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Kontaktverbot nach drei Morddrohungen

08.09.2021 • 19:16 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Nach den Morddrohungen gegen seine Ex-Freundin wurde der als gefährlich und psychisch labil eingestufte 17-Jährige in Untersuchungshaft genommen. <span class="copyright">Symbolbild/Hartinger</span>
Nach den Morddrohungen gegen seine Ex-Freundin wurde der als gefährlich und psychisch labil eingestufte 17-Jährige in Untersuchungshaft genommen. Symbolbild/Hartinger

Zudem Geldstrafe für 17-Jährigen, der seine Ex-Freundin mehrfach bedrohte.

Nach seinen schriftlichen Morddrohungen gegen seine Ex-Freundin wurde der offenbar als gefährlich und psychisch labil eingestufte 17-Jährige drei Wochen lang in Untersuchungshaft genommen.

Strafmaß

In der Hauptverhandlung am Landesgericht Feldkirch wurde der unbescholtene Lehrling nun wegen gefährlicher Drohung zu einer teilbedingten Geldstrafe von 960 Euro (240 Tagessätze zu je 4 Euro) verurteilt. Davon beträgt der unbedingte, dem Gericht zu bezahlende Teil 480 Euro. Die anderen 480 Euro wurden für eine Probezeit von drei Jahren auf Bewährung bedingt nachgesehen. Das Urteil ist rechtskräftig. Die mögliche Höchststrafe wäre eineinhalb Jahre Gefängnis gewesen. Die verhängte Geldstrafe entspricht vier Monaten Haft.

Bewährungshilfe

Der geständige und zu den Tatzeiten eingeschränkt zurechnungsfähige Angeklagte muss Bewährungshilfe in Anspruch nehmen und sich weiterhin ambulant der bereits begonnenen Psychotherapie unterziehen. Er hat sich stationär in psychiatrischer Behandlung befunden. Als weitere Bewährungsauflage wurde ihm die Weisung erteilt, während der dreijährigen Probezeit jeglichen Kontakt zu seiner Ex-Freundin zu unterlassen. Sollte er sich nicht an die Bewährungsauflagen halten, müsste er wohl auch den bedingten Teil der Geldstrafe bezahlen.

Morddrohungen an Ex-Freundin

Vier Tage lang habe der Angeklagte seine Ex-Freundin mit massiven schriftlichen Drohungen verängstigt, sagte Staatsanwalt Karin Dragosits. Drei der vier Drohungen waren aus Sicht von Richterin Sabrina Tagwercher Morddrohungen. Die Strafrichterin und die Staatsanwältin lehnten wegen der Schwere der Schuld den Antrag der Verteidigerin auf eine Diversion ab.
Befragt zum Tatmotiv, gab der Angeklagte an, er sei wegen Meinungsverschiedenheiten mit seiner Ex-Freundin wütend und traurig gewesen. Er habe aber eigentlich gar keinen triftigen Grund für seine Drohungen gehabt. Richterin Tagwercher merkte an, seine Ex-Freundin habe ihn schon einen Monat vor den nunmehr verhandelten Vorfällen angezeigt. Damals sei er mit einem blauen Auge davongekommen.

Strafabrechnung

Die drei Wochen U-Haft werden dem Unterländer auf die Geldstrafe angerechnet. Dafür werden ihm 168 Euro abgezogen. Damit beträgt die tatsächlich zu bezahlende Geldstrafe nur 312 Euro. Ein Tag im Gefängnis wird nur mit zwei Tagessätzen abgegolten. Das macht beim Lehrling mit dem Mindesttagessatz von vier Euro lediglich acht Euro aus.