International

Menschen weltweit feiern Jahreswechsel

31.12.2020 • 14:17 Uhr / 6 Minuten Lesezeit
Sky Tower in Auckland, Neuseeland. <span class="copyright">Michael Craig/NZ Herald via AP</span>
Sky Tower in Auckland, Neuseeland. Michael Craig/NZ Herald via AP

Jahreswechsel unter Corona hat in ersten Länder bereits gestartet.

Das neue Jahr hat in den ersten Ländern der Welt bereits begonnen. Als Erste starteten die Bewohner der Südsee-Inseln Samoa und Kiribati um 11.00 Uhr MEZ. Eine Stunde später folgte Neuseeland, wo man mit einer Reihe großer Musikfestivals und Feuerwerksshows das Jahr 2021 begrüßte. Im Gegensatz zu vielen anderen Ländern hat der Inselstaat im Südpazifik seit mehr als einem Monat keine lokalen Corona-Fälle mehr verzeichnet. Daher konnten die Veranstaltungen ohne Begrenzungen der Besucherzahl oder andere coronabedingte Einschränkungen stattfinden.

Deutschland

Anders wird es in Deutschland sein, wo zum zweiten Mal seit dem Beginn der Coronavirus-Pandemie ein harter Lockdown herrscht. Restaurants und Bars sind ebenso wie Museen, Theater und Freizeiteinrichtungen bereits seit Anfang November geschlossen. Seit Mitte Dezember sind auch Geschäfte weitgehend zu, ebenso Schulen und Kitas. Diesmal gab es ein grundsätzliches Verkaufsverbot von Feuerwerk in den letzten Tagen des zu Ende gehenden Jahres. Es ging vor allem darum, die Krankenhäuser von zusätzlichen Patienten zu entlasten.

Das Höhenfeuerwekr über dem Brandeburger Tor in Berlin fällt dieses Jahr aus. <span class="copyright">Archivbild/APA/dpa/Paul Zinken</span>
Das Höhenfeuerwekr über dem Brandeburger Tor in Berlin fällt dieses Jahr aus. Archivbild/APA/dpa/Paul Zinken

Deutschlands größte Silvesterparty in Berlin fällt aus – inklusive fernsehtauglichem Höhenfeuerwerk über dem Brandenburger Tor. Das ZDF überträgt von dort aber eine Show ohne Publikum. Andrea Kiewel und Johannes B. Kerner begrüßen Musikgäste wie Jürgen Drews und Vicky Leandros.
Mit einem Großaufgebot will die Polizei das an vielen Orten Berlins geltende Feuerwerksverbot durchsetzen. Die Berliner Feuerwehr bereitete sich – wie in den Vorjahren – auf eine Art Ausnahmezustand an Silvester vor. Dabei hat sich bundesweit die sonst übliche Debatte über die Böllerei angesichts von Lärm, Klimaschutz und Aggressionen fast erledigt. Der Deutsche Städtetag rief dazu auf, angesichts des Corona-Geschehens auf jegliches Feuerwerk zu verzichten, selbst wenn man Altbestände oder Einkäufe aus dem Ausland habe und auf Privatgrundstücken zünden wolle.

Die Polizei will mit Großaufgebot das an vielen Orten geltende Feuerwerksverbot durchsetzen. <span class="copyright">Archiv/APA/dpa/Roland Weihrauch</span>
Die Polizei will mit Großaufgebot das an vielen Orten geltende Feuerwerksverbot durchsetzen. Archiv/APA/dpa/Roland Weihrauch

Die Deutsche Feuerwehr-Gewerkschaft befürchtet trotz allem Gewalt gegen Einsatzkräfte. In den vergangenen Jahren kam es in der Silvesternacht immer wieder zu Attacken. In diesem Jahr wird mancher Zorn wegen der Alkohol-Beschränkungen und Böllerverbote erwartet.

Absagen

Auch weltweit sind viele Partys und Feuerwerke abgesagt worden, zum Beispiel in Rio, São Paulo, Amsterdam und London. In Sydney findet zwar ein Riesenfeuerwerk statt, allerdings dürfen sich keine Zuschauer dazu am Hafen einfinden. In New York soll der „Ball Drop“ am Times Square, ein fallender leuchtender Kristallball an einem Mast, nur vor wenigen Leuten statt wie sonst Tausenden stattfinden.

