Österreich

Mob beschoss Polizisten mit Pyro-Gegenständen

01.01.2021 • 13:27 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Mob beschoss Polizisten mit Pyro-Gegenständen

Wien: Pyrotechnische Artikel auf Beamte geschleudert.

In der sonst recht ruhigen Silvesternacht ging es in Wien-Favoriten wild zu: Nachdem es zu etlichen Sachbeschädigungen durch pyrotechnische Gegenstände in der Gegend um den Reumannplatz gekommen war, rückte die Polizei zu einem Großeinsatz aus. Der Mob beschoss Beamte mit Raketen bzw. Böllern, es kam zu zahlreichen vorübergehenden Festnahmen. Zahlreiche „Allahu Akbar“-Rufe sollen zu hören gewesen sein.

Wie die APA erfuhr, wurden auch brennende Gegenstände in Richtung der Polizisten geschleudert. Die pyrotechnischen Gegenstände, die auch gegen die Beamten eingesetzt wurden, sollen die doppelte Sprengkraft einer scharfen Handgranate gehabt haben.

Die Täter ergriffen die Flucht, zwei Verdächtige – ein 16-jähriger Österreicher und ein 21-jähriger Syrer – wurden aber in einem Haus angehalten. In einer in dem Gebäude befindlichen Wohnung traf die Polizei weitere Männer an, die an den Randalen beteiligt gewesen seien sollen. Ein 21-Jähriger soll im Zuge der Vorfälle mit pyrotechnischen Gegenständen einen Einbruch bei einem Juwelier verübt haben. Im Gegensatz zu den anderen Verdächtigen blieb er in Polizeigewahrsam. Die Ermittlungen sind im Gange.

WIEN: GROSSEINSATZ DER POLIZEI NACH SACHBESCHAeDIGUNGEN / MOB BESCHOSS POLIZISTEN MIT PYRO-GEGENSTAeNDEN
APA

„Durch das konsequente Einschreiten der Polizei konnten die Ereignisse beendet, weitere Straftaten verhindert und zahlreiche Tatverdächtige festgenommen werden. Für derartiges deliktisches Verhalten gibt es absolut kein Verständnis und werden die Erhebungen zum Tathergang und weiteren Ausforschungen von Straftätern konsequent fortgeführt“, so Polizeipräsident Gerhard Pürstl.

Im August war es in Favoriten zu schweren Ausschreitungen zwischen kurdischen und türkisch-nationalistischen Demonstranten gekommen. Die Vorfälle belasteten das Verhältnis zwischen Wien und Ankara. Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) warf der Türkei vor, „Unfrieden zu säen“.

1600 Einsätze in Wien

In der Landesleitzentrale Wien sind am letzten und ersten Tag des Jahres weit über 4.000 Notrufe eingegangen. Daraus resultierten knapp 1.600 Einsätze, berichtete die Polizei. Die Beamten rückten u.a. wegen Sachbeschädigungen, Lärmerregungen und illegaler Zündung von pyrotechnischen Gegenständen aus.

In Rudolfsheim-Fünfhaus brannte es auf einem Balkon. Ein pyrotechnischer Gegenstand war dort gelandet. In der Brigittenau feierten mehrere Personen gemeinsam. Als die Beamten den Sachverhalt klären wollten, leisteten vier Personen Widerstand. Sie wurden vorläufig festgenommen.

Wien weit kam es bis Freitagmittag zu 35 Anzeigen und neun Organmandaten wegen Übertretungen des Pyrotechnikgesetzes. In einigen Fällen wurden pyrotechnische Gegenstände sichergestellt, da die Personen diese nicht besitzen durften oder die geforderten Kennzeichnungen fehlten. Gemäß dem Covid-19-Maßnahmengesetz wurden 97 Anzeigen gelegt und 31 Organmandate ausgestellt, so die Polizeibilanz