Wirtschaft

Reisen 2021: Tests oder Impfnachweis

27.01.2021 • 14:38 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Reisen 2021: Tests oder Impfnachweis

Mit Test- oder Impfnachweisen sollen Luftfahrt wieder in Höhe bringen.

Die Reiseveranstalter und die Airlines stehen bereits in den Startlöchern. Wie das Fliegen wieder massentauglich werden kann, daran wird gerade nicht nur weltweit und auf europäischer Ebene, sondern auch in Österreich intensiv gearbeitet. Wenn es nach Staatssekretär Magnus Brunner (ÖVP) aus dem Klimaministerium geht, werden verpflichtende Corona-Tests oder Impfnachweise künftig so wichtig wie Tickets und Reisepass.

Sogar Einreisen aus Hochrisikoländern sollten dann wieder möglich werden und die aktuellen Landeverbote etwa aus Großbritannien, Südafrika oder Brasilien ersetzen. Ein Impfnachweis könnte etwa die Quarantäne ersetzen. Dass die Landeverbote umgangen werden, kritisiert die AUA seit ihrer Verhängung. So ist die Airline sogar verpflichtet, Passagiere, die mit ihr etwa nach Kapstadt geflogen wären, selbst auf andere Airlines umzubuchen. Über Istanbul, Bratislava oder Amsterdam nach Wien zu reisen, dürfte zahlreichen Internet-Tipps zufolge dagegen kein Problem sein. Die AUA sieht sich durch die bis 7. Februar geltende Reglung benachteiligt. Eine Verlängerung ist aber wahrscheinlich.

Magnus Brunner
Magnus BrunnerAPA

„Rasch von den Landeverboten wegbewegen“

Brunner nennt als Gegenbeispiel Deutschland. „Wir sollten uns auch rasch von den Landeverboten wegbewegen“, so Brunner nach dem von ihm anberaumten Luftfahrtgipfel, an auch Vertreter von Ryanair und Wizz Air teilnahmen. Die Gewerkschaft forderte deshalb auch Regeln gegen Lohndumping ein.

Die politische Strategie für den Sommer könnte Brunner zufolge „Reintesten in den Sommerurlaub“ lauten. Gut sei der griechische Vorschlag, einen EU-Impfnachweis zu schaffen. Die Fluglinie Emirates testet gerade den digitalen Gesundheitspass der IATA (Weltluftfahrtverband). In Brüssel wird bereits an neuen Regeln gearbeitet.

Kurzarbeits-Sondermodelle für die Luftfahrt?

Angesichts der noch Jahre dauernden Krise für die Luftfahrt verhandelt Brunner zudem mit Arbeitsminister Martin Kocher über Kurzarbeits-Sondermodelle. Die Kurzarbeit ist der wichtigste Rettungsanker für die 56.000 Jobs, die in Österreich an der Luftfahrt hängen. Brunner: „95 Prozent wurden gehalten. Das ist vorbildlich.“ 2300 Stellen gingen verloren. Die Wertschöpfung ist 2020 um rund die Hälfte auf 2,54 Milliarden Euro weggebrochen. 38 Airlines fliegen derzeit Wien an, nach 75 vor der Krise.

Eine Lanze für die Regionalflughäfen brach bei dem Treffen der Ökonom Christian Helmenstein (Economica). Falle die internationale Anbindung an eine Region weg, sackten sofort die Direktinvestitionen ab. Brunner: „Da müssen wir uns gut überlegen, wie wir mit den kleineren Flughäfen umgehen.“

Die Sehnsucht nach Reisen ist inzwischen groß. Laut einer aktuellen Umfrage des Corps Touristique Österreich planen heuer 78 Prozent von 1800 Befragten eine Privatreise. Fast die Hälfte davon will nur buchen, wenn Storno und Geld-Rückerstattung möglich sind. Ein Drittel will die Infektionslage bei der Reiseentscheidung berücksichtigen. Rund ein Viertel setzt auf Reiseziele mit einfacher Rückkehrmöglichkeit. Die AK empfiehlt, sich eine kostenlose Stornierung bis Reiseantritt schriftlich zusichern zu lassen.