Wirtschaft

Dank Corona mehr Leckerlis verkauft

31.12.2020 • 11:01 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Dank Corona mehr Leckerlis verkauft

Die Pandemie befeuert den Absatz von Heimtiernahrung.

Die Farbe Gold ist immer öfter auf den Packungen zu finden. Die Convenience-Produkte nennen sich Royal, Select Gold oder Moments. Dass es sich dabei um Tierfutter handelt, soll nicht unerwähnt bleiben.
Die Österreicher lassen sich, was die Ernährung ihrer Haustiere angeht, nicht lumpen. Die monatlichen Ausgaben pro Haustierhalter in Österreich liegen bei durchschnittlich 82 Euro (2017). Die Gesamtausgaben für Tierfutter in Österreich dürften dieses Jahr laut einer Prognose die 500-Millionen-Euro-Grenze überschreiten. Und das ist nicht nur auf einen Anstieg der Katzenpopulation auf mehr als zwei Millionen Tiere und der Hundepopulation auf 827.000 Hunde zurückzuführen. Auch 500.000 Kleinsäugetiere werden in Österreich gehalten.
Herrchen und Frauchen setzen bei ihren Lieben so wie bei sich selbst verstärkt auf Premiumprodukte, auf gesunde Ernährung, auf Bio-Qualität. Die Tiere „barfen“ nennt sich das im Fachjargon, sie also „biologisch artgerecht ernähren“.

Canabis für das nervöse Haustier-Naturell

Auch CBD-Produkte (gewonnen aus dem weiblichen Cannabis) für Tiere mit „nervösem Naturell“ werden gerne genommen. Gerade zu stressigen Zeiten wie Weihnachten oder Silvester.
Die deutsche Fachmarktkette Fressnapf, hierzulande seit 1997 am Markt, mit 132 Filialen Marktführer und gerade zum wiederholten Mal als „Händler des Jahres“ in Sachen Tierbedarf ausgezeichnet, blickt nach einem ausgezeichneten Jahr 2019 mit 185 Millionen Euro Rekordumsatz auch äußerst zufrieden auf das Corona-Jahr zurück.

Ausgaben steigen

30 Prozent der Österreicher halten mindestens ein Haustier.
Das beliebteste Haustier ist die Katze. 16 Prozent aller österreichischen Haustierbesitzer haben eine oder mehrere Katzen.
Die jährlichen Ausgaben steigen. Für Katzen werden 530 Euro ausgegeben. Für große Hunde
kostet das Futter rund 650 Euro.

„Weil die Österreicher zu Hause mehr mit ihren Tieren gespielt und auch Fitness gemacht haben, haben wir deutlich mehr Leckerlis abgesetzt“, sagt Fressnapf-Sprecher Jürgen Seiwaldstätter.
„Die emotionale Bindung zum Haustier hat heuer noch einmal zugenommen. In der ersten Phase der Pandemie haben sich viele Österreicher neu für einen tierischen Begleiter entschieden, die dann alle eine Erstausstattung für ihre Haustiere benötigt haben.“ Wie viel das kostet, ist durch Statistiken belegt: 491 Euro kostet eine Erstausstattung bei Katzen, 334 für Hunde – dazu zählen Impfstoffe, Spielzeug und Sicherheitsvorkehrungen.

Ausbau des Onlinegeschäfts

Obwohl im Geschäft um Heimtiernahrung auch Drogerie- und Lebensmittelketten, ja sogar Baumärkte mitnaschen, ist Fressnapf weiterhin auf Wachstumskurs.

Hermann Aigner
Fressnapf-Österreich-Chef Hermann AignerKleine Zeitung

„Wir suchen weiterhin Filialflächen in guter Lage. Wir bauen unseren Onlineshop aus und digitalisieren gleichzeitig unsere Geschäfte“, sagt Seiwaldstätter. Eine klassische Mehrkanalstrategie, die sich, wenn es nach Österreich-Geschäftsführer Hermann Aigner geht, durch Service- und Dienstleistungen noch verbreitern soll.