International

Impfungen für den Westbalkan

20.04.2021 • 10:28 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Mehr als 650.000 Dosen werden von der EU an die Staaten des Westbalkans weitergegeben
Mehr als 650.000 Dosen werden von der EU an die Staaten des Westbalkans weitergegeben AFP

Österreich fungiert für die EU als Impf-Koordinator für den Westbalkan.

Am Westbalkan geht das Impfen – mit Ausnahme in Serbien – nur schleppend voran. So wurden etwa in Bosnien-Herzegowina erst 0,5 Prozent und im Kosovo etwa ein Prozent der Bevölkerung geimpft.

Im Februar war die EU-Kommission an Österreich herangetreten, um die Vakzin-Weitergabe an die Staaten des Westbalkans aus einem EU-Solidaritätsfond für Drittstaaten zu organisieren. Ergebnis: Ab Mai werden nun die ersten 651.000 Impfdosen von Biontech geliefert, erklärt Außenminister Alexander Schallenberg. Schweden übernehme die Aufgabe für Island und Norwegen.

Österreich sei traditionell sehr eng mit diesen sechs Staaten verbunden, der Westbalkan ist seit jeher eine Priorität der österreichischen Außenpolitik. Daher habe das Außenministerium diese verantwortungsvolle Aufgabe gerne übernommen, so Schallenberg.

Welche Rolle hat Österreich?

Mit dieser Tranche soll prioritär das Gesundheits- und Pflegepersonal durchgeimpft werden, in weiterer Folge auch andere vulnerable Gruppen. Bevorzugt werden Staaten, die bisher wenig Impfstoff zu Verfügung hatten. Konkret soll die Aufteilung so aussehen: Bosnien und Herzegowina: 214.000 Dosen, Albanien: 145.000 Dosen, Nordmazedonien: 119.000 Dosen, Kosovo: 95.000 Dosen, Montenegro: 42.000 und Serben 36.000 Dosen.

Sorge, dass nun für Österreich weniger Impfstoff bleibe, solle nicht bestehen: Schallenberg betonte: Durch diese Aktion würde kein Österreicher später geimpft. Die weitergegeben Dosen seien von der EU explizit für die Partnerländer gesichert worden.

„Im Kampf gegen die Pandemie können wir uns keine weißen Flecken auf der Impflandkarte leisten“,sagte Schallenberg. Insbesondere, da man im Sommer wieder rege Reisetätigkeit in und aus den Ländern erwarte. Als Koordinator übernahm Österreich die Verhandlungen mit den Pharmaunternehmen, sowie den Staaten, darüber hinaus auch die Zwischenfinanzierung.

Dafür werden aus dem Auslandskatastrophenfonds vorübergehend 11 Millionen Euro freigemacht, die nach erfolgter Lieferung an Österreich refundiert und dann wieder in den Auslandskatastrophenfonds einbezahlt werden. Die Kosten für die Impfstoffe der sechs Staaten werden aus IPA-Mitteln der EU getragen.