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Merkel sieht „gespaltenes Bild“

22.01.2021 • 11:16 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Bundeskanzlerin Angela Merkel
Bundeskanzlerin Angela Merkel AP

Zwischen Früchten des Lockdowns und hohen Todeszahlen.

Die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) sieht ein „gespaltenes Bild“ bei der Entwicklung der Corona-Pandemie. Zum einen gingen die Neuinfektionen endlich zurück. „Das zeigt, dass die harten Einschnitte, die die Menschen in Deutschland seit Wochen auf sich nehmen müssen, sich auszuzahlen beginnen. Und es zeigt im Grunde, dass die Mühe sich lohnt“, sagte Merkel am Donnerstag in Berlin. Zugleich aber seien die täglichen Todeszahlen erschreckend hoch.

„Das sind nicht einfach Zahlen, das sind Menschen, die in Einsamkeit gestorben sind, das sind Schicksale, das sind Familien, die um sie trauern“, betonte die Kanzlerin. Außerdem berge die Mutation des Virus eine große Gefahr. Alles deute darauf hin, dass das mutierte Virus um ein Vielfaches ansteckender sei als das bekannte. Die Ausbreitung dieser Mutation müsse so weit wie möglich verlangsamt werden.

Mutiertes Virus

Wenn man jetzt warte, könne eine dritte, möglicherweise noch heftigere Welle der Pandemie vielleicht nicht verhindert werden, warnte Merkel. „Wir können das noch verhindern“, betonte sie. „Es ist noch etwas Zeit, um der Gefahr, die in diesem mutierten Virus steckt, vorzubeugen.“

Alle zusätzlichen Einschränkungen dienten der Vorsorge für das Land, für die Gesundheit der Bürger und auch Wirtschaft, Arbeitswelt und Kultur. „Alles dient dem Ziel, in diesem Jahr die Pandemie in den Griff zu bekommen und schließlich auch zu überwinden“, betonte Merkel.

Grenzsperren

Kurz vor den EU-Beratungen über neue Corona-Maßnahmen mehren sich unterdessen Warnungen vor neuen Grenzkontrollen in Europa. „Das war falsch 2020 und das ist noch falsch in 2021“, sagte Luxemburgs Außenminister Jean Asselborn am Donnerstag im Deutschlandfunk. Die deutsche Kanzlerin Angela Merkel hatte am Dienstag gewarnt, dass Grenzkontrollen an den deutschen Grenzen nötig seien, wenn Nachbarländer nicht ähnlich entschlossen gegen die Ausbreitung des Virus vorgingen.