Österreich

Pucher darf 45 Minuten befragt werden

23.01.2021 • 12:06 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Pucher darf 45 Minuten befragt werden

Ehemaliger Chef der Commerzialbank soll am 3. Februar befragt werden.

Der ehemalige Chef der Commerzialbank Martin Pucher wird dem Untersuchungsausschuss – zunächst – für 45 Minuten zur Verfügung stehen. Eine Befragung Puchers als Auskunftsperson sei möglich, vorausgesetzt, die aus medizinischer Sicht notwendigen Maßnahmen werden eingehalten, heißt es in dem der APA vorliegenden Gutachten. Pucher hatte in der Vergangenheit zwei Schlaganfälle erlitten und war einer Ladung in den U-Ausschuss aus gesundheitlichen Gründen bisher nicht nachgekommen.

Die für die Befragung notwendigen Maßnahmen führte der Gutachter, der Grazer Arzt Manfred Walzl, in seiner Stellungnahme aus: Die maximale Befragungszeit Puchers soll „nicht wesentlich länger als 45 Minuten“ dauern, da sonst keine ausreichende Konzentrationsfähigkeit mehr gegeben sein werde. Die an ihn gerichteten Fragen sollen im Vorhinein bekannt gegeben werden und während der Befragung müsse ein Arzt anwesend sein. Falls mehrere Befragungen vorgesehen sind, sollten vier bis fünf Tage dazwischen liegen.

Anfang November des Vorjahres hatte Puchers Rechtsvertreter dem U-Ausschuss mitgeteilt, dass seinem Mandanten aufgrund seiner Vorerkrankung und seines klinisch-neurologischen Status aus neurologischer Sicht dringend von einer Teilnahme am Untersuchungsausschuss abgeraten werde. Gegenüber dem vom Burgenländischen Landtag beauftragten Gutachter Walzl erklärte Pucher nun, dass er unter den Folgen des Schlaganfalls leidet und sich nur schwer konzentrieren kann.

Der frühere Bankdirektor gibt aber auch an, zu seiner Verantwortung zu stehen und im U-Ausschuss aussagen zu wollen. Dies könne aber nur zeitlich eingeschränkt stattfinden.

Im Gutachten wird daher festgehalten, dass Pucher zu den vorgeworfenen Handlungen stehe. Er sei „reuig und bereit, alle gewünschten Auskünfte“ zu geben – auch gegenüber dem Untersuchungsausschuss. Aus gutachterlicher Sicht sei daher eine Befragung als Auskunftsperson möglich, vorausgesetzt dass die aus medizinischer Sicht notwendigen Maßnahmen getroffen und eingehalten werden.