Israel vertreten. Sie leben teilweise in einer Art Parallelwelt und folgen eher den Vorgaben ihrer eigenen Führung als denen des Staates. Manche ultraorthodoxe Gruppierungen lehnen den bestehenden Staat Israel ab, da sie der Ansicht sind, dieser dürfe erst nach der Wiederkunft eines Messias neu entstehen.

Festnahmen auch am Sonntag

Auseinandersetzungen bei der Durchsetzung von Corona-Maßnahmen hatte es am Sonntagabend auch in Bnei Brak nahe Tel Aviv gegeben. Auslöser war ein Versuch der Polizei, eine Versammlung in einer Synagoge mit Hunderten Ultraorthodoxen aufzulösen. Nach Angaben der Polizei wurden 17 Menschen festgenommen.