Österreich

„Delta-Variante den Schrecken nehmen“

11.07.2021 • 16:14 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Gurgeltests seien auch für Sechsjährige gut geeignet
Gurgeltests seien auch für Sechsjährige gut geeignet (c) APA/GEORG HOCHMUTH

Wiener Gesundheitsverband urgiert Testen auch bei ganz Kleinen.

Die deutlich ansteckendere Delta-Variante des Corona-Virus ist in Europa und Österreich weiter auf dem Vormarsch. Die Anzahl der Neuinfektionen kann dadurch rasch steigen, wie sich aktuell in Ländern wie Portugal, Spanien und den Niederlanden zeigt. Zum Schutz vor einer Ansteckung raten Covid-19-ExpertInnen des Wiener Gesundheitsverbundes in einer Aussendung zur Impfung und zu regelmäßigen Tests. Einer aktuellen Studie zufolge sei eine Vollimmunisierung essenziell, um einen möglichst guten Schutz gegen die Delta-Variante aufzubauen.

Was das Testen betrifft, so können nur PCR-Tests Delta früh und zuverlässig nachweisen, heißt es dazu vom Gesundheitsverbund. Die Testschienen der Stadt Wien – allen voran „Alles gurgelt!“ – böten dazu alle Möglichkeiten, auch für Kinder.

Testen im Sommer

„Die Covid-Impfung bietet einen sehr hohen Schutz und verhindert in weit über 90 Prozent der Fälle schwere Krankheitsverläufe. Mittlerweile haben nahezu alle die Möglichkeit, sich impfen zu lassen. Ich empfehle jedem die Impfung – vor allem bei Risikofaktoren wie Übergewicht oder Schwangerschaft“, erklärt Emanuela Friese, Infektiologin und stellvertretene Leiterin der Covid-19-Intensivstation der Klinik Favoriten. „Für alle, für die die Impfung zum jetzigen Zeitpunkt nicht möglich ist, sind regelmäßige Tests auch während der Sommermonate ratsam. Das betrifft vor allem die relativ große Gruppe der Kinder unter 12 Jahren“, so Friese.

Auch Kinder von Folgeerscheinungen betroffen

„Wir Erwachsenen können ein wichtiges Schutzschild für unsere Kinder sein. Ich hoffe, dass sich im Sommer noch viele Menschen für eine COVID-19-Schutzimpfung motivieren lassen“, sagt Florian Götzinger, Kinder-Infektiologe an der Klinik Ottakring.

Götzinger hat zahlreiche mit dem Coronavirus infizierte Kinder und Jugendliche behandelt. Die gute Nachricht: Die meisten von ihnen erkranken nur leicht. „Wir sehen nur wenige Kinder und Jugendliche mit schweren Covid-19-Verläufen. Aber natürlich können auch sie von Folgeerscheinungen betroffen sein und andere Menschen anstecken„, gibt Götzinger zu bedenken. „Daher ist es besonders wichtig, die Kinder regelmäßig zu testen – vor allem in Hinblick auf Delta.“

Zuverlässiger und angenehmer

Die Delta-Variante ist deutlich ansteckender als die bisher in Österreich aufgetretenen Virustypen. Es sei daher unbedingt notwendig, regelmäßig zu testen, sagt Götzinger. „Nur wenn wir Infektionen schnell feststellen, können wir Delta den Schrecken nehmen. PCR-Testverfahren sind dabei deutlich zuverlässiger, das haben Studien gezeigt.“

Die in Wien verfügbaren Gurgeltests sind auch für die Tests bei den Jungen bestens geeignet, so der Kinderarzt. „Kinder ab einem Alter von sechs Jahren haben im Normalfall keine Probleme, die Salzlösung für eine Minute im Mund-Rachenraum zu gurgeln oder zu spülen. Die Tests sind nicht nur zuverlässiger, sondern auch viel angenehmer als Abstriche, wie wir sie von Schnelltests kennen.“