Wirtschaft

„Kaufhaus Österreich“ gestartet: Heftige Kritik

01.12.2020 • 10:55 Uhr / 2 Minuten Lesezeit
Wirtschaftsministerin Margarete Schramböck, Wirtschaftskammerpräsident Harald Mahrer
Wirtschaftsministerin Margarete Schramböck, Wirtschaftskammerpräsident Harald Mahrer (c) WKÖ (nadine studeny)

1000 Online-Händler auf Website, bis Mitte 2021 „einige Tausend“ als Ziel.

Das Wirtschaftsministerium und die Wirtschaftskammer starten im Kampf gegen Amazon & Co. die Website www.kaufhaus-oesterreich.at

„Es ist keine Kopie von Amazon, es ist auch nicht unser Ziel“, ließ Wirtschaftsministerin Margarete Schramböck wissen und spricht von einem „österreichischen Eck im Internet“. Ebenso wie Wirtschaftskammerpräsident Harald Mahrer bemühte die Ministerin dabei den Ausdruck der „Meta-Plattform“ als Idee hinter dem digitalen Kaufhaus. Man könne dort zwar keine Produkte direkt kaufen, wolle aber alle Händler im Land zentral und digital sichtbar machen. Schon jetzt seien 1000 gelistet, bis Mitte 2021 sollen „einige Tausend Händler“ an Bord sein.

Mit dabei sind auch folgende österreichische Internet-Marktplätze und Händlerplattformen: Austrian Limited, beeanco, doitfair, Klickland, markta, myproduct.at, Panterzone, RS Regionale Shops, shöpping und SHÖPY. Wirtschaftsministerium und WKÖ haben die Ziele des „Kaufhaus Österreich“ in einer Charta festgehalten. Darin bekennen sich die Partner und Unterstützer von „Kaufhaus Österreich“ zum Ausbau von E-Commerce in Österreich, gezielter Mobilisierung von Betrieben für E-Commerce, Unterstützung und Beratung von Betrieben rund um E-Commerce sowie die Verbesserung der Rahmenbedingungen für E-Commerce in Österreich.

Plattform erntet auch Kritik

Auf wenig Begeisterung stößt die Initiative bei der Opposition. Das Kaufhaus drohe „genauso wie vorherige nationale E-Commerce-Plattformen zu scheitern“, sagt Neos-Wirtschaftssprecher Sepp Schellhorn. Die Kritik: Viele kleine und mittlere Unternehmen könnten sich keinen eigenen Webshop leisten. Infolge dessen könnte man einen solchen auch nicht listen. Auch via Twitter wurden zahlreiche kritische Stimmen laut.