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Haft: Zwei schlafende Frauen missbraucht

07.09.2021 • 19:39 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Das freundschaftliche Verhältnis zu zwei jungen Frauen habe der Angeklagte schamlos ausgenutzt, sagte Staatsanwalt Markus Fußenegger in seinem Anklagevortrag. <span class="copyright">Symbolbild/Hartinger</span>
Das freundschaftliche Verhältnis zu zwei jungen Frauen habe der Angeklagte schamlos ausgenutzt, sagte Staatsanwalt Markus Fußenegger in seinem Anklagevortrag. Symbolbild/Hartinger

21 Monate Gefängnis teilbedingt wegen Missbrauchs von Wehrlosen.

Das freundschaftliche Verhältnis zu zwei jungen Frauen habe der Angeklagte schamlos ausgenutzt, sagte Staatsanwalt Markus Fußen­egger in seinem Anklagevortrag. Er habe die schlafenden Schwestern sexuell missbraucht.
Der Darstellung des öffentlichen Anklägers schloss sich am Dienstag am Landesgericht der Schöffensenat unter dem Vorsitz von Richter Thomas Wallnöfer an. Wegen sexuellen Missbrauchs von Wehrlosen wurde der unbescholtene 29-Jährige zu 21 Monaten Gefängnis verurteilt.

Davon beträgt der unbedingte, zu verbüßende Teil sieben Monate. 14 Haftmonate wurden für eine Probezeit von drei Jahren auf Bewährung bedingt nachgesehen. Das milde Urteil ist nicht rechtskräftig. Der Strafrahmen belief sich auf eine Haftstrafe zwischen einem und zehn Jahren.

Missbrauch von Wehrlosen

Die Richter hielten die belastenden Angaben der mutmaßlichen Opfer vor der Polizei und bei den kontradiktorischen Einvernahmen vor dem Prozess vor Gericht für glaubwürdig. Demnach hat der junge Mann aus dem Bezirk Dornbirn im Juli 2019 die 22-Jährige im Intimbereich berührt, während sie schlief.
Die junge Frau und der Angeklagte übernachteten nach dem Konsum von Alkohol gemeinsam in einem Bett in der Wohnung der älteren Schwester der 22-Jährigen. Nach den gerichtlichen Feststellungen stieß die Frau den Angeklagten mit dem Ellbogen von sich weg, als sie daraufhin aufwachte.

Auch Schwester missbraucht

14 Monate später, im September 2020, hatte der im Ausland geborene Österreicher nach Überzeugung der Richter nach dem Konsum von reichlich Rotwein Geschlechtsverkehr mit der schlafenden 34-Jährigen in deren Wohnung. Sie war seine beste platonische Freundin. Er hatte schon zuvor mehrmals in ihrem Bett übernachtet, ohne dass es zu Übergriffen gekommen sei. Mildernd wertete das Gericht die Unbescholtenheit und die wegen des Alkoholkonsums eingeschränkte Zurechnungsfähigkeit des Angeklagten. Erschwerend wirkten sich zwei begangene Verbrechen aus.

Schlafwandlerei

Der Bauarbeiter sagte, er sei nicht schuldig. Verteidiger Clemens Haller beantragte einen Freispruch. Weil sein Mandant die Taten offenbar als Schlafwandler unabsichtlich und unbewusst begangen habe. Den Antrag auf Einholung eines Gutachtens zur Frage der Schlafwandlerei wies das Gericht aber ab. Weil es dafür keinen Anhaltspunkt gebe. Der Angeklagte muss den mutmaßlichen Opfern Teilschmerzengeld bezahlen. So hat er der 34-Jährigen 2500 Euro zukommen zu lassen.