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Mama schlug Polizistin: Verhaftet

22.06.2021 • 21:00 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Der Tschetschene widersetzte sich seiner Festnahme und wurde dabei von seiner aggressiven Mutter unterstützt. Beide wurden festgenommen. <span class="copyright">Symbolbild/Klaus Hartinger</span>
Der Tschetschene widersetzte sich seiner Festnahme und wurde dabei von seiner aggressiven Mutter unterstützt. Beide wurden festgenommen. Symbolbild/Klaus Hartinger

Mutter mischte sich in Festnahme ihres Sohnes ein: Beide wurden verurteilt.

Weil er eine BH-Geldstrafe nicht bezahlt hatte, mussten Polizisten im August 2020 im Bezirk Dornbirn einen 27-Jährigen zum Antritt seiner Verwaltungshaft in seiner Wohnung abholen. Der Tschetschene widersetzte sich seiner Festnahme und wurde dabei von seiner aggressiven Mutter unterstützt. Er schlug und verletzte nach Ansicht des Richters einen Polizisten, sie schlug und verletzte eine Polizistin.

Körperverletzung und Widerstand.

Dafür wurden der Arbeitslose und seine Mama am Landesgericht Feldkirch wegen versuchten Widerstands gegen die Staatsgewalt und schwerer Körperverletzung schuldig gesprochen. Der Schuldspruch gegen den Vorbestraften erfolgte auch wegen Verleumdung, falscher Zeugenaussage und Beleidigung.

Der 27-Jährige wurde zu einer bedingten, nicht zu verbüßenden Haftstrafe von acht Monaten und einer unbedingten, dem Gericht zu bezahlenden Geldstrafe von 1200 Euro (300 Tagessätze zu je 4 Euro) verurteilt. Über die unbescholtene und arbeitslose 55-Jährige wurde eine unbedingte Geldstrafe von 1120 Euro (280 Tagessätze zu je 4 Euro) verhängt.

Schmerzensgeld

Das Urteil von Richter Christoph Stadler, das die von Stefan Denifl verteidig­ten Angeklagten und Staatsanwältin Melanie Wörle akzeptierten, ist rechtskräftig. Die mögliche Höchststrafe für den Erstangeklagten wäre fünf Jahre Haft gewesen, für die Zweitangeklagte drei Jahre.

Der junge Mann muss dem von ihm mit Faustschlägen ins Gesicht leicht verletzten Polizisten als Teilschmerzengeld 300 Euro bezahlen. Seine Mutter hat der Polizistin vorerst 50 Euro zukommen zu lassen. Die Frau hat der 27-jährigen Beamtin mit ihren Schlägen Prellungen am Jochbein und am Unterarm sowie Kratzer zugefügt.

Zwei Festnahmen auf einmal

Festgenommen wurde nicht nur der 27-Jährige, sondern auch seine Mutter. An jenem Augusttag im Vorjahr befand sich die 55-Jährige viereinhalb Stunden lang in Verwahrungshaft. Sie sagte, sie habe sich in die Amtshandlung eingemischt, weil sie Angst um ihren Sohn gehabt habe. Die Tschetschenin bestritt aber, die Polizistin geschlagen zu haben.

Ihr 27-jähriger Sohn wurde auch wegen Verleumdung und falscher Zeugenaussage bestraft. Er hat nach den gerichtlichen Feststellungen wahrheitswidrig behauptet, einer der Polizisten habe ihm zwei Mal Pfefferspray ins Gesicht gesprüht, als er gefesselt auf dem Boden gelegen sei. Damit hat er dem Beamten zu Unrecht das Vergehen des Quälens eines Gefangenen angelastet.