Kärnten

Kärntner Polizei „jagt“ mysteriösen Fuchsjäger

02.03.2021 • 11:03 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Die Kadaver erlegter Tiere müssen fachgerecht, also nicht am Straßenrand, entsorgt werden
Die Kadaver erlegter Tiere müssen fachgerecht, also nicht am Straßenrand, entsorgt werden Gollenz

Etwa zehn gehäutete Füchse wurden in Mittelkärnten entdeckt.

Mehrere Funde von Tierkadavern im Gebiet von Moosburg – Maria Saal – Feldkirchen beschäftigen derzeit die Kärntner Polizei. Fünf erlegte Füchse, denen das Fell abgezogen worden ist, wurden im Februar entdeckt und angezeigt. Dazu kommt der Fund von Überresten eines Rehs und eines Wildschweins.

Wie es derzeit aussehe, könnten alle Taten von ein- und derselben Person bzw. Gruppe begangen worden sein, so Waltraud Dullnigg, Sprecherin der Landespolizeidirektion (LPD) Kärnten. Darauf deute schon die räumliche Nähe der Fundorte der Tierkadaver hin. Dazu habe der Schütze mit Sicherheit waidmännischen Grundkenntnisse, so Dullnigg. Die Füchse waren jeweils mit einem Schuss erlegt worden, die Felle wurden fachmännisch abgezogen.

Einen Fuchs erlege man nicht „im Vorbeigehen“, meint auch Mario Deutschmann, Verwaltungsdirektor der Kärntner Jägerschaft. „Wir gehen davon aus, dass es sich bei diesen Fällen um denselben Täter handelt. Welches Motiv er für dieses Vorgehen hat, ist mir ein Rätsel.“ Konsequenzen, für den Fall, dass er erwischt wird und Mitglied der Kärntner Jägerschaft ist, werde es ziemlich sicher geben. „Damit wird sich dann unser Disziplinaranwalt befassen“, sagt Deutschmann. Ob strafrechtlich etwas herauskommt, ist völlig offen: Ermittelt wird von der Polizei wegen Eingriffs in fremdes Jagdrecht.

In Plastiksäcke gesteckt

Heikler, auch für die Kärntner Jägerschaft, ist der Fund eines Reh- und Wildschwein-Kadavers in einer Ortschaft bei Feldkirchen. Die Überreste der Tiere waren in insgesamt drei Plastiksäcken gesteckt und nahe einer Straße entsorgt worden. Zuvor waren Reh und Wildschwein „fachmännisch aus der Decke geschlagen bzw. abgeschwartet“ worden. „Das ist absolut untragbar“, sagt Deutschmann.

Die Tiere waren möglicherweise schon im November oder Dezember erlegt worden, ihre Überreste erst mit der Schneeschmelze „aufgetaucht“. Sollten sie nach dem 31. Dezember geschossen worden sein, wird es für den Täter haarig. Dann hat er Schonfristen verletzt. „Ist der Schütze ein Mitglied der Jägerschaft, muss er mit einem Ausschluss rechnen“, sagt Deutschmann. Im Unterschied zur Polizei bezweifelt er einen Zusammenhang zwischen den Taten. „Ohne Beweise zu haben, sage ich: Das passt nicht.“

Die Polizei ermittelt nur zu jenen zwei Fällen erlegter Füchse – mit insgesamt fünf Tieren – die auch angezeigt worden sind, so LPD-Sprecherin Dullnigg. Am 9. Februar hat ein Spaziergänger in Moosburg nahe dem Golfplatz zwei gehäutete Fuchskadaver entdeckt. Elf Tage später fand ein Klagenfurter auf einem Parkplatz bei Pörtschach/Berg (Gemeinde Maria Saal) drei tote Füchse.

Es gibt noch weitere, nicht bei der Polizei angezeigte Fälle: Anfang Februar hat eine Frau, auch in Moosburg, zwei ähnlich zugerichtete Tiere gefunden. Mitte des Monats haben Vater und Tochter bei einem Spaziergang in der Gemeinde Liebenfels zwei Füchse gefunden.
Dass Füchse in den vergangenen Monaten gejagt und ihnen die Felle abgezogen worden sind, ist nicht verboten – im Gegenteil: Es war Hauptbejagungszeit für die Tiere. Diese hat mit gestern, 28. Februar, geendet. Zu jeder Zeit verboten ist allerdings die nicht fachmännische „Entsorgung“ der Kadaver am Straßenrand.