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Südtirol führt eigenen Corona-Pass ein

23.04.2021 • 11:48 Uhr / 2 Minuten Lesezeit
Der Südtiroler Landeshauptmann Arno Kompatscher
Der Südtiroler Landeshauptmann Arno Kompatscher (c) AP (Matthias Schrader)

Widerstand aus Rom. Südtirol öffnet ab Montag seine Lokale im Innenbereich.

Südtirol bleibt dabei: Trotz des Widerstands der Zentralregierung in Rom öffnet Südtirol ab Montag seine Lokale im Innenbereich, kündigte der Südtiroler Landeshauptmann Arno Kompatscher (SVP) am Freitag an. Kunden können im Inneren eines Lokals bewirtet werden, wenn sie einen sogenannten Corona-Pass vorweisen, der Getesteten, Geimpften oder Genesenen ausgestellt wird.

Der Beschluss wurde angesichts sinkender Infektionszahlen ergriffen. Südtirol wurde erneut als gelbe Zone mit niedrigem Infektionsrisiko eingestuft. Südtirols Corona-Pass sei mit jenem kompatibel, den der italienische Staat und die EU einführen wollen, sagte Kompatscher. „Wir bleiben bei unserem Weg“, meinte der Landeshauptmann.

Kompatscher reagierte auf Kritik seitens der italienischen Regionenministerin Maria Stella Gelmini, die der autonomen Provinz mit einer Anfechtung der geplanten Verordnung zur Einführung des Corona-Passes gedroht hatte. Die Regierung in Rom befürchte, dass auch andere Regionen mit höheren Infektionszahlen und weniger Testkapazitäten dem Südtiroler Vorbild folgen könnten, meinte Kompatscher. Ob der Staat gegen die Verordnung des Landeshauptmannes vor das Verfassungsgericht ziehen wird, ist unklar.

Italien lockert ab Montag seine Corona-Beschränkungen. Mit der neuen am Mittwoch verabschiedeten Corona-Verordnung führt Rom nach wochenlanger Pause wieder Weiße und Gelbe Zonen für Regionen mit niedrigen oder moderaten Corona-Werten ein. In den Gelben Zonen dürfen Restaurants und Bars ab 26. April wieder mittags und abends im Außenbereich Gäste an Tischen bedienen.

Die Innenräume bleiben zu. Theater, Kinos und Konzerthallen dürfen dort mit begrenzter Besucherzahl loslegen. Der Reproduktionsfaktor sank inzwischen von 0,85 auf 0,81.