Österreich

„Brauchen 30 Millionen Dosen“

05.03.2021 • 16:27 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
"Brauchen 30 Millionen Dosen"

Kurz will heimischen Impfstoff-Produktion ankurbeln.

Österreich, Israel und Dänemark wollen eine gemeinsame Stiftung für Forschung und Entwicklung zur Bekämpfung von Covid-19 gründen. Das gaben die Regierungschefs Sebastian Kurz (ÖVP), Mette Frederiksen und Benjamin Netanyahu am Donnerstag in Jerusalem bekannt. Die Stiftung soll der Grundstein für eine Kooperation bezüglich der Corona-Impfstoffe sein. Das Volumen soll 50 Millionen Euro betragen, teilte Kurz im Anschluss mit.

Kurz und der Geschäftsführer von Polymun Scientific, Hermann Katinger, stellten am Freitag Pläne für einen Coronaimpfstoff made in Austria vor. Auf Basis der Forschung von Biontech/Pfizer soll Polymun Scientific Impfstoff in Österreich herstellen. Eine Steigerung auf 20 Mio. Dosen ist zunächst geplant. „Es ist ein Privileg, in so einem globalen Netzwerk mitwirken zu können. Die Nachfrage ist ja enorm“, sagte Katinger. Es gebe viel zu stemmen, auch logistisch, aber Katinger zeigt sich zuversichtlich, was den Auftrag betrifft. „Eine große Herausforderung wird sein, dass man bei viel größeren Produktionsmengen auch die gleiche Qualität sicherstellt.“

Keinen Einfluss auf Lieferungen

Was mit dem Impfstoff geschehen wird, ist aber nicht klar. „Wir sind Zulieferer für Biontech“, betont Katinger. Daher habe man kein Mitspracherecht, was die Impfstoffverteilung betrifft. Aber: Jeder Beitrag hilft uns, sagt Kurz. Auf die Frage ob 50 Millionen als österreichischer Beitrag in der Kooperation mit Israel und Dänemark nicht zu wenig sei, erinnert Kurz: „Das ist ein vorläufiger Betrag.“ Und dieser könne noch erhöht werden.

Gespräche mit Russen wegen Sputnik

Auch Vertreter des russischen Impfstoffes Sputnik weilen derzeit in Österreich. Das bestätigt auch Kurz und ergänzt, dass man Gespräche mit mehreren Vertretern führe. Ob der russische Impfstoff in Österreich zum Einsatz kommt, hänge aber an einer europäischen Zulassung. Ein Alleingang wie in Ungarn ist nicht geplant.

30 Millionen Dosen braucht Österreich laut Kurz in den kommenden Jahren und zugleich soll der heimische Beitrag auch eine Vorbereitung gegen weitere Virus-Mutationen darstellen. Ziel sei, dass sich die Lage im Land bis zum Sommer wieder deutlich entspannt. Momentan steigen die täglichen Neuinfektionen weiter an.

Die Empfehlung des Impfgremiums den AstraZeneca-Impfstoff betreffend begrüßt Kurz: „Jeder weitere Impfstoff hilft uns allen.“