Kärnten

Neonazi-Rapper in Kärnten festgenommen

02.02.2021 • 13:54 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Der Beschuldigte wurde in die Justizanstalt Klagenfurt gebracht
Der Beschuldigte wurde in die Justizanstalt Klagenfurt gebracht KLZ/Weichselbraun

36-jähriger Kärntner sitzt in Justizanstalt Klagenfurt in U-Haft.

Österreichs Verfassungsschützern ist ein Schlag gegen die Neonazi-Szene gelungen: Nach monatelangen Ermittlungen wurde, wie das Innenministerium am Dienstag bekannt gegeben hat, am 20. Jänner auf Anordnung der Staatsanwaltschaft Wien der Neonazi-Rapper „Mr. Bond“ festgenommen.

Der 36-jährige Kärntner lebte in einer Wohnung in der Gemeinde Paternion im Bezirk Villach-Land und hat jahrelang unerkannt nationalsozialistisch geprägte Liedtexte verbreitet, so Patrick Maierhofer, Sprecher des Innenministeriums. Der Festgenommene sei kein Mitläufer, er sei seit Langem in der rechten Szene bekannt und höchst aktiv.

Bei der Hausdurchsuchung konnten Datenträger, Waffen, NS-Propagandamaterial, Liedtexte und weitere Beweismittel (wie ein Mischpult) sichergestellt werden. Der Beschuldigte wurde in die Justizanstalt Klagenfurt gebracht, wo er in Untersuchungshaft sitzt.

Massenmörder

Traurige „Berühmtheit“ hat „Mr. Bond“ erlangt, weil der Attentäter von Halle (Deutschland) bei seinem Anschlag im Oktober 2019, den er live im Internet übertragen hat, Songs des Österreichs verwendet hatte. Bei dem Attentat wurden zwei Menschen getötet und drei schwer verletzt. Zudem soll der Nazi-Rapper die Schriften des Attentäters von Christchurch ins Deutsche übersetzt und veröffentlicht haben. Beim schlimmsten Amoklauf in der Geschichte Neuseelands wurden im März 2019 insgesamt 51 Menschen getötet und 50 verletzt.

Gegen den 36-Jährigen wird wegen Verdachts von Verstößen gegen das Verbotsgesetz und wegen Verhetzung ermittelt. Zudem droht ihm auch eine Lawine an Zivilverfahren und Schadensersatzforderungen. Er hat nämlich für seine unzähligen rassistischen, fremden- und ausländerfeindlichen sowie antisemitischen und gewaltverherrlichenden Lieder, die Songs anderer Interpreten verwendet und für seine Zwecke missbraucht. Und damit Urheberrechtsverletzungen begangen.

Im Einsatz waren neben dem Bundesamt und dem Landesamt für Verfassungsschutz und Terrorismusbekämpfung, das Landeskriminalamt Kärnten und Beamte der örtlichen Polizeiinspektion.

Für „Mr. Bond“ gilt die Unschuldsvermutung.