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Kinder missbraucht: Drei Jahre Gefängnis

30.12.2021 • 19:28 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Drei Jahre Haft setzte es vor Gericht für den Familienvater. <span class="copyright">Symbolbild/Vol.at</span>
Drei Jahre Haft setzte es vor Gericht für den Familienvater. Symbolbild/Vol.at

Familienvater vergriff sich nach Ansicht der Richter mehrfach Nachbarsmädchen.

Wegen schweren sexuellen Missbrauchs von Unmündigen und sexuellen Missbrauchs von Unmündigen wurde der unbescholtene Angeklagte zu drei Jahren Gefängnis verurteilt. Das Urteil ist nun rechtskräftig. Der Strafrahmen betrug ein bis zehn Jahre Haft. Die Richter hielten die belastenden Angaben der beiden mutmaßlichen Opfer für glaubwürdig.

Die beiden 13-jährigen Schwes­tern sagten vor der Polizei und bei ihrer kontradiktorischen Befragung am Landesgericht Feldkirch vor dem Prozess aus, ihr beschuldigter Nachbar habe sich heuer zwischen Februar und März an ihnen mehrfach vergriffen.

Nichtigkeitsbeschwerde zurückgewiesen

Im Oktober bestätigte der Oberste Gerichtshof (OGH) den Schuldspruch des Landesgerichts vom Juli. Die Wiener Höchstrichter wiesen die Nichtigkeitsbeschwerde des Angeklagten zurück. Jetzt wurde in der Berufungsverhandlung am Innsbrucker Oberlandesgericht (OLG) der Strafberufung des 41-jährigen Angeklagten und der Staatsanwaltschaft keine Folge gegeben. Das teilte auf Anfrage OLG-Sprecher Wigbert Zimmermann mit.
Der angeklagte Familienvater sagte, er sei nicht schuldig. Verteidiger Hamza Ovacin beantragte einen Freispruch für seinen türkischen Mandanten. Die beiden Mädchen hätten die Vorwürfe erfunden, sagte der Rechtsanwalt. Dass die Mädchen behaupten, sie hätten Angst vor dem Angeklagten, sei unglaubwürdig. Sie seien ja freiwillig des Öfteren bei ihm zu Besuch gewesen.

Am Obersten Gerichtshof war die Nichtigkeitsbeschwerde zurückgewiesen worden. <span class="copyright">apa</span>
Am Obersten Gerichtshof war die Nichtigkeitsbeschwerde zurückgewiesen worden. apa

Die Richter hielten den Untersuchungshäftling aber im Sinne der Anklageschrift für schuldig. Die Anklage basierte auf den Angaben der zwei Mädchen. Staatsanwalt Johannes Hartmann sagte im Feldkircher Schöffenprozess unter dem Vorsitz von Richter Thomas Wallnöfer, die beiden 13-Jährigen würden im selben Haus wohnen wie der Angeklagte und dessen Familie. Die Mädchen seien fast täglich in der Wohnung der Familie des Beschuldigten zu Besuch gewesen. Sie hätten mit den Kindern des Angeklagten gespielt. An den Spielen habe sich zuweilen auch der Angeklagte beteiligt. Der 41-Jährige habe die Situation ausgenutzt. Er habe in seiner Wohnung Übergriffe an den unmündigen Besucherinnen begangen.

Unbescholtenheit

Mildernd werteten die Richter in erster und zweiter Instanz bei der Strafbemessung die Unbescholtenheit des angeklagten Unterländers. Erschwerend wirkte sich aus, dass zwei Unmündige missbraucht worden sind. Ein weiterer Erschwerungsgrund war die mehrfache Begehung der Straftaten.