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Partner mit Gabel in den Kopf gestochen

10.09.2021 • 20:25 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Die Gewalttaten wertete der Schöffensenat als schwere Körperverletzung in zwei Fällen und als versuchte schwere Körperverletzung. <span class="copyright">Symbolbild/Hartinger</span>
Die Gewalttaten wertete der Schöffensenat als schwere Körperverletzung in zwei Fällen und als versuchte schwere Körperverletzung. Symbolbild/Hartinger

Auch fügte Frau ihrem Lebensgefährten zwei Mal Rippenbrüche zu.

Die geständige 39-Jährige hat ihrem Lebensgefährten im März auf der Couch mit einer Besteckgabel gegen den Kopf gestochen. Der 58-Jährige kam dabei mit leichten Blessuren davon. Im April 2020 hat sie ihn nach den gerichtlichen Feststellungen in der Wohnung mit einem Tritt zu Boden gebracht. Ihrem auf dem Boden liegenden Partner hat sie dann mit weiteren Tritten Serienrippenbrüche zugefügt.

Mildes Urteil für Gewalttäterin

Ein ähnlicher Vorfall hat sich nach Ansicht der Richter schon im Mai 2016 ereignet. Demnach hat die 39-Jährige ihrem Lebensgefährten damals auf dem Fußweg vor einem Lokal einen Tritt versetzt. Als dieser auf dem Boden lag, hat sie ihm weitere Tritte versetzt. Damals erlitt er bereits Serienrippenbrüche. Die Gewalttaten wertete der Schöffensenat am Freitag am Landesgericht Feldkirch als schwere Körperverletzung in zwei Fällen und als versuchte schwere Körperverletzung. Dafür wurde die unbescholtene Angeklagte zu einer bedingten, nicht zu verbüßenden Haftstrafe von sechs Monaten und einer unbedingten, dem Gericht zu bezahlenden Geldstrafe von 960 Euro (240 Tagessätze zu je 4 Euro) verurteilt.

Eingeschränkt zurechnungsfähig

Das milde Urteil, mit dem die von Daniel Wolff verteidigte Angeklagte und Staatsanwalt Heinz Rusch einverstanden waren, ist rechtskräftig. Der Strafrahmen betrug sechs Monate bis fünf Jahre Gefängnis. Die verhängte kombinierte Strafe entspricht einem Jahr Haft. Als Schadenersatz hat die Frau ihrem nunmehrigen Ex-Lebensgefährten 3500 Euro zu bezahlen: 3000 Euro Schmerzengeld, 500 Euro für die nach den Gabelstichen blutverschmierte Couch. Die Angeklagte war, so das psychiatrische Gutachten von Reinhard Haller, wegen ihrer Alkoholabhängigkeit und psychischer Störungen eingeschränkt zurechnungsfähig. Sie unterzieht sich nach eigenen Angaben mittlerweile einer ambulanten Alkoholtherapie.

Keine Verletzungsabsicht

Die Staatsanwaltschaft Feldkirch hat die Rippenbrüche als absichtlich schwere Körperverletzung angeklagt und die Gabelstiche als versuchte absichtlich schwere Körperverletzung. Das Strafmaß dafür wären ein bis zehn Jahre Haft gewesen. Der Schöffensenat habe der Angeklagten aber keine Verletzungsabsicht unterstellt, erklärte der vorsitzende Richter Andreas Böhler. Der 58-Jährige konnte wegen seiner Alkoholisierung zu den Tatzeiten nicht angeben, wie es zu seinen Verletzungen gekommen ist. Seine 26-jährige Tochter sagte, die Angeklagte habe ihr gegenüber die Taten zugegeben.