Lokal

Entspannung, aber Peak noch nicht erreicht

01.12.2021 • 09:55 Uhr / 6 Minuten Lesezeit

Landesregierung und Experte Fidler informierten gestern einmal mehr über die Corona-Situation und erneuerten Impf-Appell.

Mit 1316 Neuinfektionen je 100.000 Einwohner in den letzten sieben Tagen ist Vorarlbergs Sieben-Tages-Inzidenz zwar nach wie vor hoch, jedoch deutlich niedriger als noch letzte Woche (1380). Im Österreich-Durchschnitt beträgt die Inzidenz derzeit 879. Landeshauptmann Markus Wallner spricht angesichts der sinkenden Neuinfektionen von einer „leichten Entspannung auf hohem Niveau“. Er hofft, dass in den nächsten Tagen auch im Westen Österreichs der Peak, also der Höchststand an aktiven Fällen, überschritten sein wird.

Anstieg bis Ende nächster Woche

Nahezu unverändert zeigt sich die Spitalbelegung: 122 Corona-Patienten wurden gestern auf den Normalstationen der Vorarlberger Krankenhäuser betreut, 23 Personen – 18 davon sind ungeimpft – sind so krank, dass sie intensivmedizinisch behandelt werden müssen. Zudem sind weitere sechs Patienten im Zusammenhang mit der Viruserkrankung gestorben.
Armin Fidler, Corona-Berater des Landes, rechnet mit einem weiteren Anstieg der Patientenzahlen, da die Spitalsaufnahme immer zehn bis 14 Tage verzögert erfolge. Ende nächster Woche werde sich die Lage wahrscheinlich entspannen, so die Prognose des Public-Health-Experten.

Auf den Intensivstationen wird sich die Lage erst Ende nächster Woche  beruhigen. <span class="copyright">KHBG</span>
Auf den Intensivstationen wird sich die Lage erst Ende nächster Woche beruhigen. KHBG

Omikron: Ein Verdachtsfall und zu wenige Daten

Die neue Coronavirus-Variante Omikron, die zuerst im südlichen Afrika nachgewiesen worden war, könnte wie berichtet auch In Vorarlberg angekommen sein. Vorarlberg war Dienstagmittag weiter ungewiss, ob sich ein Corona-positiver Reiserückkehrer aus dem südlichen Afrika mit der Omikron-Variante des Coronavirus infiziert hat. Das Ergebnis der Sequenzierung der Probe durch die AGES in Wien lag noch nicht vor.

15 Reiserückkehrer

In Vorarlberg haben sich bisher 15 Reiserückkehrer gemeldet, die allesamt getestet und abgesondert wurden. Bei fünf Personen stehe noch das Ergebnis eines PCR-Tests aus, informierte Gesundheitslandesrätin Martina Rüscher im Pressefoyer nach der Regierungssitzung. Weitere mögliche Reiserückkehrer aus Südafrika, Lesotho, Botswana, Simbabwe, Mosambik, Namibia und Eswatini werden dringend dazu aufgerufen, sich unabhängig von Symptomen zur PCR-Testung anzumelden.

Armin Fidler, Public-Health-Experte und Corona-Berater des Landes. <span class="copyright"> VLK</span>
Armin Fidler, Public-Health-Experte und Corona-Berater des Landes. VLK

Wie sich das Auftreten der neuen Variante des Coronavirus auswirken könnte, ist derzeit noch ungewiss. Public-Health-Experte Armin Fidler: „Es gibt noch zu wenige Daten für eine Beurteilung, daher kann noch nicht gesagt werden, ob die Omikron-Variante infektiöser, harmloser oder nicht harmloser als die bisher bekannten Mutationen ist. Das alleinige Auftreten der neuen Variante ist noch kein Grund für große Besorgnis, allerdings darf dies auch nicht auf die leichte Schulter genommen werden.“ Fidler betonte, dass die Impfung, egal ob erster, zweiter oder dritter Stich, wichtig sei.

1500 von 33.000 Fünf- bis Elfjährigen geimpft

Seit vergangenen Freitag – einen Tag nachdem die europäische Arzneimittelagentur (EMA) europaweit Grünes Licht für die Kinderimpfung gegeben hat– können auch in Vorarlberg die Fünf- Bis Elfjährigen immunisiert werden. Der Start der Kinderimpfung sei erfolgreich verlaufen, berichtete Gesundheitslandesrätin Martina Rüscher.
1500 Kinder sind nach Angaben von Rüscher bereits geimpft worden. Der nächste Impftermin für die Unter-Zwölfjährigen findet übrigens heute, Mittwoch, von 14 bis 18 Uhr im Kinder-Impfzentrum Dornbirn statt. Insgesamt gibt es in Vorarlberg 33.000 Kinder im Alter zwischen fünf und elf Jahren.

Am vergangenen Freitag wurden die ersten Kinder geimpft. <span class="copyright">VOL.AT</span>
Am vergangenen Freitag wurden die ersten Kinder geimpft. VOL.AT

Erklärvideo

Um noch mehr Kinder für die Impfung zu gewinnen und vorab entsprechend informieren zu können, hat das Land gemeinsam mit dem Bregenzer Animationsstudio Supershort einen kindgerechten Kurzfilm entwickelt. In dem nicht ganz drei Minuten dauernden Video wird in einfachen Worten und Bildern erklärt, was Viren sind, wie man sich im Alltag schützen kann und was bei einer Impfung passiert. Bei weiteren Fragen sollten sich die Eltern an ihre betreuenden Ärzte wenden, so Rüscher.

Aufgrund Ihrer Datenschutzeinstellungen wird an dieser Stelle kein Inhalt von Youtube angezeigt.

Fortschritte beim dritten Stich

In der vergangenen Woche wurden knapp 28.000 Impfdosen verabreicht. Der Großteil, etwa 22.700, entfiel auf sogenannte Booster-Impfungen. Damit haben vorarlbergweit bislang mehr als 74.000 Personen ihren dritten Stich erhalten. Die ressortzuständige Landesrätin Martina Rüscher spricht von „großen Fortschritten“, machte aber zugleich darauf aufmerksam, dass gegenwärtig schon ca. 77.000 Personen drittgeimpft sein sollten. Um mehr Menschen zur Impfung zu bewegen, werden Öffnungszeiten der Impfkojen erweitert und die Anmeldung über das Covid-Portal vereinfacht.

landesrätin Martina Rüscher.
landesrätin Martina Rüscher.

66.800 Ungeimpfte bekommen Post

Das Amt der Vorarlberger Landesregierung und die Österreichische Gesundheitskasse (ÖGK) verschicken in den nächsten Tagen Impf-Einladungen an rund 66.800 Personen, die sich bisher nicht gegen das Coronavirus immunisieren lassen haben. Falls der vorgeschlagene Termin nicht passe, könne man leicht einen Ersatztermin buchen, sagte Rüscher. Neben der Gesundheitslandesrätin appellierten auch Landeshauptmann Markus Wallner und Covid-Berater Armin Fidler noch einmal eindringlich an die Bevölkerung, sich impfen zu lassen.