Der "Ball Drop" am Times Square findet nur vor wenigen Zuschauern statt. <span class="copyright">Archiv/AP Photo/Frank Franklin II</span>
Der "Ball Drop" am Times Square findet nur vor wenigen Zuschauern statt. Archiv/AP Photo/Frank Franklin II

26 Stunden dauert es wieder zwischen 11.00 Uhr MEZ am 31. Dezember und 13.00 Uhr MEZ am 1. Januar, bis der ganze Globus ins neue Jahr gerutscht ist. Es begann im Inselstaat Samoa, geht über Australien (14.00 Uhr MEZ), Asien bis Europa, Südamerika, die US-Ostküste, Kalifornien, Hawaii zu den unbewohnten Eilanden Bakerinsel und Howlandinsel wieder im Pazifik.

Ausgangssperre in Frankreich

In Paris herrscht auch an Silvester nachts eine Ausgangssperre. Es gibt aber ein Online-Konzert von Jean-Michel Jarre als Avatar in der virtuellen Kulisse der Kathedrale von Notre-Dame und einen vorab aufgezeichneten Spenden-Livestream mit Star-DJ David Guetta vor der Louvre-Pyramide.

Ruslland, Taiwan und China

In Moskau soll es trotz Corona-Sperrstunde ab 23.00 Uhr Ortszeit (21.00 Uhr MEZ) ein großes Feuerwerk am Kreml geben.
Das fast coronafreie Taiwan plant traditionell Pyrotechnik am Wolkenkratzer „Taipei 101“ in Taipeh.
In den Vereinigten Arabischen Emiraten ist am höchsten Gebäude der Welt, dem 828 Meter hohen Burdsch Chalifa in Dubai, wieder ein spektakuläres Feuerwerk samt Licht- und Lasershow geplant.
Auch in China, wo erst zum chinesischen Neujahrsfest im Februar richtig groß gefeiert wird, sind Veranstaltungen geplant. Unter anderem soll es in Wuhan ein Feuerwerk geben – im Ausbruchsort des Coronavirus.

Jahresablauf – ein Überblick (Beispiele)

  • 11 Uhr Inselstaat Samoa startet als erstes Land der Welt ins neue Jahr
  • 12 Uhr Neuseeland
  • 13 Uhr Tuvalu im Pazifik
  • 14 Uhr Sydney in Australien begrüßt das neue Jahr
  • 15 Uhr Teile Australiens, darunter Brisbane
  • 16 Uhr Südkorea und Japan
  • 17 Uhr Philippinen, Malaysia, Singapur
  • 18 Uhr Thailand, Vietnam
  • 19 Uhr Bangladesch und Bhutan
  • 19.30 Uhr Indien und Sri Lanka
  • 20 Uhr Malediven und Pakistan
  • 21 Uhr Armenien, Vereinigte Arabische Emirate
  • 22 Uhr Türkei, Russlands Hauptstadt Moskau, Kenia
  • 23 Uhr Griechenland, Finnland, Baltikum, Rumänien
  • 00 Uhr Deutschland, Österreich und weite Teile der EU

    1. Januar (MEZ)
  • 1 Uhr Großbritannien, Portugal, Island
  • 2 Uhr 00 Kap Verde
  • 4 Uhr Teile Brasiliens (Rio), Argentinien, Uruguay
  • 5 Uhr Bolivien, Venezuela
  • 6 Uhr US-Ostküste mit New York, Kuba, Peru
  • 7 Uhr Mexiko-Stadt und Teile der USA (Chicago)
  • 9 Uhr Kalifornien in den USA mit Los Angeles
  • 10 Uhr Alaska (USA)
  • 11 Uhr Honolulu in Hawaii (USA)
  • 12 Uhr Pago Pago (Amerikanisch-Samoa)
  • 13 Uhr Bakerinsel und Howlandinsel im Pazifik (unbewohnt)

DPA