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Causa Reichart: Jetzt wird ermittelt

14.10.2021 • 20:58 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Judith Reichart weist die Vorwürfe aufs Schärftse zurück. <span class="copyright">Hartinger</span>
Judith Reichart weist die Vorwürfe aufs Schärftse zurück. Hartinger

Staatsanwaltschaft leitete Ermittlungsverfahren ein.

Knapp zwei Wochen nachdem die jüngsten Vorwürfe gegen die derzeit außer Dienst gestellte Kulturamtsleiterin der Stadt Bregenz, Judith Reichart, ruchbar Knapp zwei Wochen nachdem die jüngsten Vorwürfe gegen die derzeit außer Dienst gestellte Kulturamtsleiterin der Stadt Bregenz, Judith Reichart, ruchbar geworden sind, hat die Staatsanwaltschaft Feldkirch nun Ermittlungen wegen des Verdachts des Betrugs und der Untreue aufgenommen. Das bestätigte der Sprecher der Anklagebehörde, Heinz Rusch, auf NEUE-Anfrage. Demnach sehen die Ermittler nach der Prüfung der Anzeige einen Anfangsverdacht als gegeben an. Reichart, die im Verfahren nun als Beschuldigte geführt wird, weist die Vorwürfe auf das Schärfste zurück. Über die Einleitung des Ermittlungsverfahrens zeigt sie sich überrascht. Ihr Rechtsanwalt Martin Mennel begrüßt, dass die Sache nun näher geprüft wird. „Damit kann jetzt möglichst rasch festgestellt werden, dass die Vorwürfe haltlos sind“, so Mennel auf Anfrage. Auch Reichart ist zuversichtlich, dass das Verfahren rasch eingestellt wird. „Wie ich bereits mehrfach betont habe, arbeite ich aktiv an der Aufklärung der Anschuldigungen und bin mit den Behörden diesbezüglich in gutem Kontakt.“

Alexander Moosbrugger (Neos), Sandra Schoch (Grüne) und Veronika Marte (Grüne) gingen mit den Vorwürfen an die Öffentlichkeit. <span class="copyright">hartinger</span>
Alexander Moosbrugger (Neos), Sandra Schoch (Grüne) und Veronika Marte (Grüne) gingen mit den Vorwürfen an die Öffentlichkeit. hartinger

Was wird Reichart vorgeworfen?

Die Anzeige eingebracht hatte der Bregenzer Neos-Stadtvertreter und Prüfungsausschussobmann Alexander Moosbrugger. Gemeinsam mit Vizebürgermeisterin Sandra Schoch (Grüne) und ÖVP-Stadträtin Veronika Marte, ihres Zeichens auch Stellvertreterin von ÖVP-Bundesparteiobmann Sebastian Kurz, trat er Montag an die Öffentlichkeit. Die drei Stadtpolitiker werfen Reichart vor, Beraterhonorare ohne Gremienbeschlüsse zugesagt zu haben und für den von ihr und Stadtrat Michael Rauth (ÖVP) gegründeten Verein Kunst-Stadt-Raum zu Unrecht Förderungsgelder in der Höhe von 20.000 Euro lukriert zu haben. Sie habe als Geschäftsführerin unterschrieben, obwohl es zu diesem Zeitpunkt den Verein noch nicht gegeben habe, lautet der Vorwurf. Als Grundlage für die Anschuldigungen dient im Wesentlichen ein Auszug des Schriftverkehrs zwischen Reichart und dem früheren Kulturamtsleiter Wolfgang Fetz. Reichart nahm zu den Anschuldigungen in einem NEUE-Interview bereits ausführlich Stellung. Sie vermutet eine Rachefeldzug des früheren Kulturamtsleiters und sieht sich zudem als Opfer der Politik. Das Bundesministerium für Kunst und Kultur, bei dem Reichart die Fördergelder beantragt hatte, machte zumindest gegenüber der NEUE entlastete Angaben. Reicharts Vorgehensweise sei „nicht unüblichen“, hieß es an einer Stelle der Anfragebeantwortung.

Faktum Buch

Ermittelt wird übrigens auch in der Buch-Causa. Laut dem Vorwurf, der Anfang September publik wurde, soll Reichart als Präsidentin des einstigen „Magazin 4 Bregenzer Kunstverein“ Geld für die Erstellung eines nie erschienenen Buches erhalten haben. Der Präsident des Nachfolge-Vereins, Jürgen Weis­häupl, wies die Anschuldigungen allerdings postwendend zurück. Reichart habe dem Verein ein detailliert gesichtetes und gut aufgearbeitetes Archiv mit einer digitalen Erfassung von Projekten aus 25 Jahren übergeben. Auch das Layout und die grafische Konzeption für ein Buch seien erarbeitet und an die Vereinsführung übergeben worden. Aufgrund der Coronapandemie sei die Umsetzung des Buches zwar verzögert, nicht aber zu den Akten gelegt worden.