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15 Monate altes Kind misshandelt

22.07.2021 • 20:24 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Der Angeklagte habe das Kleinkind derart massiv misshandelt, dass es fast am ganzen Körper Blessuren aufwies. Das sagte Staatsanwalt Johannes Hartmann, der den damaligen Freund der Kindesmutter mit einem Strafrahmen von bis zu drei Jahren Gefängnis angeklagt hat. <span class="copyright">Hartinger</span>
Der Angeklagte habe das Kleinkind derart massiv misshandelt, dass es fast am ganzen Körper Blessuren aufwies. Das sagte Staatsanwalt Johannes Hartmann, der den damaligen Freund der Kindesmutter mit einem Strafrahmen von bis zu drei Jahren Gefängnis angeklagt hat. Hartinger

Gebissen, gepackt, im Gesicht verletzt: Geld- und bedingte Haftstrafe.

Der Angeklagte habe das Kleinkind am 25. Jänner derart massiv misshandelt, dass es fast am ganzen Körper Blessuren aufwies. Das sagte Staatsanwalt Johannes Hartmann, der den damaligen Freund der Kindesmutter wegen Quälens von Unmündigen mit einem Strafrahmen von bis zu drei Jahren Gefängnis angeklagt hat. Auch Richter Dietmar Nußbaumer hielt den Angeklagten für schuldig, aber nur wegen leichter Körperverletzung, mit einer Strafdrohung von bis zu einem Jahr Haft.

Mildes Urteil

Dafür wurde der mit sechs Vorstrafen belastete Arbeiter am Donnerstag am Landesgericht Feldkirch zu einer bedingten, nicht zu verbüßenden Haftstrafe von sechs Monaten und einer unbedingten, dem Gericht zu bezahlenden Geldstrafe von 1260 Euro (60 Tagessätze zu je 21 Euro) verurteilt. Als Teilschmerzengeld hat der Österreicher türkischer Abstammung dem Opfer 400 Euro zukommen zu lassen. Das milde Urteil ist nicht rechtskräftig, denn der Staatsanwalt und der Angeklagte nahmen daraufhin drei Tage Bedenkzeit in Anspruch.

Überforderung als Tatmotiv

Nach Ansicht des Richters hat der Angeklagte das 15 Monate alte Mädchen an den Armen gepackt, in den Rücken gebissen und mit der Hand auf unbekannte Weise im Gesicht verletzt. Nach den gerichtlichen Feststellungen hat der 28-Jährige in der Wohnung der Kindesmutter im Bezirk Feldkirch mit Misshandlungen darauf reagiert, dass das kleine Kind in dessen Zimmer dauernd geweint hat und sich nicht beruhigen ließ. Der über keine Erfahrung im Umgang mit Kindern verfügende ledige Mann sei in der Ausnahmesituation überfordert gewesen, sagte Richter Nußbaumer. Die Überforderung sei mildernd gewertet worden. Andererseits sei der Angeklagte erneut im Beziehungsumfeld gewalttätig geworden. Vor acht Jahren sei er wegen versuchter Körperverletzung bestraft worden, weil er seine erste Freundin gewürgt habe.

Kein Quälen von Unmündigen

Der Angeklagte aus dem Bezirk Dornbirn bestritt den Tatvorwurf. Verteidiger Gottfried Waibel beantragte einen Freispruch und sagte, mögliche Täter seien die Kindesmutter und der Kindesvater. Für den Strafrichter lag der angeklagte Tatbestand des Quälens von Unmündigen nicht vor, weil dafür die Mindestdauer der Misshandlungen nicht erfüllt sei. Die Gutachterin sei von maximal zwei Minuten oder zwei Angriffen ausgegangen. Nußbaumer verwies dazu auch darauf, dass das Kind nach dem gerichtsmedizinischen Gutachten einen Tag mittelstarke und zwei Tage leichte Schmerzen gehabt habe.